Barcala: "In der Lage sein, um alle Trophäen zu kämpfen" | OneFootball

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·31. August 2025

Barcala: "In der Lage sein, um alle Trophäen zu kämpfen"

Artikelbild: Barcala: "In der Lage sein, um alle Trophäen zu kämpfen"

Der FC Bayern München hat sich am Samstag in Karlsruhe durch ein 4:2 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg erneut den Google Pixel Supercup der Frauen gesichert. Nach dem Spiel sprachen die Neu-Trainer José Barcala (Bayern München) und Stephan Lerch (VfL Wolfsburg) über das Spiel, ihre Spielidee und Ziele in der kommenden Saison.

José Barcala über...

... seine Erwartungen vor dem Spiel: Wolfsburg ist ein wirklich gut vorbereiteter Gegner. Wir wissen, dass sie ein sehr starker Gegner sind. Sie sind gut koordiniert, mit hohem Pressing, sehr gut organisiert und sehr gefährlich in den Übergängen. Wir haben ein Spiel erwartet, in dem wir die Kontrolle über den Ballbesitz und den Raum durch den Ball mit Gegenpressing haben sollten. Ich denke, wir haben in der ersten Halbzeit ganz gut gespielt, aber es stimmt auch, dass wir sie ins Spiel eingeladen haben, daran müssen wir in Zukunft wohl noch arbeiten.


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... die Möglichkeiten in der Saison: Wir sind noch im Prozess. Wir wachsen und entwickeln uns weiter. Es ist eine Mannschaft mit einem starken Fundament, das ein großartiges taktisches Erbe mitbekommen hat. Wir wollen die neue Version dieser Mannschaft weiterentwickeln. Ein Team, das in der Lage ist, die Spiele zu kontrollieren, aber auch ein wenig unberechenbar ist. Wir müssen die Balance zwischen allen Mustern finden und auch die Spielerinnen individuell weiterentwickeln, damit sie im letzten Drittel kreativer werden.

... seine Spielidee: Wichtig sind ein breiter Kader und eine starke Bank. Wir wollen in der Lage sein, um alle Trophäen zu kämpfen. Deshalb müssen wir alle Spielerinnen weiterentwickeln. Sie sind alle wichtig. Außerdem ist es wichtig, wie man das Spiel beginnt, aber auch, wer am Ende des Spiels auf dem Platz steht. Unser Plan ist es, die Spiele zu dominieren. Das kann man durch kontrollierten Ballbesitz oder aggressives Pressing mit guter Koordination erreichen. Wir waren dominant, in anderen Momenten mussten wir in einem mittleren tiefen Block verteidigen, sodass man den Strafraum koordiniert verteidigen kann. Im modernen Fußball kann man nicht nur ein Spiel spielen. Wenn man gegen eine wirklich gute Mannschaft wie Wolfsburg spielt, muss man sich dessen bewusst sein. Ich denke, wir waren in der Lage, uns in einigen Momenten anzupassen oder mit hohem Pressing zu spielen. In der ersten Halbzeit hatten wir ein oder zwei Mal Schwierigkeiten, aber dann haben wir das Problem gelöst.

... die Rolle von Lena Oberdorf: Sie ist eine klasse Spielmacherin, sie kann jede Position im Mittelfeld spielen. Es geht nicht darum, wer auf welcher Position spielt, sondern darum, wie sie die Situationen individuell lösen und wie gut sie aufeinander abgestimmt sind. An dieser Stelle ist auch die Rolle von Sara (Zadrazil) und Georgia (Stanway) auf dem Spielfeld sehr wichtig, um mehr Kontrolle zu haben. Es ist fantastisch, Lena wieder dabei zu haben.

... eine mögliche Bayern-Dominaz diese Saison: Wir sollten allen unseren Gegnern mit Respekt begegnen. Wir gehen Schritt für Schritt, Spiel für Spiel vor. Der europäische Wettbewerb ist wirklich wichtig für uns, wir wollen uns zeigen. Aber wir müssen das durch unsere Leistungen tun, es spielt keine Rolle, wie viel ich hier in der Pressekonferenz rede, also müssen wir es auf dem Platz zeigen.

... spanische Mentalität in der Mannschaft: Die Mentalität ist im modernen Fußball alles. Ohne diese Mentalität können wir nichts erreichen. Wir müssen an uns glauben und uns zu einem Team entwickeln, das es verdient, die Champions League zu gewinnen. Wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter, übernehmen die Kontrolle und konzentrieren uns auf das, was wir kontrollieren können.

Stephan Lerch über...

... das Spiel: Wir waren nicht so mutig, wie wir spielen wollten und haben gemerkt, dass wir nicht reingekommen sind. Dann ist es mit den zwei Gegentoren schwierig, gegen diese Dominanz anzugehen. Auch wir hatten Phasen und Momente mit den ein oder anderen Möglichkeiten in der ersten Halbzeit. Wenn da das Spielglück bei uns ist, bleibst du dran - so musst du ein 0:2 aufholen. In der zweiten Halbzeit, finde ich, haben wir es besser gemacht, sind besser in die Zweikämpfe reingekommen, haben Bayern mehr unter Druck setzen können. Der Anschlusstreffer hat uns nochmal Kraft gegeben, aber leider ist es durch den Elfmeter und den Platzverweis wieder schwierig geworden. Bis zum Schluss haben wir alles gegeben, das muss ich sehr positiv hervorheben. Wir haben nicht aufgegeben, eine gute Energie auf dem Platz gehabt und darauf lässt sich aufbauen. Wenn wir in Zukunft mutiger die Situation angehen, bin ich sehr optimistisch, dass wir die nächsten Schritte nach vorne machen.

... die Neuzugänge auf der Bank: Sie sind noch nicht so weit. Ich glaube, dass auch andere heute hätten von Anfang an spielen können. Die Qualität ist unbestritten, aber man muss sich Gedanken machen, wie wir auftreten wollen und wie wir es von Anfang an angehen wollen. Der Faktor Zeit spielt natürlich eine Rolle, auch gerade bei den Neuzugängen. Da hat die eine oder andere Spielerin vielleicht aufgrund ihrer Erfahrung aus den letzten Monaten einen Pluspunkt gehabt, aber man hat auch gesehen, dass wir mit den Spielerinnen, die dann reingekommen sind, auch wirklich Potenzial haben und in den nächsten Wochen denke ich, wird sich das wieder relativieren.

... eine eingespielte Startaufstellung: Es ist ein ein Faktor, was beim VfL funktioniert hat, aber man darf nicht vergessen, dass einige Spielerinnen erst seit drei Wochen wieder da sind und einige auch komplett aus einem ganz anderen Umfeld gekommen sind. Der Erfahrungsvorsprung war ein Faktor, der für die ein oder andere gesprochen hat, zu beginnen.

... den Ligastart in einer Woche: Wir sollten mutiger agieren, auch in solchen Phasen und Spielen, wo wir gepresst werden. Wenn wir an unser Limit rankommen und diese Intensität auf den Platz kriegen, dann können wir den FC Bayern stressen und unter Druck setzen. Und wenn man den FC Bayern unter Druck setzen kann und Phasen hat, wo man dran ist, dann kann man jede Mannschaft in Deutschland entsprechend bespielen. Das wollen wir mitnehmen. Nächste Woche in Hamburg spielen wir gegen einen Aufsteiger vor einer wahrscheinlich sehr großen Kulisse. Wir nehmen viele Dinge aus dem Spiel mit, die nicht gut waren, wo wir auch im Vorfeld wussten, dass noch nicht alles funktioniert. Das ist klar und wir sind immer noch in diesem Prozess drin. Deswegen lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen, arbeiten weiter an unseren Themen und dass die Automatismen greifen. Dann bin ich sehr optimistisch, wenn wir den Weg so weitergehen, dass wir nächste Woche mit drei Punkten in Hamburg starten.

...eine mögliche Bayern-Dominanz diese Saison: Der FC Bayern hat eine enorme Qualität. Ich habe heute gesehen, wer auf der Bank sitzt und wer da reinkommt. Das liest sich schon sehr, sehr gut, was die Qualität und Erfahrung angeht. Das ist schon eine Hausnummer, muss man einfach so anerkennen. Der FC Bayern ist sehr selbstbewusst und in dieser Saison der Favorit in meinen Augen. Mit dem Hintergedanken, dass wir noch in der Findungsphase sind und viele neue Spielerinnen zu integrieren haben, was beim FC Bayern nicht der Fall ist, dann sage ich, dass wir auch den FC Bayern ärgern können. Es ist Saison mit vielen (internationalen) Spielen und da muss jeder seine Hausaufgaben machen. Das gilt für uns wie für den FC Bayern, aber es ist unbestritten, dass der FC Bayern enorme Voraussetzungen hat und dass es jede Mannschaft in Deutschland schwer hat, da dran zu bleiben.

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