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❤️ Nicht alles war schlecht! Die schönsten Fußballstorys des Jahres

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Jan Schultz

Corona hat uns auch im Jahr 2021 nicht losgelassen, Omikron sorgte sogar für neue Rekordzahlen. Und trotzdem war nicht alles schlecht – das gilt auch speziell für den Fußball. Hier kommen nun die schönsten Fußballstorys des Jahres.

Kein gewöhnliches Vorbild

Bereits im Vorjahr hat Marcus Rashford abseits des Rasens enormes, gemeinnütziges Engagement gezeigt. So kümmert sich der englische Nationalspieler um hungrige Kinder und unterstützt zahlreiche Charity-Aktionen. Der 24-Jährige ist damit ein echtes Vorbild – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn Rashford inspiriert den Nachwuchs der Nation nicht nur zum Fußballspielen, sondern auch dazu, Gutes zu tun. Ein kleiner englischer Junge, der vom United-Star inspiriert wurde, verteilte so Weihnachtsgeschenke für Obdachlose in seiner Heimat. Selbst der eiskalte Regen konnte ihn daran nicht hindern. Uns gefällt das. Und Rashford ebenso.


Lewandowski gedenkt Gerd Müller

Robert Lewandowski hat in diesem Jahr geschafft, was seit Jahrzehnten unmöglich schien: Der Pole hat den uralten Bundesliga-Torrekord von Gerd Müller geknackt und sogar noch leicht ausgebaut. Es war ein Moment für die Geschichtsbücher, als Lewandowski mit dem Bomber der Nation gleichzog. Und es war ein Moment wahrer Größe, denn der Pole ehrte bei seinem 40. Saisontreffer nicht sich selbst, sondern Müller.


Tierisch gute Aktion

Es ist alles andere als ein Geheimnis: Der Autor dieses Textes ist ein ganz großer Liebhaber von Katzen, den fraglos knuffigsten Lebewesen auf diesem Planeten. Generell ist es aber natürlich richtig, nicht nur Menschen und Samtpfoten liebe- sowie respektvoll gegenüberzutreten, sondern allen Bewohnern der Erde. Deswegen erwärmte eine Aktion in Russland mein Herz ganz besonders.

Die Profis von Zenit St. Petersburg liefen am Welt-Haustiere-Tag mit Hunden ohne Herrchen in den Armen auf. Die Aktion, mit der Fans zur Adoption von Hunden aus dem Tierheim bewegt werden sollten, war dabei nicht nur ein wichtiges Zeichen, sondern auch ziemlich niedlich.


Zahlreiche Proteste gegen Katar

Die WM-Vergabe an Katar ist eines der größten Streitthemen der Fußballwelt. Laut ‚ZDF‘ sind 15.000 Gastarbeiter seit der Vergabe vor elf Jahren ums Leben gekommen. Genau deswegen nehmen die Protestaktionen nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Vereinen und Verbänden immer stärker zu.

Die norwegische und die deutsche Nationalmannschaft setzten mit T-Shirt-Aktionen als erste ein Zeichen, Dänemark kündigte für die Endrunde zudem eine ganze Reihe an Protestaktionen an. Der norwegische Klub Tromsø IL trägt indes einen stoffgewordenen QR-Code als Trikot – dieser leitet auf eine Website weiter, auf der über die Missstände in Katar aufgeklärt wird. 2022 dürften weltweit noch mehr große Aktionen folgen. Aber wird es auch einen großen Boykott geben?


Cavallos Coming-out

In einer perfekten Welt ist ein Coming-out keine Meldung wert, ein öffentliches Verlautbaren der eigenen Sexualität nicht einmal notwendig. Davon sind wir als Gesellschaft aber noch ein ganzes Stückchen entfernt, ganz besonders im Profifußball. Eben deswegen war Josh Cavallos Outing im Oktober so mutig. Der Profi von Adelaide United ist weltweit aktuell der einzige Erstligaspieler, der zu seiner Homosexualität steht.

„Es war eine lange Reise, um an diesem Punkt anzukommen, aber ich könnte nicht glücklicher über meine Entscheidung sein“, schrieb der 21-Jährige auf Twitter und erhielt in der Folge eine Flut an positiven Mitteilungen. Vor allem aber fiel ihm eine enorme Last von den Schultern: „Ich habe mehr als sechs Jahre lang mit meiner Sexualität gekämpft und bin heilfroh, dass es damit vorbei ist.“


Die Kleinsten zeigen Größe

Barcelonas Nachwuchsabteilung La Masia genießt weltweit einen erstklassigen Ruf. Das gilt primär wegen der enormen Qualität der Spieler, die dort seit Jahrzehnten mit beeindruckender Regelmäßigkeit ausgebildet werden. Beim katalanischen Nachwuchs scheint allerdings nicht nur Tiki Taka auf dem Stundenplan zu stehen, sondern auch Fairplay. Der Barça-Nachwuchs erzielte im abgelaufenen Jahr nämlich einen Treffer, während ein gegnerischer Spieler verletzt am Boden lag. Die Kleinsten bewiesen anschließend jedoch wahre Größe, indem sie ihren Konkurrenten als Wiedergutmachung ohne Gegenwehr ein Tor gestatteten.


Dänemark und Eriksen bei der EM

Es sah zunächst nach einem Albtraum aus: Christian Eriksen brach beim ersten EM-Vorrundenspiel Dänemarks auf dem Feld zusammen, kämpfte um sein Leben. Der Superstar musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, die ganze Fußballwelt stand in der Folge still. Doch Eriksen selbst sorgte schnell für die bestmöglichen Nachrichten, denn er kam durch und anschließend wieder auf die Beine. Das war nicht zuletzt dank der schnellen Erstversorgung durch das Ärzteteam sowie das heldenhafte Handeln Simon Kjærs möglich.

Die Dänen wiederum sorgten in der Folge auch für ein sportliches Wunder, denn diesem unfassbaren Schock zum Trotz zogen sie mit fantastischem Fußball bis ins Halbfinale vor, wo erst ein umstrittener Elfmeter in der Verlängerung ihr Aus besiegelte. In den Herzen vieler Fans dürfte das Team dennoch für lange Zeit einen Platz sicher haben.


Spielabbruch in Duisburg

Rassismus per se ist natürlich das genaue Gegenteil von schön. In der Gesellschaft im Allgemeinen wie beim Fußball im Speziellen darf dafür im 21. Jahrhundert einfach kein Platz mehr sein. Rassistische Übergriffe gibt es aber dennoch weiterhin, so wie vor Kurzem beim Drittligaspiel zwischen Duisburg und Osnabrück. VfL-Profi Aaron Opoku sah sich Beleidigungen von der Tribüne ausgesetzt, die anschließende Reaktion war aber herausragend. Das Schiedsrichtergespann erkannte die Lage sofort und unterbrach die Partie. Beide Mannschaften und die Unparteiischen verständigten sich in der Folge auf den ersten Spielabbruch infolge von Rassismus im deutschen Profifußball.

Auf den Rängen identifizierten die Fans indes den Zuschauer, der für die verbalen Übergriffe verantwortlich war. Er wurde umgehend aus dem Stadion entfernt und sieht sich nun einer Strafanzeige ausgesetzt. Dass der DFB ein Wiederholungsspiel angesetzt hat, darf ebenfalls als richtiges Zeichen im Kampf gegen Rassismus gewertet werden. Niemand sollte sich vor sportlichen Nachteilen fürchten müssen, weil er/sie aufgrund rassistischer Übergriffe nicht weiterspielen kann.