"Klingt dramatisch und schmerzt": St. Pauli mit 5,75-Millionen-Minus | OneFootball

"Klingt dramatisch und schmerzt": St. Pauli mit 5,75-Millionen-Minus

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Sportlich erreicht der FC St. Pauli derzeit unter Präsident Oke Göttlich die Tabellenspitze, wirtschaftlich wurde ein Eigenkapital von 14 Millionen Euro in den letzten Jahren aufgebaut. Doch die Corona-Pandemie hat auch den Klub vom Millerntor getroffen. Für das vergangene Geschäftsjahr steht ein Verlust von 5,75 Millionen Euro zu Buche – zum größten Teil wegen der Umsatzeinbußen. Der Verein ist jedoch stabil.

"Ergebnis relativiert sich"

Beinahe einstimmig (258 von 263 Stimmen) wurde Oke Göttlich auf der Mitgliederversammlung des FC St. Pauli am 1. Dezember wieder zum Präsidenten gewählt. Seit 2014 steht er an der Spitze des Klubs und bewarb sich mit den bisherigen Erfolgen für die erneute Amtszeit, die sich über die kommenden vier Jahre erstreckt. Die Herausforderung in dieser Zeit wird groß, denn die Kiezkicker müssen den Verlust durch die Corona-Pandemie aufarbeiten. Fast sechs Millionen Euro stehen als Defizit im Geschäftsjahr 2020/21.

"Das klingt dramatisch und ist auch sehr schmerzhaft für uns alle", äußerte sich Göttlich im "NDR" bezüglich der Zahlen. "Aber wenn man bedenkt, dass wir Corona-bedingt über 22 Millionen Euro Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, relativiert sich das Ergebnis jedoch." Wie auch bei allen anderen Klubs sind die Geisterspiele am Millerntor ein erheblicher Teil dieser Einbußen. Auch das Veranstaltungs- und Eventgeschäft, sowie der Fanshop und die Fußball-Schule des FCSP waren betroffen. Kalkuliert habe man eigentlich nur mit einem Umsatzrückgang von zehn Millionen Euro.

St. Pauli weiter im "Krisenmodus"

Für St. Pauli ist es nun das zweite Minus in Folge, nachdem bereits im Vorjahr rund 557.000 Euro als rote Zahlen im Buch standen. Davor erwirtschaftete der Klub neunmal in Serie ein Plus. Das Eigenkapital der Hamburger stieg in den vergangenen Jahren auf 14 Millionen Euro – und sinkt nun beinahe um die Hälfte auf acht Millionen. Dennoch stünde der Verein auf "festen Füßen", wie Göttlich versicherte. Hilfreich war, dass Fans auf eine Erstattung ihrer Dauerkartenpreise verzichteten. Hinzu kam die Kurzarbeit, der Gehaltsverzicht von Spielern und leitenden Angestellten, sowie ein Transferplus und die Unterstützung durch Sponsoren, um den Verlust abzufedern.

"Wir bleiben im Krisenmodus, minimieren unsere Kosten und sorgen für ausreichend Liquidität, für den Fall, dass die Lage wieder schlimmer wird als sie jetzt schon ist", versprach der 46-Jährige für die Zukunft. Möglicherweise kann der Präsident dann auf Zuschuss aus dem Bundesliga-Topf bauen. Mit 32 Punkten aus 15 Spielen ist der FCSP derzeit Spitzenreiter in der Tabelle und gehört zu den Top-Favoriten für den Aufstieg.

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