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Annika Becker·9. September 2022

Bundesliga-Vorschau (Teil 3/3): Wolfsburg, Potsdam, Leverkusen, Essen

Artikelbild:Bundesliga-Vorschau (Teil 3/3): Wolfsburg, Potsdam, Leverkusen, Essen

Am Wochenende starten in der zweiten Runde des DFB-Pokals auch die Teams der FLYERALARM Bundesliga in die neue Saison an. Eine Woche später startet dann die Liga selbst. Was ist über den Sommer bei den Vereinen passiert? Im dritten Teil unserer Saisonvorschau werfen wir einen Blick auf den VfL Wolfsburg, Turbine Potsdam, Bayer 04 Leverkusen und die SGS Essen.


VfL Wolfsburg: Bereit für die europäische Spitze?

In der letzten Saison meisterte der VfL Wolfsburg einen größeren Umbruch mitsamt neuem Trainer vorbildlich und überzeugte nach einer rasanten spielerischen Entwicklung vor allem in der zweiten Saisonhälfte. Am Ende stand das Double aus Pokalgewinn und Meisterschaft, in der Champions League ging es bis ins Halbfinale, wo eine Leistungssteigerung im Rückspiel gegen den FC Barcelona nicht mehr fürs Weiterkommen reichte.

Genau an diesen Entwicklungsstand soll nun nahtlos angeknüpft werden, dazu wurde der Kader punktuell verstärkt und die Qualität in der Breite angehoben. Die talentierte Jule Brand kommt von der TSG Hoffenheim und will in Wolfsburg den nächsten Schritt machen, Sara Agrež wechselt von Turbine Potsdam zum VfL, Kristin Demann und Marina Hegering kamen von Bayern München. Welche herausragende Rolle Hegering spielen kann, war bei der EM deutlich zu sehen, die Innenverteidigerin verpasste allerdings weite Teile der Vorbereitung durch eine Fußverletzung. Sie soll nach ihrer aktiven Laufbahn in das Trainer*innenteam des VfL wechseln.

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Den größten Wechsel gibt es auf der Torhüterinnenposition, denn Almuth Schult verabschiedete sich in Richtung Angel City FC, ihren Platz zwischen den Pfosten übernimmt Frankfurt-Rückkehrerin Merle Frohms. Turid Knaak beendete ihre Karriere, Shanice van de Sanden, die nur Einwechselspielerin war, geht zum FC Liverpool. Zudem wechselt Anna Blässe nach 15 Jahren beim Verein zu den Grasshoppers Zürich. Dazu kommen die Abgänge von Joëlle Smits (PSV) und Lotta Cordes (Köln).

Im Pokal geht es für Wolfsburg am 11.09. um 14 Uhr gegen des FSV Gütersloh, in der Liga geht es am 18.09. zunächst zu Hause gegen die SGS Essen.


Turbine Potsdam: Wundertüte der Liga

Mit insgesamt 31 Veränderungen im Kader (Stand 6. September) und einem neuen Coach an der Seitenlinie ist es geradezu eine Unterreibung von einem Umbruch bei der Turbine zu sprechen. Sebastian Middeke übernahm den Trainerposten im Sommer nach dem Abgang von Sofian Chahed, zu den 14 Abgängen auf Spielerinnenseite gehören unter anderem Selina Cerci (1. FC Köln), Melissa Kössler (TSG Hoffenheim), Sara Agrež (VfL Wolfsburg) und die vorherige Abwehrchefin Merle Barth (Atlético Madrid).

Von den Neuzugängen müssen sich viele erst noch in der Bundesliga beweisen, bereits etabliert sind Noemi Gentile und Adrienne Jordan (beide vom SC Sand) sowie Amber Barrett vom FC Köln. Gentile ist außerdem die neue Kapitänin. Als vielversprechendes Talent gilt Noa Selimhodzic, gekommen vom AC Mailand, die mit 18 Jahren bereits Nationalspielerin in Israels A-Nationalteam ist.

Zudem kehrt die ehemalige Potsdamerin Jennifer Cramer aus Italien zur Turbine zurück.

Die Vorbereitung war durch die vielen Wechsel, einige Verletzungen sowie Abstellungen für die U20-WM und die WM-Qualifikation schwierig, in den Testspielen ging es meist gegen unterklassige Gegner. Beim Härtetest gegen RB Leipzig am vergangenen Wochenende gewann Potsdam nach zwischenzeitlichem Rückstand noch mit 2:1. Eine Einschätzung fällt angesichts all dieser Umstände zum jetzigen Zeitpunkt schwer, es würde aber nicht überraschen, sollte Potsdam im unteren Tabellendrittel zu finden sein.

Im ersten Pflichtspiel gibt es am Sonntag, 11.09. um 16 Uhr im DFB-Pokal gegen FC Viktoria 1889 Berlin ein echtes Lokalduell, bevor genau eine Woche später die Auswärtsfahrt zum SV Werder Bremen ansteht.


Bayer 04 Leverkusen: Ran an die internationalen Plätze?

Der Leverkusener Sommer stand ganz im Zeichen einer strategischen Neuausrichtung. Achim Feifel fungiert künftig nicht mehr als Trainer, sondern als Sportlicher Leiter. Diese Position wurde neu geschaffen und soll die Abläufe zwischen Jugendbereich und Profikader professionalisieren.

Der neue Mann an der Seitenlinie kommt vom niederländischen Erfolgsverein Twente Enschede. Robert de Pauw holte in seiner ersten und einzigen Saison mit Twente die niederländische Meisterschaft und das, obwohl bereits im Winter allen Beteiligten klar war, dass man sich nach der Saison wieder trennen würde.

Nachdem Leverkusen sich in der Bundesliga etabliert hat, soll über einen sukzessiven Ausbau der Strukturen eine Position weiter vorne in der Tabelle erarbeitet werden. Nicht in einer oder zwei Saisons, sondern langfristig. Vor allem möchte man in Zukunft mehr Talente aus der eigenen Jugend für den Ligabetrieb ausbilden. Für die kommende Saison gilt es vor allem die Abgänge von Dóra Zeller (BK Häcken) und Irina Pando (FC Zürich) zu ersetzen.

Gleich drei Neuzugänge kommen von der SGS Essen: Selina Ostermeier, Elisa Senß und Jill Bayings. Außerdem konnte Ivana Ferreira Fuso von Manchester United ausgeliehen werden, die 21-jährige brasilianische Nachwuchs-Nationalspielerin dürfte Fans des SC Freiburg bekannt sein, von wo aus sie über Basel in die Women’s Super League wechselte.

Die Leverkusenerinnen starten im DFB-Pokal am Sonntag, dem 11. September um 14 Uhr gegen den TSV Jahn Calden aus der Regionalliga Süd in die Saison und treffen im ersten Ligaspiel auswärts auf den MSV Duisburg.


SGS Essen: Sturmhoffnung aus England

In der letzten Saison wurde es für die SGS Essen in Sachen Abstiegsgefahr in der Rückrunde eng. Während vorne die Chancenverwertung nicht immer passte, kassierten die Essenerinnen hinten teils einfache Gegentore. In der Transferphase lag der Fokus vor allem auf der Offensive, gleich vier neue Offensivspielerinnen wechselten ins Ruhrgebiet.

Darunter mit Ramona Maier Ingolstadts Torschützenkönigin der vergangenen Zweitliga-Saison, Rückkehrerin Annalena Rieke vom FSV Gütersloh, Natasha Kowalski aus Wolfsburgs Zweitvertretung und Maria Edwards aus dem Nachwuchsbereich von Manchester United. Die 19-jährige sollte bereits in der Vergangenheit zum Verein kommen, der Transfer fiel dann aber wegen Covid ins Wasser.

In der Vorbereitung zeigte sich Edwards vor allem in Verbindung mit Vivien Endemann spielfreudig und die Ergebnisse waren bis auf eine Niederlage gegen PSV Eindhoven positiv. Im letzten Testspiel gegen Ajax Amsterdam, das immerhin Eintracht Frankfurt aus der Champions League Qualifikation kegelte, gab es ein 4:4.

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Ansonsten kam mit Anja Pfluger eine erfahrene Mittelfeldspielerin und eine weitere Option für die Abwehr in Person von Elze Huls von SC Heerenveen. Neben den Abgängen von Laurier, Bayings und Senß in Richtung Leverkusen schmerzt aus sportlicher Sicht vor allem der Abgang von Carlotta Wamser zu Eintracht Frankfurt. Außerdem wechselte Estelle Laurier in die 2. Französische Liga zum FC Metz.

Im Pokal geht es für Essen zunächst zur ATS Buntentor, das erste Ligaspiel ist direkt ein richtiger Kracher. Am 17. September nämlich spielt die SGS auswärts beim VfL Wolfsburg.