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·29 Agustus 2025

Mist! Ich glaub‘, ich mag den HSV plötzlich

Gambar artikel:Mist! Ich glaub‘, ich mag den HSV plötzlich

Unzählige Menschen haben mich in den letzten zehn Jahren gefragt, was ich gegen den HSV habe. Ich konnte nie eine passende Antwort finden. Denn eigentlich hatte ich nie was gegen den Hamburger SV. Es war nur so, dass das meiste, das der HSV tat, an der Grenze zur Lächerlichkeit angesiedelt war, und ich meine das Gebiet HINTER der Grenze.

Der HSV war das Verkehrsministerium des Fußballs. Versagerklub, peinlicher Klub. Hatte das Glück eines Donald Duck und kam sympathisch rüber wie Gustav Gans.


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Heute ist alles anders.

Aber erstmal kam der Abstieg, und es wurde schlimmer: Personalentscheidungen, die keiner verstand, ein Schuldenberg, an dem sogar ein Tour-de-France-Sieger im ersten Gang scheitern würde, seltsame Spieler sowie penetrant verdientes Nichtaufsteigen unter grundlos selbstbewusster Führung.

Ich mochte den HSV nicht, weil er das meiste falsch machte, während seine Fans ständig überlegten, wann denn wohl das nächste Europapokalfinale mit HSV-Beteiligung stattfinden könnte – in zwei oder erst in drei Jahren? Mit Lasogga in der Startelf natürlich.

Als HSV-Bashing Volkssport wurde

So kam es, dass HSV-Bashen irgendwann nicht mehr mein Spezialgebiet war, sondern Volkssport wurde.

Und jetzt das: Always Hamburg.

Ich meine die sechsteilige Doku, die gerade in der ZDF-Mediathek läuft und vom Aufstieg handelt.

Beim Durchschauen ist mir erst richtig aufgefallen, dass der aktuelle HSV quasi nichts mehr mit dem alten zu tun hat – personell teilweise schon, inhaltlich-strukturell nicht mehr. Auf einmal ergibt alles Sinn, was ab 2024 gemacht wurde. In Folge vier dachte ich: Mist, ich glaube, ich mag plötzlich den HSV!

In Folge sechs kämpfte ich mit den Tränen – diesmal aus Rührung und nicht wie früher, weil ich so hart über den HSV lachen musste.

Gambar artikel:Mist! Ich glaub‘, ich mag den HSV plötzlich

Ich erspare euch Details, schaut es euch selbst an, es lohnt sich. Das Trainerteam um den auch von mir gründlich unterschätzten Chefcoach Merlin Polzin und einige Spieler aus der Mannschaft, vor allem der von mir bis kürzlich chronisch abgelehnte Davie Selke – unerwartet hatte alles, was sie taten, Hand und Fuß.

Und dann ist da ja noch Stefan Kuntz, Europameister. Er hatte schon mal in einer HSV-Situation geliefert: Im Halbfinale der EM 1996, als England im Wembleystadion vor 70.000 austickenden Engländern 1:0 gegen das DFB-Team führte und das Spiel den Bach runterzugehen drohte, machte er den Ausgleich – Deutschland gewann im Elfmeterschießen. Natürlich traf Kuntz auch da.

Als der Sportchef 2024 vom HSV verpflichtet wurde, hatte ich schon den Gedanken: Okay, jetzt könnte es was werden mit dem Wiederaufstieg.

Doku-Produktion gehört zu den besten in Deutschland

Die Doku von Regisseur Tom Häussler, produziert von OMR-Frames, erklärt sehr gut, wie das Unglaubliche wahr wurde. Sie ist besser als so einige deutsche Produktionen, die ich gesehen habe, und ich habe viele gesehen.

Ich kann mich an keine Fußballdoku erinnern, die so „ungeschminkt“ und ehrlich ist und bei der so viel hinter eigentlich verschlossenen Türen gefilmt werden durfte. Bei der so viele Emotionen rauskamen, und zwar ungefiltert (obwohl der Klub natürlich das Ganze freigegeben hat).

Der HSV, der heute gegen den FC St. Pauli sein erstes Bundesligaheimspiel seit 2666 Tagen bestreitet, ist jetzt wieder Erstligist. Nicht, weil man endlich mal ein bisschen Glück hatte, sondern weil es verdient ist. Es ist schon so: Man kann diesen HSV wieder mögen.

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