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·28 March 2025
Aufstiegscheck vor dem Zweitliga-Endspurt: Form, Restprogramm & mehr!

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·28 March 2025
Die Länderspielpause ist vorbei! Heute nimmt die 2. Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder auf. Ab jetzt heißt es also: Acht Wochen, noch acht Spieltage und dann steht fest, welche Teams in der kommenden Saison zum Oberhaus des deutschen Fußballs gehören werden. Als wäre das noch nicht aufregend genug, könnte das Rennen um den Aufstieg kaum spannender sein. Sechs, ja wenn nicht sogar neun Mannschaften kämpfen um einen der heiß begehrten ersten drei Plätze der Liga.
Wie sind die Teams in Form? Wer hat das vermeintlich einfachste Restprogramm, für wen könnte es nochmal richtig schwierig werden? Schafft es der Hamburger SV etwa in diesem Jahr, endlich wieder aufzusteigen? 90PLUS stellt den großen Aufstiegscheck zum bevorstehenden Zweitliga-Endspurt an!
Die Pole Position gehört aktuell dem Hamburger SV. 48 Punkte schmücken das Konto des Teams von Cheftrainer Merlin Polzin, der mittlerweile schon seit vier Monaten bei den Rothosen an der Seitenlinie steht. Die Bilanz unter seiner Leitung lässt sich sehen: 13 Pflichtspiele, nur eine Niederlage. Regelmäßig fährt der HSV überzeugende Siege ein, erst am vergangenen Spieltag hat man auswärts beim Konkurrenten aus Magdeburg mit 3:0 gewonnen.
Doch bekanntlich ist ja nicht immer alles Gold, was glänzt. Vier dieser letzten 13 Partien haben die Hamburger unentschieden gespielt. Vor allem fällt auf, dass der Nord-Gigant gegen abstiegsbedrohte Teams ungewöhnlich oft schwächelt. So gab es beispielsweise in Ulm nur ein 1:1-Remis, auch beim SSV Jahn Regensburg kam man nicht über dieses Ergebnis hinaus. Hauptsächlich kommt der HSV also scheinbar ins Stolpern, wenn ein Auswärtsspiel bei Teams aus dem unmittelbaren Abstiegskampf ansteht.
(Photo by Ronny Hartmann/Getty Images)
Eine solche Aufgabe erwartet die Rothosen im restlichen Saisonverlauf zwar nicht mehr, dennoch stehen dem so heiß ersehnten Aufstieg gerade auf fremdem Terrain noch ernstzunehmende Hürden im Weg. In der nächsten Woche reist die Polzin-Elf nach Nürnberg, ehe man am 19. April wiederum auf Schalke zu Gast ist. Und doch ist das Restprogramm der Hanseaten human: Alle Gegner, auf die der Verein in den letzten sechs Spielen der verbleibenden Saison treffen wird, stehen aktuell in der unteren Hälfte des Tableaus. Es könnte also dieses Jahr wirklich passieren! Aber der Frühling fängt ja jetzt erst an.
Hinter dem HSV reiht sich mit dem 1. FC Köln eine weitere echte Größe der deutschen Fußballkultur ein. Auch die Domstädter möchten nach dem Abstieg im letzten Jahr unbedingt wieder in der Bundesliga spielen. Den Hamburgern ist der Effzeh dicht auf den Fersen. Bisher haben die Kölner 47 Zähler eingefahren. Dabei wählt Chefcoach Gerhard Struber offenbar einen gänzlich anderen Ansatz, als es Polzin in Hamburg tut: Pragmatismus.
In jeglichen Tippgruppen ist es wohl die beste Option, schlichtweg auf einen 1:0-Sieg für den Effzeh zu setzen – das bedeutet in etlichen Fällen viele Punkte! Köln hat in der laufenden Spielzeit zehn seiner 14 gewonnenen Duelle nur mit einem Tor Differenz für sich entschieden. Das zeugt einerseits natürlich von beachtlicher Effizienz, doch andererseits bietet diese Spielphilosophie vermeidbare Risiken. Die Domstädter kriegen es daher oft nicht hin, ihre Spiele eigenständig zu entscheiden. Späte Gegentreffer wie gegen Düsseldorf (90. Minute, Endstand 1:1), die wichtige Punkte kosten, sind die Folge.
(Photo by Neil Baynes/Getty Images)
Auch fällt auf, dass die Kölner gegen direkte Konkurrenten immer wieder Zähler liegen lassen. Das Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV ging mit 0:1 verloren, auch dem 1. FC Magdeburg unterlag man zuletzt deutlich mit 0:3. Das sollte sich schleunigst ändern, denn auf den letzten Metern der Saison spielt der Effzeh unter anderem noch gegen Paderborn, Hannover und Kaiserslautern. Den Aufstieg in die Bundesliga hat Köln demnach in der eigenen Hand: Gewinnt man diese Spiele, so hält man gleichzeitig die Mitbewerber fern und baut im Umkehrschluss seinen Vorsprung in der Tabelle aus.
Genauso spannend geht es hinter den beiden Aufstiegsrängen zu. Vier Mannschaften, die im Handumdrehen auch nach ganz oben vordringen könnten, dürfen sich in jedem Fall Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen. Momentan steht der SC Paderborn mit 45 Punkten auf diesem Rang. Es folgen der 1. FC Kaiserslautern (43 Punkte), der 1. FC Magdeburg (42 Punkte) und Hannover 96 (42 Punkte). Dreimal kommt es zwischen diesen Teams im restlichen Saisonverlauf noch zu einem direkten Duell.
Die vier Klubs bringen allesamt ihre individuellen Stärken mit. Paderborn und Kaiserslautern fuhren in der Rückrunde bisher beispielsweise 17 Punkte ein, was den dritten und vierten Platz in der Tabelle seit dem 18. Spieltag bedeutet. Dies bestätigt ihre Konstanz. Magdeburg hingegen ist mit sechs Zählern Vorsprung klarer Spitzenreiter in der Auswärtstabelle. Hannover zeigt sich wiederum immer wieder heimstark und hat über die gesamte Spielzeit gesehen die zweitmeisten Zähler im eigenen Stadion erwirtschaftet.
(Photo by Ulrich Hufnagel/IMAGO)
Mit Blick auf die restlichen Aufgaben dieser Mannschaften wird das Rennen um den möglichen Aufstieg noch interessanter. Betrachtet man jeweils den aktuell durchschnittlichen Tabellenplatz der verbleibenden Gegner, so ergibt sich aus objektiver Sicht eine vielversprechende Konstellation: Den SCP, also den derzeit Bestplatzierten dieser Klubs, erwischt jene Statistik auf dem Papier am härtesten. Die übrigen acht Kontrahenten der Paderborner stehen im Schnitt auf Rang 8,5. Es folgen Kaiserslautern mit einem Wert von 9 und Hannover mit 10,25. Magdeburg hat mit 10,63 die vermeintlich einfachsten Aufgaben vor der Brust. Es kann also noch alles passieren!
Und selbst dahinter ist es weiterhin richtig knapp. Der 1. FC Nürnberg (41 Punkte), Fortuna Düsseldorf (41 Punkte) und auch die SV Elversberg (40 Punkte) lauern in aussichtsreicher Position. Es ist in jedem Fall denkbar, dass diese Klubs sich in den verbleibenden acht Wochen der Saison nochmals in das Rennen um die Relegation hineinkämpfen. Dafür spricht: Jedes Rückrunden-Duell zwischen diesen drei Mannschaften steht noch aus. Sollte es also einem Team gelingen, gleich beide Kontrahenten zu besiegen, könnte das in wertvoller Punktausbeute resultieren.
Vor allem die Clubberer gilt es dabei nicht zu unterschätzen. Die Mannschaft von Cheftrainer Miroslav Klose ist das zweitstärkste Team der gesamten Rückserie. Ganze 19 Zähler sicherte sich der FCN in den seither absolvierten neun Partien. Nur der HSV konnte in dieser Zeit einen Punkt mehr einfahren. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass die Nürnberger in den ausstehenden Spielen sowohl noch gegen die Top-4 der Tabelle als auch eben gegen Düsseldorf und Elversberg gefordert sind. Das Restprogramm der beiden Letztgenannten liest sich allerdings im Ganzen nicht bedeutend einfacher.
(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)
Uns erwartet also definitiv ein hochspannendes und in erster Linie kaum vorhersehbares Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Ein Patzer, eine Überraschung kann die Ausgangspositionen der involvierten Teams sofort komplett verändern – und das wahrscheinlich über acht Wochen hinweg. Es wird für die Mannschaften folglich darauf ankommen, dieser extremen Dynamik durch konzentriertes Handeln zu entgehen. Denn Fehler darf man sich nicht erlauben, sofern man nächstes Jahr dem Oberhaus angehören möchte. Wer die verbleibenden Spieltage konstant meistert, hat unabhängig von Restprogramm und aktueller Form womöglich die besten Chancen auf den Aufstieg.
(Photo by Oliver Ruhnke/IMAGO)