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Moritz Oppermann·3. Dezember 2023

đŸ€” Wie konnte das passieren? Ein Ballon d’Or-Gewinner hinter Gittern

Artikelbild:đŸ€” Wie konnte das passieren? Ein Ballon d’Or-Gewinner hinter Gittern

Es ist Montagmorgen. Dein Wochenende war viel zu kurz, dein Kaffee viel zu dĂŒnn und auf der Arbeit herrscht schon wieder reinstes Chaos. Nach gefĂŒhlt zehn Minuten hast du schon wieder Hunger und erst recht keine Lust mehr die ganzen Menschen am Flughafen und ihre Ausweise zu kontrollieren. Kurz bevor du dir eine billige Ausrede ĂŒberlegt hast, um eine Kippen-Pause einlegen zu können, passiert es. Ronaldinho steht vor dir. Seines Zeichens brasilianische Fußball-Legende.

Als passionierter Fußball-Fan nimmst du freudestrahlend seinen Ausweis in die Hand und brennst wĂ€hrenddessen schon darauf, ihn nach einem Foto zu fragen. Doch dann, der Plot Twist. Ronaldinho ist gar kein Brasilianer. Du hast es vor dir, schwarz auf weiß. Laut seinem Reisepass stammt der Ballon-d‘Or-Gewinner aus Paraguay. Stunden spĂ€ter sollte unter anderem die ‚Bild‘-Zeitung titeln: „Ronaldinho wegen gefĂ€lschtem Pass in U-Haft.“ Und du, sowie die ganze Fußball-Welt fragt euch – wie zur Hölle konnte das passieren?


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Gute Frage! Fernab davon, ob der Sicherheitsbeamte, der den Brasilianer zusammen mit seinem Bruder Roberto de Assis Moreira am 06.03.2020 AsunciĂłn (Paraguay) wegen eines gefĂ€lschten Reisepasses festsetzte, am Morgen wirklich einen dĂŒnnen Kaffee hatte, tischen wir euch wirklich kein LĂŒgenmĂ€rchen auf! Es ist wichtig das an der Stelle nochmal zu betonen: Denn wie konnte Ronaldinho wirklich denken, dass er mit dieser Nummer nicht auffliegt?

Grundlos verhaftet?

WĂ€re der Gute irgendein Z-Promi aus dem Sommerhaus der Stars – okay. Wir sprechen hier allerdings von einem brasilianischen Weltmeister. Einem zweifachen Weltfußballer, Champions-League-Sieger und langjĂ€hrigem AushĂ€ngeschild des FC Barcelona.

Die Legende hat schlappe 74, 8 Millionen Follower auf ‚Instagram‘ (Stand 01.12.2023). Vielleicht gab sich Ronaldinhos Anwalt auch deshalb verwundert, ob der Verhaftung seines Mandanten: „Ich kenne den Grund fĂŒr die Festnahme nicht.„ Sie sei angeordnet worden „von einem Staatsanwalt, der nicht an dem Fall beteiligt ist„. Die Inhaftierung sei „seltsam, wir wissen nichts„, so sein Anwalt laut ‚kicker‚.

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Kurios: Beim Flugantritt in SĂŁo Paulo waren sowohl der ehemalige Weltstar, als auch sein Bruder noch mit den korrekten Papieren unterwegs. Erst bei der Ankunft, so die ErklĂ€rung, seien ihnen die gefĂ€lschten Papiere „geschenkt“ worden. „Wir waren völlig ĂŒberrascht zu erfahren, dass die Dokumente nicht legal waren„ so Ronaldinho kurz nach seiner Festsetzung. Hmm, klingt irgendwie alles komisch.

Die paraguayische Staatsanwaltschaft argwöhnte ebenfalls. Wenige Tage nach der Einreise wurden die beiden BrĂŒder dann letztlich in U-Haft genommen. Der Vorwurf: Verwicklung in GeldwĂ€sche und Korruption (Quelle: ‚Sport1‘). Es half alles nichts, Ronaldinho musste tatsĂ€chlich hinter Gitter. Dort machte er dann einfach das, was er schon immer am besten konnte – Fußball spielen.

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Wieder kein Witz: Ronaldinho zockte regelmĂ€ĂŸig mit seinen Mitinsassen. Bei einem Knastspiel gegen die WĂ€rter brillierte das Offensiv-Ass besonders. Der damals 39-JĂ€hrige steuerte fĂŒnf Tore und sechs Vorlagen beim 11:2-Sieg seines Teams bei. Auch sonst schien es dem Rechtsfuß gut ergangen zu sein: „Alle Leute, mit denen ich Kontakt hatte, sind mir mit Freundlichkeit begegnet. Ich habe seit dem ersten Tag die WĂ€rme, Zuneigung und Respekt aller Paraguayer gespĂŒrt. Ich bin sehr dankbar.“

Ach, diesem Jungen mit dem ikonischen LĂ€cheln ist die Lebensfreude auch einfach nicht zu nehmen. Mit einer „kleinen“ Zahlung von 1,3 Millionen Euro, wie die ‚Bild‘ schrieb, konnten Ronaldinho und sein Bruder das GefĂ€ngnis nach 61 Tagen verlassen. Anschließend ging es noch bis August in den Hotel-Hausarrest, ehe das BrĂŒder-Paar das Land verlassen durfte. Ronaldinhos Auflage fĂŒr die Zukunft: FĂŒr ein Jahr in Brasilien alle drei Monate vor einem Richter erscheinen.

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Übrigens bis zum heutigen Tage ist die Schuldfrage nicht wirklich geklĂ€rt. Und auch wenn die Tatsache, dass dem Brasilianer im November 2018 seine ReisepĂ€sse aufgrund fehlender Strafzahlungen entzogen worden war, ihn nicht unbedingt unschuldiger wirken lĂ€sst, ist es immer noch Ronaldinho. Eine Fußball-Legende, die uns auch nach seiner Karriere immer wieder noch verblĂŒfft.