Wie Götze 2014: Dieser DFB-Star muss gegen Spanien besser sein als Messi | OneFootball

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Max von Stuckrad-Barre·25. November 2022

Wie Götze 2014: Dieser DFB-Star muss gegen Spanien besser sein als Messi

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Man muss sich das mal vorstellen: Da hat man schon die Hosen voll wie noch nie, weil man gleich in einem verdammten Weltmeisterschaftsfinale eingewechselt werden soll, und dann hat Jogi Löw die Nerven, einem nochmal eben schnell ins Ohr zu hauchen: „Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi.“



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Viele Reaktionen, inklusive tatsächlichem In-die-Hose-machen, wären in einem solchen Moment vertretbar und auch über ein vorsichtig nachfragendes „Äh, sag mal, Trainer, geht’s dir gut?“, hätte Jogi Löw sich nicht wundern dürfen. Mario Götze reagierte trotzdem lieber so:

In der 113. Minute schoss der damals 22-Jährige Deutschland im Finale von Rio zum Weltmeisterschaftstitel und machte sich unsterblich.

Und dann? War Mario Götze natürlich nicht besser als Messi. Weil er die astronomisch große Erwartungshaltung  nicht erfüllen konnte, viel Pech mit der Gesundheit hatte und sowieso niemals irgendjemand besser sein wird als Lionel Messi. Aber darum geht es hier auch gar nicht.

Es geht um das emotionale Besser-sein-als-Messi. Es geht darum, Fans in bestimmten Momenten in dem größenwahnsinnigen Glauben zu lassen, den besten Spieler in den eigenen Reihen zu haben. Also darum, Fußballherzen so hoch schlagen zu lassen, dass sie gegen den Verstand gewinnen.

Dafür muss man nicht wirklich besser sein als Messi, aber trotzdem ziemlich gut. Womit wir bei Jamal Musiala wären. Und der ist nicht nur ziemlich gut, sondern fußballerisch vielleicht sogar das größte deutsche Talent aller Zeiten und mit seinem Spielwitz der große Hoffnungsträger im vielleicht schon entscheidenden Gruppenspiel gegen Spanien. Was bleibt auch sonst angesichts einer derart aussichtslos wirkenden Situation. Zu wackelig die Abwehr, zu abschlussschwach die Offensive.

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In der laufenden Saison verknotet der 19-Jährige mit lange nicht gesehener Leichtigkeit Verteidiger-Beine, als wären es die eigenen Schnürsenkel. Gepaart mit der gnadenlosen Effektivität von 16 Torbeteiligungen in 14 Bundesliga-Spielen kann man den Bayern-Youngster schon jetzt zu den komplettesten Kickern im DFB-Kader zählen. Gegen Japan war er ein absoluter Aktivposten und soll das nun auch gegen Spanien sein. Am besten gekrönt durch den Siegtreffer.

Lothar Matthäus brachte es bereits vor der WM ganz gut auf den Punkt: „Musiala ist der größte Hoffnungsträger für den deutschen Fußball.“

Womit wir auch schon wieder zurück bei Mario Götze wären. Denn genau wie Götze 2014 das größte Versprechen im deutschen Kader war, wird man gegen Spanien und eventuell im weiteren Turnierverlauf in Erwartung der richtig besonderen Momente zu Jamal Musiala gucken.

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Für alle um ihn herum gilt es nun, nicht die gleichen Fehler wie 2014 zu machen. Denn Jogi Löw weiß, dass er Götze damals mit seinem Besser-als-Messi-Satz keinen Gefallen getan hat. Jahre später gestand der Weltmeister-Trainer, „Mario nicht unbedingt geholfen“ zu haben, indem er den Satz öffentlich gemacht habe.

Wenn Hansi Flick Jamal Musiala vor einem entscheidenden Moment dann also noch etwas zuflüstern will, sollte er es uns danach vielleicht lieber nicht verraten.

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