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Annika Becker·6. Juli 2022

Wer sind die EM-Stars? Englands superschneller Shootingstar

Artikelbild:Wer sind die EM-Stars? Englands superschneller Shootingstar

Wenn sie ins Dribbling geht, geht ein Raunen durchs Stadion: Lauren Hemp von Manchester City wurde von ihren Kolleginnen in der WSL bereits vier Mal zur besten Nachwuchsspielerin gewählt. Die erst 21-Jährige ist schon jetzt eine echte Unterschiedsspielerin.


Den Großteil ihrer Jugend spielte Lauren Hemp für Norwich City, von dort wechselte sie zunächst zu Bristol City, wo sie im Alter von 16 Jahren ihr Profidebüt in der ersten englischen Liga gab. Zwei Jahre später kam dann gleich der große Sprung zu Manchester City. In England ist sie längst ein Star, die EM wird jetzt aller Voraussicht nach ihr endgültiger Durchbruch auf der internationalen Bühne sein.

Kurios und unglücklich war in dem Zusammenhang, dass es bis vor Kurzem nicht möglich war, beim Trikothersteller der Lionesses einen Flock mit ihrem Namen zu bekommen, inzwischen wurde dies behoben. Die Spielerin selbst nimmt all den Trubel um ihre Person gelassen: Der Druck mache ihr nichts aus, am Ende würde sie dadurch nur noch besser. „Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht! Klar hätte ich mich über das Etihad gefreut, aber das Old Trafford muss reichen“, so Hemp grinsend im Interview mit den Verbandsmedien.

Hemps Spielweise ist spektakulär, sie ist sehr schnell und führt den Ball beim Dribbling eng bei sich, das macht sie im Eins-gegen-Eins schwierig zu stoppen. Das zeigen auch die statistischen Werte aus der Women’s Super League, denn Hemp ist die erfolgreichste Dribblerin der Liga. Am liebsten zieht sie vom linken Flügel nach innen, bis in den Sechzehner, dort sucht sie mit ihrem starken linken Fuß den Abschluss.

Sie ist aber eine genauso gute Vorlagengeberin. Wettbewerbsübergreifend hat Hemp in der vergangenen Saison in 49 Spielen satte 48 Torbeteiligungen gesammelt, davon 28 eigene Tore. Rein in der Liga sind es in 22 Partien zehn Tore und sieben Vorlagen, mit denen sie Stürmerin Ellen White regelmäßig in Szene setzte.

Im englischen Angriff gibt es unter Sarina Wiegman sehr viel Bewegung, die verschiedenen Spielerinnen tauschen zeitweise ihre Positionen. Sie versuchen auch häufig in bestimmten Bereichen um den gegnerischen Strafraum Überzahl zu schaffen. Das führt dann zum Beispiel dazu, dass Hemp hin und wieder auch auf dem rechten Flügel oder im rechten Halbraum auftaucht, von dort aus kurz das Tempo anzieht und dann scharf flankt.

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Wiegman hat den Engländerinnen eine gewisse Ruhe am Ball vermittelt. Anders als bei den Spanierinnen geht es nicht um Ballbesitz um des Ballbesitzes willen, es soll vielmehr auf den richtigen Moment gewartet werden. Das sieht nach knapp einem Jahr unter der neuen Trainerin schon sehr gut, manchmal aber noch etwas umständlich aus. Lauren Hemp ist mit ihren Fähigkeiten und ihrem Drang zum Tor eine Spielerin, die diese Muster auch mal aufbrechen kann.

Besonders in engen Partien gegen Gegnerinnen, die gekonnt und tief verteidigen, können ihre Tempodribblings wertvoll sein. Schwierigkeiten hat sie manchmal noch, wenn sie stark unter Druck gesetzt und von ihren Mitspielerinnen isoliert wird. Hemp auf diese Art zu verteidigen, ist allerdings riskant, das Timing muss genau stimmen. Die EM jedenfalls kommt für die ehrgeizige Hemp zum genau richtigen Zeitpunkt, um sich durch die Erfahrung auf höchstem Level noch weiter zu verbessern.