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Annika Becker·29. Juni 2022

Wer sind die EM-Stars? Das ist Dänemarks engagiertes Vorbild

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Bis zum Anpfiff der EM am 6. Juli stellen wir dir jeden Tag eine besondere Spielerin dieser Europameisterschaft vor. Heute geht es um die Dänin Pernille Harder, die nicht nur den Wolfsburgerinnen bestens bekannt sein sollte. Bei ihrem Ex-Verein gelangen Harder in 75 Bundesligaspielen 68 Tore und 33 Vorlagen. Vorneweg gehen die Angreiferin und ihre schwedische Partnerin Magdalena Eriksson auch als Vorbilder neben dem Spielfeld.


„Als wir ein Paar wurden, wussten die meisten im Team das, da mussten wir nichts zu sagen. Aber das Bild bei der WM, als wir uns küssten und jemand das fotografierte, das ging um die ganze Welt“, sagte Pernille Harder im Dezember 2021 in einem gemeinsamen Video mit Magdalena Eriksson des FC Chelsea. Die große Aufmerksamkeit auf dieses Foto habe den beiden zu verstehen gegeben, dass sie Vorbilder gebraucht würden, weil leider nicht alle Menschen das Privileg haben, einfach so out leben zu können.

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Harder und Eriksson sind seit 2014 ein Paar. Neben den beiden gibt es eine ganze Reihe outer Profi-Spielerinnen, bei der diesjährigen EM sind es so viele wie noch nie, aber nur wenige nutzen ihr öffentliches Auftreten so sehr wie die zwei Chelsea-Stars für Aktivismus.

Sei es durch Paar-Fotoshootings, um solche Bilder zu normalisieren, Teilnahmen an Konferenzen des Fare-Networks oder geöffnete private Nachrichtenkanäle in den sozialen Medien am Valentinstag für Fans, die sonst vielleicht mit niemandem sprechen können. Beide sind außerdem Mitglied der Initiative Common Goal und spenden jeweils ein Prozent ihres Einkommens für soziale Projekte.

Keine Fernbeziehung mehr führen zu müssen war einer der Gründe für Harders Wechsel von Wolfsburg zu Chelsea im Jahr 2020, bei ihrem Transfer ist die bisher größte Ablösesumme von 330.000 Euro gezahlt worden. Ein anderer Grund war das Verlangen nach einer größeren sportlichen Herausforderung, um sich weiterentwickeln zu können. Das ist Pernille Harder auf jeden Fall gelungen.

Nachdem sie sich zunächst an neue Anforderungen unter Trainerin Emma Hayes gewöhnen musste, ist sie jetzt noch flexibler im Angriff und eher hinter der eigentlichen Stürmerin Sam Kerr unterwegs. Ihre direkten Scorer-Beteiligungen sind im Verhältnis weniger geworden, sie ist dafür jetzt eine der Lenkerinnen von Chelseas Angriffen.

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In dieser Saison war sie durch die anderen Spielerinnen der WSL für den Professional Footballers‘ Association (PFA) Player-of-the-Year-Award nominiert. Im dänischen Nationalteam ist das ähnlich, auch dort leitet sie das Spiel durch ihre Bewegungen auf dem Feld und trägt zudem die Binde.

„Pernille ist keine typische Kapitänin, sie bleibt eigentlich gerne im Hintergrund. Aber sie ist in diese Rolle hineingewachsen und ist eine fantastische Anführerin für die anderen“, so Dänemarks Nationaltrainer Lars Søndergaard im Interview mit dem Podcast ‚Their Pitch‘. „Als Trainer habe ich vorher noch nie mit einem Spieler oder einer Spielerin zusammengearbeitet, die so viel über Fußball weiß. Ich denke, sie wird irgendwann in der Zukunft auch mal eine großartige Trainerin werden.“

Dänemark spielt häufig im 3-4-3 und hat viele technisch versierte Spielerinnen in den eigenen Reihen, die ein Spiel schnell machen können. Die Däninnen sind aggressiv im Pressing, können sich aber auch durch ein gegnerisches Mittelfeld spielen. Beim für beide Seiten ersten EM-Spiel gegen Deutschland am 8.7. könnte das zu einer offenen Partie führen, zu einem Aufeinandertreffen von Pernille Harders Däninnen und Magdalena Erikssons Schwedinnen kann es unter bestimmten Voraussetzungen übrigens frühestens im Halbfinale kommen.