Was macht der denn? Pep Guardiolas "bester IV", Meme zwischen den Pfosten | OneFootball

Was macht der denn? Pep Guardiolas "bester IV", Meme zwischen den Pfosten

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Matti Peters

Aus den Augen, aus dem Sinn? Genau diesem Phänomen wollen wir mit unserem Format „Was macht der denn?“ entgegenwirken und dir wöchentlich zeigen, was der eine oder andere alte Bekannte aus dem deutschen Profifußball so treibt.

Loris Karius (Liverpool FC)

Wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann, hat Loris Karius auf die harte Tour lernen müssen. Die beiden Patzer im Champions-League-Finale 2018 hat man ihm in Liverpool nicht vergeben und im gnadenlosen World Wide Web zu einem Meme zwischen den Pfosten gemacht.

Es war sein letzter Auftritt für die Reds. Es folgten Leihstationen bei Besiktas und zuletzt bei Union Berlin. In Istanbul löste er seinen Vertrag aufgrund ausgebliebener Gehaltszahlungen eigenständig auf und bei den Eisernen konnte er sich nicht für ein dauerhaftes Engagement empfehlen.

Seit vergangenem Sommer ist der Schlussmann zurück an der Anfield Road. Dort schwankt er zwischen Nummer vier und fünf in der internen Torhüter-Hierarchie des LFC. Spätestens im Sommer, wenn Karius‘ Vertrag in Liverpool ausläuft, werden sich die Wege trennen. Für Torwarttrainer John Achterberg wäre ein Abschied des Keepers im Winter allerdings sinnvoller.

„Es liegt an ihm, seinem Berater und dem Verein, eine Lösung zu finden, hoffentlich wird es in diesem Monat eine geben. Es hilft ihm nicht weiter, noch ein halbes Jahr rumzusitzen, ohne das Gefühl zu haben, wirklich für etwas zu kämpfen“, richtete der Niederländer gegenüber ‚The Athletic‘ klare Worte an Karius.

Er habe zwar viele Qualitäten, diese müsse er nun aber nutzen, um seine Karriere voranzutreiben, sagte Achterberg weiter. Zuletzt gab es Gerüchte um einen Wechsel nach Fürth. Der Tabellenletzte der Bundesliga verpflichtete jedoch den schwedischen Keeper Andreas Linde von Molde FK. Wo es den 28-Jährigen ab dem Sommer hinzieht


Holger Badstuber (vereinslos)

Pep Guardiola bezeichnete den Ex-Nationalspieler einst als „besten Innenverteidiger“, den er je hatte. Und er hatte zu diesem Zeitpunkt schon gewisse Herren wie Puyol, Piqué oder Boateng in seine Spielphilosophie eintauchen lassen. Letztlich hinterließ aber der Blondschopf aus Memmingen den besten Eindruck bei der Trainer-Ikone.

Eine dramatisch lange Verletzungshistorie verhinderte bekanntlich den Schritt zur Weltkarriere. Nach dem Missverständnis auf Schalke folgte noch einmal eine Phase beim VfB Stuttgart mit einigen Lichtblicken inklusive Aufstieg in die Bundesliga. Im folgenden Sommer wurde er allerdings in die Reserve des VfB degradiert. Nach einer Saison in der Regionalliga packte Badstuber erneut seine Koffer und schloss sich dem Schweizer Erstligisten FC Luzern an. Die Zusammenarbeit endete nach nur wenigen Monaten in einer beiderseitigen Vertragsauflösung. Und nun?

„Ich fühle mich aktuell sehr wohl in meinem Körper und halte mich fit. Mal schauen was noch kommt, aber ich habe ein gutes Gefühl“, gab sich der 32-Jährige im Interview mit ‚Sky‘ zuversichtlich. Eine Rückkehr in die Bundesliga schließt er allerdings aus: „Das waren ein paar Super-Zeiten, die ich sehr schätze, aber da habe ich einen Haken dran gemacht.“

Viel mehr schwebt ihm offenbar ein anderes Abenteuer vor. „Ich werde den Markt sachlich analysieren und sondieren. Mehrere Länder stehen in der Auswahl, aber Corona spielt dabei auch eine Rolle“, erklärte Badstuber. Zuletzt wurde über einen Wechsel in die USA spekuliert. Ende Februar startet die neue Saison der Major League Soccer.


Amadou Onana (OSC Lille)

Im letzten Jahr verpasste der Youngster mit dem Hamburger SV noch knapp den Aufstieg in die Bundesliga, im Februar tritt er mit seinem neuen Klub aus Lille in der Champions League gegen den Titelverteidiger Chelsea an. Der 20-Jährige benötigte etwas Zeit, um sich an die neuen Begebenheiten beim amtierenden französischen Meister zu gewöhnen.

„Es ist natürlich alles schneller und besser hier“, sagte er der ‚dpa‘ zum Unterschied zwischen der französischen Ligue 1 und der deutschen 2. Bundesliga.

„Bei allem Respekt vor meinen früheren Kollegen beim HSV. Hier wird schon ein anderer Fußball gespielt“, erklärte der Mittelfeldspieler, der beim HSV im Sommer 2020 seinen ersten Profivertrag erhielt und unter Trainer Daniel Thioune direkt zum Stammspieler avancierte.

Mittlerweile ist er bei den Bulldoggen fester Bestandteil und sowas wie der erste Wechselspieler von Jocelyn Gourvennec. In der Ligue 1 und der Königsklasse kam er immer wieder zu Kurzeinsätzen. Im Coupe de France erlebte er Anfang des Jahres eine Achterbahn der Gefühle. Über seinen Doppelpack gegen Lens konnte er sich nicht lange freuen, da Lille im Elfmeterschießen das Nachsehen hatte.

Seinen Ex-Kollegen aus Hamburg drücke er trotz des Wechsels die Daumen, damit es in diesem Jahr mit dem Aufstieg klappt. Die Rothosen konnten sich auch dank Onana über eine kleine Finanzspritze freuen. Durch Lilles Achtelfinaleinzug kassierte Hamburg eine erfolgsbedingte Prämie in unbekannter Höhe.