Was macht der denn? Leipzig-Flop in der 4. Liga, James rettet Leben | OneFootball

Was macht der denn? Leipzig-Flop in der 4. Liga, James rettet Leben

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Helge Wohltmann

Aus den Augen, aus dem Sinn? Genau diesem Phänomen wollen wir mit unserem Format „Was macht der denn?“ entgegenwirken und dir wöchentlich zeigen, was der eine oder andere alte Bekannte aus dem deutschen Profifußball so treibt.

Jean-Kévin Augustin (FC Nantes)

Dass sich RB Leipzig und Leeds United immer noch um eine Ablösezahlung von rund 21 Millionen Euro streiten, sagt viel aus über den Wert, der dem Stürmer vor einigen Jahren noch beigemessen wurde. Dass Leeds sich mit Haut und Haaren wehrt, die Summe zu bezahlen, gibt derweil einen Hinweis darauf, welche Entwicklung Augustin in der letzten Zeit genommen hat. Die Engländer hatten den heute 24-Jährigen im Januar 2020 ausgeliehen und sich auf eine Kaufpflicht eingelassen, die nach Ansicht der Leipziger auch gegriffen hat. Leeds sieht das anders.

Eine erste Instanz der Fifa hat den Leipzigern Recht gegeben, allerdings ist der Rechtsstreit noch lange nicht beendet. In den vergangenen Monaten gab es keinen neuen Stand. Augustin ist derweil längst weitergezogen. Ablösefrei ging es im Oktober 2021 zum FC Nantes. Dort lief es für ihn bisher allerdings kein Stück besser. Bis vor zwei Wochen hatte er es nicht ein Mal in den Kader der Franzosen geschafft. Stattdessen musste er vier Mal in der Zweitvertretung des Klubs antreten. In der vierten Liga.

Am vergangenen Wochenende wurde er dann erstmals für die Profis eingesetzt und durfte immerhin zehn Minuten gegen Nizza sammeln. Bleibt zu hoffen, dass das der Beginn eines Aufwärtstrends für Augustin ist und er bald wieder häufiger spielen darf.

Kai Wagner (Philadelphia Union)

In der MLS tummeln sich immer wieder deutsche Talente, die in ihrer Heimat keine großen Wellen geschlagen haben, dann aber in den USA auftrumpfen. Einer von ihnen ist Kai Wagner, der als Linksverteidiger sogar ins Allstar-Team gewählt worden ist und seinen Marktwert auf mittlerweile drei Millionen Euro steigerte. Kein Wunder, dass der 24-Jährige gerne zurück nach Europa wechseln möchte.

2019 hatte Ernst Tanner ihn von den Würzburger Kickers zu Philadelphia geholt. Für einen Spottpreis, wie Wagner ‚transfermarkt.us‘ erzählte: „Heute würde jeder über die geringe Ablösesumme lachen, die Tanner für mich bezahlt hat.“ Das bedeutet aber auch, dass der US-Klub einen hohen Gewinn einfahren würde, wenn er Wagner tatsächlich verkaufen sollte.

Interessenten sollte es genug geben, sind gute Linksverteidiger doch immer gefragt. Wenn es nach Wagner geht, soll es auch schon in diesem Winter mit einem Transfer klappen: „Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich in Europa spielen kann, und ich bin ehrlich genug, um zu sagen, dass ich es jetzt tun möchte. Außerdem möchte ich näher bei meiner Familie sein.“

James Rodriguez (Al Rayyan SC)

Bei Everton hatten sie nach einem Jahr keine Verwendung mehr für den Kolumbianer, der unter Carlo Ancelotti noch sechs Tore in 23 Spielen erzielt hatte. Nachfolger Rafael Benítez ließ James komplett außen vor, weshalb der (ehemalige) Weltstar die Zelte abbrach und nach Katar weiterzog.

Das langsamere Tempo und die geringere Notwendigkeit für Defensivarbeit kommen dem Spielmacher dort deutlich entgegen. James drehte in seinen ersten sieben Spielen gleich mächtig auf und sammelte sieben Scorerpunkte (drei Tore, vier Assists). Darunter ein sehenswerter Freistoßtreffer. Das brachte ihm sogar eine Einladung für die anstehenden WM-Qualispiele der kolumbianischen Nationalmannschaft ein, die nach null Toren aus den vergangenen fünf Pflichtspielen ein Fünkchen Kreativität gut gebrauchen kann.

Seine wichtigste Aktion zeigte James allerdings vor rund einer Woche, als sein Gegenspieler Ousmane Coulibaly einen Herzinfarkt erlitt und er dessen Kopf stabilisierte, um ihm das Atmen zu ermöglichen bis die Ärzte bei ihm eintrafen. Al-Wakrahs Mannschaftsarzt Mukhtar Shabaan bestätigte, dass James‘ Eingreifen dazu beigetragen habe, das Leben des 32-Jährigen zu retten.