REAL TOTAL
·31. August 2025
Vinícius: Der Freifahrtschein ist weg – und Rodrygo sitzt im Nacken

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·31. August 2025
Vinícius hat plötzlich Rodrygo als Herausforderer – REAL TOTAL-Grafik: Getty Images
MADRID. Es war einmal ein junger Mann, der Gott offensichtlich zum Lachen bringen wollte und ihm daher von seinen Plänen erzählte. Dieser junge Mann: Mesut Özil. Ende August 2013 hatte der Mittelfeld-Star von Real Madrid öffentlich zu verstehen gegeben, er werde bleiben. Fünf Tage später: Özil wechselt zum FC Arsenal.
Gibt es jetzt, zwölf Jahre später, einen ähnlich großen Deadline-Day-Verkauf bei den Königlichen? Vermutlich nicht, weil im Falle von Rodrygo Goes – er wäre der Kandidat dafür – inzwischen klar sein soll: Wenn nichts wirklich Außergewöhnliches mehr passiert, spielt er weiterhin in Spanien Fußball.
Zwar hat sich der Brasilianer bis dato nicht zu seiner Situation geäußert, Ähnlichkeiten zu Özil bestehen dennoch: Er steht durch neue Konkurrenz nicht mehr im Scheinwerferlicht, sitzt nur noch auf der Bank. Es wird getuschelt, Rodrygo habe seinen Stammplatz verloren, weil hinter den Kulissen etwas vorgefallen sei – wie einst zwischen Florentino Pérez und Özils Vater, als dieser es sich in Vertragsverhandlungen als Berater mit dem Präsidenten verscherzte. Der Auslöser für den plötzlichen London-Transfer.
Mit Arsenal wurde Rodrygo diesen Sommer übrigens immer wieder lose in Verbindung gebracht, als halbwegs realistische Wechsel-Option gilt mittlerweile bloß noch Manchester City. Zur Wahrheit gehört auch: Dass sich ein Wechsel – wohin auch immer – trotz der wochenlangen Spekulationen um einen Abgang nicht konkretisiert hat, liegt allen voran am Geld. Real wurde nachgesagt, eine satte Ablöse in Höhe von rund 100 Millionen Euro zu fordern, der 24-Jährige poche wiederum auf zehn Millionen Euro als Netto-Gehalt.
Rodrygo, Vertrag bis 2028, gegen Mallorca in Aktion – Foto: Francois Nel/Getty Images
Kurzum: Rodrygo wird aller Voraussicht nach auch die Saison 2025/26 bei dem weißen Ballett verbringen – und das in einer spannenden Rolle. Die Nummer 11 war von Carlo Ancelotti in der Regel stets als Rechtsaußen eingesetzt worden, Nachfolger Xabi Alonso verfolgt allem Anschein nach einen anderen Plan: Rodrygo als Positionskonkurrent von Vinícius Júnior.
In Abwesenheit des wohl bis Oktober fehlenden Jude Bellingham (nach Schulter-OP) setzt der Neu-Trainer bisher auf ein taktisches 4-3-3, in diesem möchte er bestenfalls auf dem linken Flügel einen Rechtsfuß und auf dem rechten Flügel einen Linksfuß agieren lassen. Die rechte Seite teilen sich Neuzugang Franco Mastantuono und der beidfüßige Brahim Díaz, die beiden Brasilianer sind für den linken Flügel vorgesehen.
Alonso am Freitag in der Pressekonferenz über Rodrygo: „Er hat auf verschiedenen Positionen seine Leistungen gezeigt. Ich denke, der linke Flügel ist eine sehr gute Position für ihn.“ Man darf erst einmal davon ausgehen, dass Rodrygo angesichts seiner verlorenen Rolle des absoluten Protagonisten und zur Doppelbesetzung der Positionen dort der Herausforderer bleibt – zumal Vinícius antastbarer geworden ist als in der Ancelotti-Ära.
Alonso hat trotz seiner erst kurzen Zeit an der Seitenlinie der Blancos schon demonstriert, vor dem amtierenden FIFA Weltfußballer keinen Halt zu machen. Das zeigte bereits das Halbfinale der Klub-Weltmeisterschaft gegen Paris Saint-Germain (0:4) auf, als der 43-jährige Spanier ihn zu jedermanns Verwunderung plötzlich auf die rechte Seite stellte, Kylian Mbappé dafür links spielte und Mittelstürmer Gonzalo García sich mit dem Brasilianer abwechselte. Das erinnerte an so manche Entscheidung von Zinédine Zidane, der sich als kein derart großer Vinícius-Förderer erwies, wie es Santiago Solari und Ancelotti waren.
In der neuen Saison wiederum hat der Südamerikaner unter Alonso bislang kein einziges Mal durchgespielt. Gegen den CA Osasuna (1:0) wurde er in der 78. Minute vor einem Mbappé ausgewechselt, als Alonso gerne noch das 2:0 erzielen wollte und dafür Gonzalo brachte. Gegen Real Oviedo (3:0) saß Vinícius plötzlich anstelle des in die Startelf berufenen Rodrygo 63 Minuten lang auf der Bank, obwohl diese Maßnahme aufgrund der fünf Tage zwischen den Spielen nicht zwingend nötig gewesen wäre.
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Und jetzt, am Samstag gegen den RCD Mallorca (2:1), war in der 72. Minute Schluss. Wieder vor einem Mbappé. Rodrygo ersetzte ihn und beackerte den linken Flügel – seine neben der Spielmacher-Rolle liebste und nun neue feste Position. Die dort sich wiederholenden Einsätze untermauern diese Annahme jedenfalls. Immerhin: Die Nummer 7 steht dennoch bereits bei drei Scorer-Punkten. Gegen Oviedo bereitete der Stürmer-Star als Joker ein Tor vor und netzte dann selbst auch noch, nun markierte er das 2:1.
Vinícius behält seine tragende Rolle im Team zwar unbestritten bei, genießt unter Alonso aber keine uneingeschränkte Sonderstellung und muss sich offensichtlich darauf einstellen, des Öfteren Teil des Rotationsprinzips zu sein. Konkurrenz belebt das Geschäft. Es sei denn, sie fällt wider Erwarten binnen weniger Tage jetzt doch noch weg, sollte auch der gläubige Rodrygo Gott von seinen Plänen erzählen …
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