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Annika Becker·21. Mai 2022

UWCL-Finale: Barça vs. Lyon, Titelverteidigerinnen gegen Rekordhalterinnen

Artikelbild:UWCL-Finale: Barça vs. Lyon, Titelverteidigerinnen gegen Rekordhalterinnen

Samstagabend um 19 Uhr steht das Finale von Turin an, der FC Barcelona spielt gegen Olympique Lyon, es ist die Wiederauflage des Endspiels von 2019. Während sich in Budapest Lyon klar mit 4:1 durchsetzte, gelten Barças Titelverteidigerinnen inzwischen als Favoritinnen. Wir blicken vor dem Spiel auf die Partie.


Erfolgsparade ist schon geplant

„Wir hätten gerne eine Revanche, aber darauf sind wir nicht fokussiert, wir wollen gewinnen, weil wir die Besten sein wollen“, sagte Aitana Bonmatí beim Medientag vor dem Spiel. Bisher konnte Barcelona die Gegnerinnen von Lyon noch nie besiegen, die Entwicklung der Katalaninnen in den letzten Jahren und die Leistungen über die gesamte Saison sprechen aber für eine Premiere im Finale gegen die Rekordtitelträgerinnen des Wettbewerbs.

Barcelonas Vereinspräsident Joan Laporta verabschiedete das Team am vergangenen Mittwoch mit einer Rede in Richtung Turin, für den Fall der erfolgreichen Titelverteidigung ist am Sonntag eine Parade durch die Stadt Barcelona geplant.

Spielerisch machten die Katalaninnen mit Trainer Jonatan Giráldez in dieser Saison genauso weiter, wie sie in der letzten Saison die UEFA Champions League gewannen: Mit ausgefeiltem Positionsspiel voller Rochaden auf den Flügeln, einer sehr offensiv agierenden Abwehr, die sich immer wieder in die Angriffe mit einschaltet und allgemein herausragender Technik.

Wettbewerbsübergreifend gab es in dieser Saison nur 20 Gegentore in 45 Partien, aber in den Spielen gegen Real Madrid und den VfL Wolfsburg gab es seltene Momente von Anfälligkeit in der Defensive. Das 0:2 gegen Wolfsburg im Halbfinale war die einzige Niederlage in dieser Saison. Demgegenüber stehen bei Lyon wettbewerbsübergreifend 21 Gegentore in 34 Spielen und drei Niederlagen u.a. gegen Bayern München und Juventus Turin.

Möglichkeiten für Lyon

Durch Barcelonas sehr offensiv spielenden Verteidigerinnen gibt es Platz im Rücken der Abwehr und sowohl Real als auch der VfL schafften es gelegentlich durch Pressing Ballgewinne im zentralen Mittelfeld zu erzwingen. Für Olympique Lyon unter Sonia Bompastor könnte hier einer der Schlüssel zum Erfolg liegen, wenn es ihr und ihrem Team gelingt, in die entsprechenden Situationen zu kommen.

Die ehemalige Nationalspielerin Bompastor übernahm den Posten als Cheftrainerin Ende April letzten Jahres und arbeitet seitdem an einer stetigen Weiterentwicklung Lyons, das sich zuvor zu sehr auf die individuelle Klasse einzelner Spielerinnen verlassen hatte.

Spätestens seit der Rückkehr Ada Hegerbergs nach langer Verletzung greifen die einzelnen Teile ineinander. Sie ist mit 58 Toren in 59 Spielen die Rekordtorschützin der UEFA Women’s Champions League. Die norwegische Nationalspielerin betonte nach ihrem Comeback immer wieder, wie glücklich sie ist, wieder spielen zu können., sie habe außerdem an ihrer Spielweise gearbeitet. Neben der Weltfußballerin des Jahres 2018 ist die 22-Jährige Catarina Macário eine der wichtigsten Spielerinnen Lyons, sie ist fast überall auf dem Platz zu finden.

Sollte Olympique den freien Raum im Rücken von Barcelonas hoher Abwehr ausnutzen wollen, geraten die Außenverteidigerinnen in den Fokus. Selma Bacha (21) auf der linken und Ellie Carpenter (22) auf der rechten Seite müssen dann die Balance aus Defensive und Unterstützung der Offensive finden.

Statistische Parallelen

Selma Bacha ist vor dem Finale mit acht Vorlagen die Spielerin mit den meisten Assists in der UEFA Women’s Champions League, auf dem zweiten Platz liegt Barcelonas Rolfö mit sechs. Auch die schwedische Nationalspielerin agiert in ihrer ersten Saison beim neuen Verein überwiegend als Außenverteidigerin. Eine weitere statistische Parallele gibt es bei den torgefährlichsten Spielerinnen, das sind nämlich in beiden Fällen Mittelfeldspielerinnen. Weltfußballerin Alexia Putellas liegt mit zehn Treffern vorne, bei Macário sind es aktuell sieben.

Barcelona ist der klare Favorit im Spiel, dennoch verspricht die Partie mit dem Duell zweier Weltfußballerinnen rund um die Veränderung des Kräfteverhältnisses beider Vereine sehr viel Aufregung. Anstoß ist am Samstag um 19 Uhr, wie immer übertragen DAZN und YouTube live.