Steile These: Die Plätze 16, 17 und 18 der Bundesliga sind schon fix

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Niklas Levinsohn

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Endlich haben wir einmal Spannung in Sachen Meisterschaft, da lässt uns die Bundesliga beim Abstiegskampf im Stich. Im Keller sind die Entscheidungen nämlich längst gefallen.

13 Spiele stehen noch für alle Bundesligisten auf dem Programm, deren Pläne für das vergangene Wochenende nicht von Sabine über den Haufen geblasen wurden. 39 Punkte sind also für 16 von 18 Mannschaften noch zu vergeben. An der Konstellation im Tabellenkeller wird sich jedoch unterhalb der Relegationslinie bis zum Saisonende nichts mehr verändern. Paderborn, Düsseldorf und Bremen bleiben da, wo sie sind. Anders gesagt:

An dieser Stelle drängt sich zunächst einmal die Frage auf, wer denn eigentlich alles im Abstiegskampf steckt. Die drei bereits genannten Klubs, klar, aber wer sind die anderen Risikopatienten? In jedem Falle die am nächsten am Abgrund stehenden Mainzer sowie die frisch entklinsifizierte Hertha. Oberhalb der Berliner sind die Abstiegsängste aber inzwischen fast schon eher theoretischer Natur. Das gilt auch für die Kölner, die punktgleich mit der Alten Dame auf dem dreizehnten Platz stehen.

Würde man Geißböcke, Fuggerstädter, Eiserne, Wölfe und wahrscheinlich sogar die Adler vom Main fragen, ob sie ihren Blick noch nach unten richten müssen, würden sie alle miteinander wohl synchron nickend bejahen. So gehört es sich für die von Spiel zu Spiel denkenden und bis zur rechnerischen Absicherung tiefstapelnden Jünger des Understatements. Tatsächlich scheint aktuell aber nur im Falle von Mainz und Hertha so wirklich vorstellbar, dass sie am 34. Spieltag unterhalb der unbeliebtesten Limbostange des Landes über die Ziellinie gehen.

Köln hat zu viele Gisdolphine im Blut, Augsburg zu viel Niederlechner, Union zu viel defensive Stabilität und Wolfsburg und Frankfurt haben schlichtweg zu viel (teuer erkaufte) Qualität. Das gilt seit dem Transferfenster im Winter allerdings auch für die Hertha. Nach dem – vor allem für ihn selbst – maximal peinlichen Abgang von Jürgen Klinsmann wirkt der Kader der Alten Dame zwar ziemlich konzeptbefreit, aber Namen wie Matheus Cunha und Krzysztof Piątek bringen eine Mindestmenge an Toren mit, die zum Ligaverbleib reichen wird.

Bleibt noch Mainz 05. Ausgestattet mit einem Vier-Punkte-Polster auf Düsseldorf und Bremen und einem Restprogramm wie am Spielplanbuffet zusammengestellt. Paderborn, Düsseldorf und Bremen müssen im Verlauf der Rückrunde allesamt noch in der Opel Arena vorstellig werden. Werder sogar im Sinne der Dramaturgie erst am vorletzten Spieltag. Die Kohfeldt-Schützlinge dürften zurzeit aber andere Sorgen haben als ein Auswärtsspiel in Mainz im Mai.

Zuvor geht es nämlich zu Hause noch gegen Dortmund, Leverkusen, Mönchengladbach und München. Schlechte Aussichten für ein Team, das im heimischen Stadion seit vier Ligaspielen nicht mehr getroffen oder gepunktet hat – gegen Paderborn (0:1), Mainz (0:5), Hoffenheim (0:3) und Union Berlin (0:2). Und Düsseldorf? Muss zwischen Spieltag 29 und 32 gegen den FCB, den BVB und RB ran. Drei Teams, die dann entweder noch um die Meisterschaft oder einen Qualifikationsplatz für die Champions League kämpfen. Spendenbereitschaft dürfte gegen Null gehen.

Womit wir beim Aufsteiger und Absteiger in spe Paderborn angekommen sind. Am vierten Spieltag waren die Ostwestfalen zuletzt nicht Siebzehnter oder Achtzehnter. Bezeichnenderweise befindet sich die Elf von Steffen Baumgart im fußballerisch vielversprechendsten Zustand des Trios am Tabellenende. Genau wie manche Teams mit einer gewissen Qualität ein tabellarisches Auffangnetz besitzen, stoßen andere, denen eben diese individuelle Qualität fehlt, aber an eine gläserne Decke. Paderborn ist so eine Mannschaft.

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Ob nun Paderborn, Düsseldorf oder Bremen den Rettungsring Relegation am Saisonende zu fassen kriegt, wird eine Frage von Nuancen sein. Wer es auch wird, er sollte sich glücklich schätzen. Auf die beiden verbleibenden Leidensgenossen wartet nämlich nur noch der direkte Abstieg in die 2. Bundesliga.