Schalke: Führungsspieler zweifeln an Kramer-Spielstil und Kader-Qualität | OneFootball

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·5. Oktober 2022

Schalke: Führungsspieler zweifeln an Kramer-Spielstil und Kader-Qualität

Artikelbild:Schalke: Führungsspieler zweifeln an Kramer-Spielstil und Kader-Qualität

Nach nur einem Sieg aus acht Spielen und bei einem Spielstil, der nur äußerst selten Torgefahr ausstrahlt, wird es bei Schalke 04 langsam unruhig. Offenbar auch in der Kabine, wo einige Führungsspieler der Ansicht sind, dass diese Spielweise ohnehin nicht zur Mannschaft passt.

Wer Frank Kramer als Trainer verpflichtet, der weiß, welchen Fußball er zu sehen bekommt. Mit seiner Ankunft war klar: Torchancen, Offensivspektakel und ein schneller, flacher Ball - all das wird es auf Schalke nicht geben.

Stattdessen: Defensives Mauern, zahlreiche lange Bälle, ein tiefes Warten, viele Zweikämpfe und ein Fokus auf das Umschaltspiel. Woche für Woche mehren sich die Fan-Stimmen, die sich über diesen Stil beklagen. Gegentore gibt es trotzdem en masse, während Großchancen vor dem gegnerischen Tor aus dem Spiel heraus absolute Mangelware sind.

Kritik bei Mannschaft wächst: Spielstil begeistert weder Fans noch Spieler

Doch scheint diese Spielweise längst nicht mehr nur den Fans auf die Nerven zu gehen. Informationen der Sportbild zufolge gibt es mittlerweile auch manch eine kritische Stimme in der Kabine.

Demnach sind es insbesondere Führungsspieler, bei denen sich die Meinung festsetzt, dass der Kramer-Spielstil nicht zu S04 und zur aktuellen Mannschaft passt. Bereits von außen auffällig: Schnell nach Ballgewinn umschalten wollen, obwohl diese nur sehr tief erreicht werden, während mit Simon Terodde und/oder Sebastian Polter im Sturm nicht gerade die bekannten Sprinter spielen. Wie soll das funktionieren?

Generell sind zu viele Spieler zu langsam, um einen solchen Fußball erfolgreich zu machen. Dass nebenbei nur lange Bälle geschlagen werden, damit der "wuchtige Sturm" (O-Ton Kramer) diese festmachen kann, ist ein weiterer Kritikpunkt der Fans.

Nun macht es den Anschein, als wären die Anhänger mit dieser Meinung längst nicht mehr alleine. Somit würde sich auch innerhalb der Kabine eine Contra-Stimmung im Bezug auf den Kramer-Stil breitmachen.

Kader im Vergleich zur Vorsaison verschlechtert? Spieler-Kritik sollte ernst genommen werden

Doch damit nicht genug: Intern werden angeblich so langsam Stimmen laut, die behaupten, der Kader der vergangenen Saison wäre besser ausgestattet gewesen. Dass Spieler wie Malick Thiaw und Ko Itakura der Innenverteidigung nicht mehr zur Verfügung stehen, ist recht deutlich zu bemerken. Schnelle Außenspieler, die auch alleine Torgefahr ausstrahlen, wie etwa Darko Churlinov, gibt es zurzeit entweder nicht oder sie werden nicht (richtig) eingesetzt.

Selbst ein Nachschlag auf dem Transfermarkt, der nach den Verletzungen von Rodrigo Zalazar und Sepp van den Berg zwar nötig wäre, aber längst nicht gesichert ist, würde diese größeren Probleme nicht automatisch beheben.

Generell sollte die Gefahr von intern wachsender Kritik nicht unterschätzt werden. Bleibt sie groß, was angesichts des Spielstils zu erwarten ist, könnte sie auch auf Kramer als Trainer übergehen. Verliert ein Trainer an Rückhalt, was die Personalpolitik oder ebenfalls die Spielweise betrifft, wird das zum Problem.

Tatsächlich lief es für den S04-Coach bei Arminia Bielefeld nicht wirklich anders. Dort dauerte es zwar länger, bis insbesondere das Misstrauen der Führungsspieler an ihm wuchs, doch gab es zu Beginn dieses Prozesses sehr ähnliche Zweifel. Schalke wäre gut beraten, sich dieser Zweifel ernsthaft anzunehmen.

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