
Rund um den Brustring
·29. August 2025
Rund um das Spiel gegen Mönchengladbach

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·29. August 2025
Beim Heimauftakt in der Liga will der VfB endlich mal einen ersten Erfolg feiern. Das ist auch dringend nötig.
Ich bin immer noch massiv genervt von Dienstag. Ja, natürlich ist so ein 8:7 im Elfmeterschießen nach acht Toren in 120 Minuten aus neutraler Betrachtung ein Spektaktel. Ich fnde es eher katastrophal, dass wir in drei Pflichtspielen schon acht Gegentore kassiert haben und dass gegen zunehmend schlechtere Gegner. Viele Gedanken habe ich schon im Rückblick auf Braunschweig aufgeschrieben und brauche sie hier nicht zu wiederholen. Wie in der vergangenen Rückrunde ist mir nicht ganz klar, was da in den Köpfen unserer Spieler gerade schiefläuft: Die Rahmenbedingungen sind perfekt, die Aufgabe ist klar, aber wir treten auf, als wüssten wir nicht um die Bedeutung der Situation. Viel zu spät besinnen wir uns auf unsere Qualitäten und Stärken. Die Mannschaft mag im Binnenverhältnis intakt sein und im Elfmeterschießen am Ende auch die Nerven behalten haben — wir müssen aber auch darüber reden, dass und wie sie sich in diese Situation gebracht hat.
Und wie sie wieder rauskommt. Die Lösung ist dabei offensichtlich nicht, bis Montagabend von den Woltemade-Millionen nochmal eine neue Startelf zusammen zu kaufen. Abgesehen von der Nachfolge von Enzo Millot, nach der ja scheinbar (hoffentlich) noch fieberhaft gesucht wird. Ansonsten ist das aber die gleiche Mannschaft, und ich wiederhole mich da, die Ende Januar knapp 30 Saisonspiele in den Beinen hatte und trotzdem Auf Platz 4 und im Pokal-Viertelfinale stand. Trotz der neuen Erfahrungen auf internationaler Bühne, trotz der Umstellungen im Trainingsbetrieb. Diese Mannschaft kann mehr, als sie in vielen Spielen in diesem Kalenderjahr gezeigt hat und es liegt an Sebastian Hoeneß und seinem Team, aber auch an den Spielern, dieses Potenzial wieder abzurufen. Und sich nicht bei einer Chance kurz vor Abpfiff auf den Hosenboden fallen zu lassen, um nur ein Beispiel zu nennen.
Natürlich würde es auch helfen, wenn wir gegen Gladbach auch auf einige verletzte Spieler wieder zurückgreifen könnten, gleichzeitig haben die 120 und mehr Minuten am Dienstag sicherlich auch Körner gekostet.
Und damit zur
Silas, Luca Jaquez und Justin Diehl fallen weiterhin aus. Nick Woltemade ist nicht mehr Spieler des VfB. Und auch Jeff Chabot und Ameen Al-Dakhil fallen weiterhin aus.
Ich würde Zagadou in die Innenverteidigung nehmen, auch wenn Hendriks und Jeltsch nicht alleinschuldig an dem Gegentor-Hagel in Braunschweig waren, aber Hendriks ist für mich auch nicht der geborene Innenverteidiger. Führich hat sich für mich wieder aus der Startelf gespielt, dann lieber Assignon und Vagnoman auf rechts und Leweling dafür wieder auf links. Vorne müssen es dann Undav und Demirovic richten, Jovanovic kommt dann vermutlich erst wieder von der Bank.
Es ist das 107. Bundesliga-Spiel gegen die Borussia, mit 44 zu 32 Siegen hat der VfB die Nase in der Bilanz leicht vorne. Die Niederlage im Februar war die erste Heimpleite gegen den VfL seit 2015 und sollte sich nicht wiederholen. Allgemein ist die Bilanz gegen die Fohlen in den letzten Jahren aber ohnehin durchwachsen.
Mit der Borussia aus Mönchengladbach kommt ein Gegner ins Neckarstadion, der schlagbar ist und mit Problemen kämpft. Diese Chance muss die Mannschaft ergreifen. Ansonsten könnte es eine sehr anstrengende Länderspielpause werden, in der die Köpfe bis zum schwierigen Ausswärtsspiel in Freiburg ordentlich rauchen werden. Aber nochmal: Es gibt keine Gründe für einen Fehlstart. Die Mannschaft muss endlich lernen, konzentriert und clever zu verteidigen, muss ihr Spiel wieder auf den Platz bringen und ihre Stürmer in mehr und bessere Abschlusspositionen.
Titelbild: © Alex Grimm/Getty Images
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