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·29. August 2025

„Herber Verlust“: VfB-Coach Hoeneß über Woltemade-Abgang

Artikelbild:„Herber Verlust“: VfB-Coach Hoeneß über Woltemade-Abgang

Am Donnerstag hagelte es die ersten Berichte zum Transfer-Hammer: Nick Woltemade wird den VfB Stuttgart verlassen und steht offenbar kurz vor einem Wechsel zu Newcastle United. Ausgerechnet am Tag darauf saß VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zur Spieltags-Pressekonferenz im Presseraum der MHP Arena – und musste sich zahlreichen Fragen zu den gestrigen Geschehnissen stellen.

Spieltags…- nein, Woltemade-PK

Am Freitagnachmittag hätte sich Sebastian Hoeneß auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach Fragen zur Europa-League-Auslosung und der kommenden Ligapartie stellen können. Doch gab es einen Elefanten im Raum. Nach den Berichten über Nick Woltemades bevorstehenden Wechsel nach England – und dessen Freistellung für Gespräche – blieb der VfB-Coach von diesem Thema nicht verschont.


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Gleich die ersten drei Fragen der Pressekonferenz drehten sich ausschließlich um Woltemade. Nicht zur Freude von Sebastian Hoeneß, der auf dem Pressepult sichtlich genervt wirkte. „Nick Woltemade wird uns natürlich aus bekannten Gründen nicht zur Verfügung stehen“, begann der VfB-Trainer nüchtern mit dem Blick aufs Personal. Auf Nachfrage der anwesenden Medienvertreter wollte sich der 43-Jährige nicht näher zum nahenden Abgang des Angreifers äußern. „Ich werde keine Details über die gestrigen Abläufe in die Öffentlichkeit tragen. Das habe ich nie gemacht und werde es auch jetzt nicht tun“, so Hoeneß.

Hoeneß kritisiert indirekt Transferstrategie?

Er blockte verständlicherweise viele „Nachbohrungen“ zu der Thematik ab, betonte jedoch, ein Woltemade-Wechsel wäre „ein herber Verlust“ für den VfB Stuttgart. „Das zählt für uns aus sportlicher Sicht“, so Hoeneß, den die kolportierte Ablöse von 85 bis 90 Millionen Euro weitestgehend unbeeindruckt ließ. Sie würde nicht in seinen Aufgabenbereich fallen, daher stehe es ihm nicht zu, sie zu bewerten. Dem Coach ging es primär um das große Ganze, die sportlichen Entscheidungen der letzten Monate, über die er seinen Unmut äußerte.

„Ich glaube, wir haben uns im vergangenen Sommer einige Dinge vorgenommen, die wir umsetzen wollten. Um es deutlich zu sagen: Schon bevor Nick transferiert wurde, ist es uns nicht gelungen, diese Dinge umzusetzen. Mit Nicks Abgang hat es sich nochmal verschärft“, ließ sich der VfB-Trainer entlocken. Indirekt übte Hoeneß damit wohl auch Kritik an den Klub-Verantwortlichen um Boss Alexander Wehrle – seinerseits eine sehr präsente Figur im Woltemade-Poker dieses Sommers. Der VfB-Trainer zeigte sich über den Verlust eines weiteren Schlüsselspielers so kurz vor Deadline Day sichtlich unzufrieden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der amtierende Pokalsieger mit Serhou Guirassy oder Waldemar Anton (beide zu Borussia Dortmund) zwei wichtige Leistungsträger verloren.

Eine Frage zur dünn besetzten Abwehr lang hatte Hoeneß Zeit zum Durchschnaufen, dann ging es wieder um den nahenden Transfer. Nach insgesamt vier Nachfragen zu Woltemade hatte Hoeneß die Personalie vorerst überwunden und konnte sich endlich dem kommenden Bundesligaspiel und der Europa League widmen. Ganz bis zum Schluss? Nein! Ein von unbeugsamen Journalisten gefüllter Presseraum hörte nicht auf, den Ohren des VfB-Trainers Widerstand zu leisten. Trotz des erzwungenen Verzichts auf seinen Top-Stürmer gab sich Hoeneß zuversichtlich: „Die Situation stellt sich jetzt anders dar, aber wir können reagieren.“

Vorfreude auf erstes Heimspiel und Europa League

Zumindest der Blick auf das erste Heimspiel der Saison am morgigen Samstag macht ihm Vorfreude. Der VfB Stuttgart wird zum 100-jährigen Jubiläum des Brustrings in einem Sondertrikot auflaufen, das Hoeneß gefällt: „Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das sehr bewegt. Dafür steht auch der VfB. Und morgen wird das spezielle Trikot getragen, das den Brustring hervorhebt – auch dafür steht der VfB. Uns wird das natürlich zusätzlich Energie geben und darauf freuen wir uns“, so der Übungsleiter.

Sein Fokus liegt nun voll und ganz auf dem kommenden Duell gegen die „Fohlen“. Er freute sich zudem über die „attraktiven Lose“ für die Europa-League-Ligaphase. „Da sind super Heimspiele auch für unsere Fans dabei. Wir haben gesehen, dass in diesem Wettbewerb auch große Attraktivität liegt und werden uns gut darauf vorbereiten“, sagte Hoeneß.

Der VfB trifft in der Europa League auswärts auf die AS Rom (Italien), Fenerbahce Istanbul (Türkei), den FC Basel (Schweiz) und die Go Ahead Eagles (Niederlande). In der heimischen MHP Arena empfangen die Schwaben mit Feyenoord Rotterdam (Niederlande), Maccabi Tel Aviv (Israel), die Young Boys Bern (Schweiz) und Celta Vigo (Spanien) spannende Teams.

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