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·28. September 2022

"In Ruhe abwägen": Heidrich will bei Trainerfrage nichts überstürzen

Artikelbild:"In Ruhe abwägen": Heidrich will bei Trainerfrage nichts überstürzen

Nach 17 Jahren ist Matthias Heidrich zurück bei Erzgebirge Aue, ab sofort fungiert der 44-Jährige als Sportchef. Seine erste Aufgabe: einen neuen Trainer finden. Überstürzen will er aber nichts, schließlich muss die Wahl dieses Mal sitzen. Im Heimspiel gegen den SV Meppen wird am Freitagabend erneut Nachwuchschef Carsten Müller auf der Bank sitzen.

"Wir erwarten Siege"

Als "Wunschkandidaten" bezeichnete Aufsichtsratsboss Uwe Leonhardt den Ex-Profi des FCE (2000 bis 2005) im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Heidrich, der beim FCE seine erste Station als Sportchef antritt, sei als Betriebswirt und Fußballlehrer qualifiziert, verfüge über Berufserfahrung, bringe eine gewisse Unbedarftheit mit und habe sportliche Kompetenz, so der Bruder von Ex-Boss Helge Leonhardt. Kurzum: "Er ist die richtige Wahl." Ziel sei es nun, die Talfahrt "sofort zu beenden", machte der 63-Jährige klar. "Alles andere ist nachranging. Wir erwarten Siege."

Leonhardt weiß zwar darum, dass der Klassenerhalt nach nur drei Punkten aus den ersten neun Spielen eine "große Herausforderung" wird, "dennoch müssen wir die Nerven behalten. Es muss jetzt eine Mannschaft gebildet werden". Das wird die Aufgabe des neuen Trainers sein, den Heidrich nun "in Bälde" finden muss. "Etliche Gespräche" würden bereits laufen, wie der Aufsichtsratsboss berichtete. Es gelte "Sorgfalt vor Eile", wenngleich angesichts der prekären Tabellenlage (Platz 20) aber auch Eile geboten sei: "Wir wollen Nägel mit Köpfen machen. Es muss ein Treffer werden."

Neuer Trainer? "Nicht treiben lassen"

Heidrich sieht es genauso: "Die Entscheidung muss sitzen." Um die beste Wahl für die Veilchen zu treffen, will sich der Ex-Profi aber "nicht treiben" lassen und "in Ruhe abwägen". Auf ein konkretes Datum, bis wann der Nachfolger von Timo Rost gefunden sein soll, wollte sich der 44-Jährige nicht festlegen. Auch zu Namen äußerte sich Heidrich nicht, ließ aber durchblicken, dass es schon Absagen gegeben hätte. Auf das Anforderungsprofil angesprochen, erklärte der bisherige NLZ-Leiter des 1. FC Köln unterdessen lediglich, dass der Trainer eine Verbindung zu den Jungs haben müsse.

Um ein Gefühl für die Mannschaft zu bekommen, will Heidrich in den nächsten Tagen "viel beobachten, zuhören und Gespräche mit Spielern und Trainern führen". Zudem werde er die Mannschaft in die Pflicht nehmen, "jeden Tag im Training alles zu geben. Die Grundtugenden müssen zu sehen sein". Sein Vertrag läuft derweil unbefristet: "Das ist ein klares Bekenntnis des Vereins. Ich will hier langfristig etwas entwickeln und wollte dafür die entsprechende Sicherheit. Ich habe einfach Lust, die Aufgabe anzunehmen und dem Verein zu helfen."

Mit Blick auf die sportliche Lage sprach Heidrich von einer "herausfordernden Situation", die nicht einfach sei. "Bis zum Winter geht es darum, den Anschluss zu den rettenden Plätzen herzustellen", gab der 44-Jährige die Richtung vor. Fünf Punkte fehlen derzeit zu Platz 16. Gelingt am Freitag gegen Meppen der erste Sieg, könnte Aue den Rückstand bereits auf bis zu zwei Punkte verkürzen. "Es ist vieles bereitet, um den ersten Saisonsieg zu holen", meint der gebürtige Hoyerswerdaer, laut dem Aue schon mehrmals in dieser Saison in der Lage gewesen sei, um ein Spiel zu gewinnen.

Müller gegen Meppen erneut auf der Bank

Der Erfolg aus dem Landespokal-Duell bei Fünftligist Eilenburg (2:1) dürfte nun für Rückenwind sorgen, wenngleich die Leistung in der zweiten Halbzeit wenig überzeugend war und Aue am Ende sogar noch um den Sieg zittern musste. Dass auch gegen Meppen gewonnen wird, ist erneut die Aufgabe von Carsten Müller, der auch am Freitag wieder auf der Bank sitzen wird. "Die Jungs machen das sehr ordentlich. Es macht viel Spaß mit ihnen zu arbeiten." In den nächsten Tagen will der 50-Jährige "viele Gespräche" führen und den Spielern verinnerlichen, dass die Überzeugung, gewinnen zu können, größer sein müsse, als die Angst zu verlieren.

Dabei mithelfen kann wohl auch Marvin Stefaniak, der nach auskuriertem Muskelfaserriss wieder im Training ist. Ob Martin Männel wie schon am Sonntag im Tor stehen wird, ließ Müller noch offen und will die Entscheidung von den Trainingsleistungen der nächsten Tage abhängig machen. Sicher ist dagegen schon, dass Aue am Freitag ein Tageshotel beziehen wird – das gab es unter Rost nicht. Wird die Maßnahme ein Baustein für den ersten Liga-Sieg? Heidrich wird bei den Spielen übrigens nicht auf der Trainerbank, sondern der Tribüne sitzen. "Vielleicht hilft die andere Perspektive, um dem Trainerteam in der Halbzeitpause einen Tipp geben zu können."

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