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Im Detail: Roma-Sportdirektor erklärt skurrilen Malcom-Poker

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Louis Richter

Jeder sollte mittlerweile davon mitbekommen haben, es ist eine der komischsten Transfer-Geschichten der letzten Jahre. Malcom und Bordeaux waren sich schon mit der Roma einig, nur Momente vor dem Abflug nach Italien funkte aber der FC Barcelona dazwischen.

Und der erhielt schlussendlich auch den Zuschlag. Nun erklärte der Roma-Sportdirektor Monchi die ganze Saga beim vereinseigenen TV-Sender. Dabei ging er ordentlich ins Detail: „Wir haben die Verhandlungen mit Bordeaux und dem Spieler, über seinen Berater, ungefähr vor einer Woche gestartet. Nach drei oder vier Tagen mit intensiven Gesprächen haben wir am Montag um 17:00 Uhr eine Einigung erzielt, mit dem Berater, dem Spieler und Bordeaux“, so der 49-Jährige.

Und weiter: „Der Deal war durch und wir hatten die Erlaubnis, den Spieler nach Rom fliegen zu lassen, um seinen Medizincheck zu absolvieren. Es gab ein Flugzeug, das um 21:00 Uhr fliegen und um 23:00 Uhr ankommen sollte. Alles war geklärt, weshalb wir ruhig und gesammelt waren.“

Und dann kam es, wie es kommen sollte: eine halbe Stunde nach der Einigung hätte Bordeauxs Präsident Stephane Martin per Anruf mitgeteilt, dass der Klub gerne ein offizielles Statement bezüglich Malcoms Wechsel zur Roma abgeben würde, da es viele Gerüchte gäbe. Monchi weiter: „Eine Stunde nach der Veröffentlichung des Statements kamen dann Andeutungen über ein neues Interesse von Barcelona.“

„Überrascht“ habe er die Anrufe der Spielervertreter entgegengenommen, die vom Umschwung bei Girondins erzählten und sagten, dass Malcom doch nicht nach Rom wechseln würde: „Ich habe Martin angerufen und er hat mir gesagt, dass es ein besseres Angebot von Barcelona gibt und wenn wir unseres nicht erhöhen würden, käme der Spieler nicht. Ich sagte ihm, dass wir eine Einigung, den Deal abgeschlossen haben. Aber er meinte, dass noch nichts unterschrieben sei und daher nichts erledigt wäre.“

Der Präsident der Roma, James Pallotta, habe dann sogar noch einmal ein besseres Angebot abgegeben. Danach habe man Zeichen aus Bordeaux erhalten, dass Malcom nun doch zur Roma wechseln könnte – bis Monchi erfuhr, dass die Offiziellen von Girondins auf ein verbessertes Barça-Angebot warteten: „Ich habe ihnen dann gesagt, dass es genug ist, weil wir nicht an einer Auktion teilnehmen wollten.“

Nun werde die Roma prüfen, ob man juristische Möglichkeiten habe, von denen man Gebrauch machen könne: „Es ist wahr, dass nichts unterschrieben wurde, aber es gibt viele Nachrichten mit den Beratern und dem Bordeaux-Präsidenten, die zumindest eine Bewertung wert sind.“

Der Gang vor das Gericht also als das finale Kapitel dieses absurden Pokers? Monchi selbst will Malcom zumindest nicht weiter nachtrauern: „Wenn jemand nach Rom kommen will, ist das großartig, aber wenn sie letztlich doch nicht nach Rom wollen, dann wollen wir sie auch nicht. Ich möchte unseren Fans sagen, dass wir weiter hart arbeiten, um Spieler zu identifizieren, die zur Roma wollen und gleich gut oder sogar besser als Malcom sind.“