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Tobias Herrmann·3. Juli 2018
đ„ Historisch ins Viertelfinale: England gewinnt ElfmeterschieĂen

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Tobias Herrmann·3. Juli 2018
Der Bann ist gebrochen. England gewinnt nach einem mehr als dramatischen Spiel das ElfmeterschieĂen und zieht in das Viertelfinale der WM 2018 ein.
Es war das erste Mal, dass die Three Lions vom Punkt die Nerven behielten. Kane traf frĂŒh, Mina glich in der Nachspielzeit aus. Dann nahm das Drama seinen Lauf.
Die ersten zehn Minuten gehörten klar den Three Lions. Ashley Young sorgte bereits in der sechsten Spielminute fĂŒr Gefahr, als er, Ă€hnlich wie Kroos gegen Schweden, einen FreistoĂ von der linken Strafraumgrenze direkt auf den Kasten zog. Ospina konnte klĂ€ren. Beide Mannschaften setzen auf Kontrolle im Aufbauspiel, verstanden es aber durchaus, nach Ballgewinn schnell umzuschalten.
So blieb das Tempo auch in der Folge hoch, England hatte etwas mehr vom Spiel, die Kolumbianer fanden jedoch die passenden Mittel in der Defensive. Einzig im Spiel nach vorne taten sich âLos Cafeterosâ schwer. Nach 16 Minuten schlug dann Harry Kane zum ersten Mal zu, konnte die Trippier-Flanke jedoch nicht im Tor unterbringen.
Ein Weckruf fĂŒr die SĂŒdamerikaner, die im Anschluss mutiger wurden. England musste phasenweise mit allen elf Spielern hinter den Ball. Kolumbien suchte den vorne viel zu einsamen Falcao und konnte weiterhin keine Torgefahr entwickeln. Nur vier Minuten vor der Pause war es dann Trippier, der mit einem direkten FreistoĂ aus 20 Metern fĂŒr Aufregung sorgte. Im Gegenzug sorgte Quintero fĂŒr den ersten Torschuss der Kolumbianer. Alles in allem war es eine muntere, aber keineswegs gute erste Halbzeit.
Nach dem Pausentee war keine Besserung in Sicht. Wieder musste der neutrale Zuschauer auf eine Standardsituation warten, wieder fand Young keinen Mitspieler nach einem FreistoĂ. Nur eine Minute spĂ€ter zeigte Schiedsrichter Geiger (USA) dann auf den Punkt. Elfmeter fĂŒr England.
Zuvor ging Sanchez gegen Kane zu ungestĂŒm zu Werke. Der Pfiff ging völlig in Ordnung. Kane trat als Gefoulter selbst an und verwandelte sicher in die Mitte. Es war sein sechster Treffer im Turnier. Im Anschluss hatte Schiri Geiger alle HĂ€nde voll zu tun. Das Spiel wurde rasanter und die Akteure bissiger. Es hagelte Gelbe Karten.
Kolumbien musste nun mehr machen, versuchte es auch, aber weiterhin machte sich das Fehlen von James bemerkbar. Er fehlte im Spiel nach vorne an allen Ecken und Enden. England hingegen zog sich zurĂŒck und lauerte auf Konter oder schlug die BĂ€lle weit nach vorne.
Immerhin, in der Schlussviertelstunde spielten beide Teams dann wieder FuĂball. Kolumbien nahm das Tempo auf, drĂŒckte auf den Ausgleich, England blieb bei den Kontern und hĂ€tte nach 77 Minuten sogar einen zweiten Elfmeter zugesprochen bekommen mĂŒssen. Doch Sanchezâ Foul an Sterling blieb ungeahndet.
Dann begann die Schlussoffensive der SĂŒdamerikaner. Cuadrado hatte noch die beste Chance, verzog aus knapp 15 Metern allerdings klĂ€glich (82.). Auch Falcao (87.) blieb ohne Fortune. Doch diese WM hatte, wie so oft zuvor, wieder eine Ăberraschung im Köcher und so war es Yerry Mina, der in der 93. Minute den Ausgleich erzielte.
Dann ging es also in die VerlÀngerung und Los Cafeteros rochen Lunte, bestimmten die Anfangsminuten der ersten Halbzeit der Nachspielzeit und spielten wie ausgewechselt. Sie blieben bis zur Pause die bessere Mannschaft, England fand keine Antworten auf die offensive Spielweise.
Auch in der zweiten HĂ€lfte der VerlĂ€ngerung lieĂen beide Teams nicht nach. Das Tempo, fĂŒr ĂŒber 110 gespielte Minuten, war extrem hoch. Nach 112 Minute hatte Rose dann die Chance auf die erneute FĂŒhrung, sein Versuch aus spitzem Winkel ging allerdings knapp neben den Pfosten.
Es folgte also das ElfmeterschieĂen und Kolumbien machte mit Falcao den Anfang. Der KapitĂ€n verwandelte sicher in die Mitte. Es folgte Harry Kane und auch er verwandelte sicher. Cuadrado verwandelte als zweiter SchĂŒtze ebenfalls mehr als souverĂ€n. Rashford dann mit der Chance auf den Ausgleich, der 20-JĂ€hrige lieĂ sich nicht zweimal bitten.
Muriel trat als nĂ€chster an und brachte sein Team wieder in FĂŒhrung. Henderson allerdings verschoss, oder, Ospina hielt den Ball. Doch dann Pickford es ihm gleich und hielt den Elfmeter von Uribe. Trippier trat als nĂ€chstes an und hatte die Chance auf das 3:3 und verwandelte sicher.
Beide Mannschaften hatten nun noch einen SchĂŒtzen. Bacca durfte anfangen und wieder war Pickford zur Stelle. Dier hatte auf dem FuĂ und traf. England steht im Viertelfinale und gewinnt zum ersten Mal in der WM-Geschichte ein ElfmeterschieĂen.
Harry Kane arbeitete auch gegen Kolumbien weiter an seinem Ritterschlag. Der Spurs-StĂŒrmer erzielte seinen bereits sechsten Treffer im laufenden Turnier.
Auf der anderen Seite kann es nur Yerry Mina sein. Mit seinem spÀten Treffer hielt er die Hoffnungen einer ganzen Nation am Leben. Es war sein drittes Tor per Kopf bei dieser WM. Nur Miro Klose (2002) nickte bei einer Endrunde öfter ein.
England hat einen klaren Plan A. Aber dann? Dann kommt nicht mehr viel. Sobald Southgate umstellen musste, Ànderte sich das Spiel der EnglÀnder. Die AbhÀngigkeit von Kane wurde mehr und mehr offensichtlich. Zudem schien nach dem spÀten Ausgleich auch der Kopf nicht mitspielen zu wollen.
Kein James, keine Party. Kolumbien ohne den Bayern-Star ist einfach nicht gefÀhrlich genug. Das Spiel nach vorne stockt gewaltig, auch wenn, das muss man positiv erwÀhnen, sie es beherrschen den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten. Doch dann schien der Knoten nur Sekunden vor Schluss zu platzen und Kolumbien spielte wie ausgewechselt.
Kolumbien:Â Ospina â Arias (Zapata, 116.), Yerry Mina, D. Sanchez, Mojica â Jefferson Lerma (Bacca, 61.), Barrios, C. Sanchez (Uribe, 79.) â Ju. Cuadrado, Quintero (Muriel, 88.) â Falcao
England:Â Pickford â Walker (Rashford, 113.), Stones, Maguire â Trippier, J. Henderson, A. Young (Rose, ,102.) â Alli (Dier, 81.), Lingard â Sterling Vardy, 89.), H. Kane
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