Glasner zum Fall Hinteregger: "Nicht das Beste für die Gesundheit"

Logo: fussball.news

fussball.news

Martin Hinteregger spielt bei Eintracht Frankfurt aktuell nach zwei Bänderrissen im Schultergelenk samt Läsion mit Schmerzen. Trainer Oliver Glasner äußerte sich nun ausführlich zu dem Spagat, den ein Profisportler in einem solchen Fall geht. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Das Training am Donnerstag setzte Martin Hinteregger bei Eintracht Frankfurt aus, weil er am Tag zuvor starke Schmerzen im lädierten Schultergelenk verspürt hatte. Ohnehin kam es durchaus überraschend, dass der 28-jährige Österreicher am vergangenen Sonntag beim VfL Wolfsburg (1:1) in der Startelf stand. Beim Europa League-Spiel gegen Fenerbahce Istanbul hatte sich der Nationalspieler zwei Bänder im Gelenk gerissen und sich eine Schulterläsion zugezogen. Eine Beeinträchtigung seines Spiels habe es laut Aussagen der Verantwortlichen nicht gegeben, die Schmerzen allerdings dürften nur mit starken Schmerzmitteln unter Kontrolle gebracht worden sein.

"Nicht das Ideale für den Heilungsverlauf"

Ein durchaus brisantes Thema, das die Frage aufwirft, wie viel "Auf-die-Zähne-beißen" im Profisport gesund ist. Trainer Oliver Glasner äußerte sich vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag (15:30 Uhr) auf Nachfrage von fussball.news zur Causa Hinteregger: "Das Wichtigste ist, dass die medizinische Abteilung den Daumen gehoben hat und dass es nicht schlimmer werden kann. Die Aussage war, dass wenn Martin die Schmerzen handlen kann, dann steht er zur Verfügung. Martin hat sehr, sehr schnell gesagt, dass er das hinbekommt." Und doch sagte der 47-Jährige auch: "Er ist in Wolfsburg drei-, viermal auf die Schulter gefallen, wo er dann auch große Schmerzen hatte. Unsere Mediziner wünschen sich das nicht. Das ist nicht das Ideale für den Heilungsverlauf, alle drei Tage wieder auf die Schulter zu knallen." 

"Das rechne ich Martin sehr, sehr hoch an" 

Für Glasner ist die Entscheidung Hintereggers dennoch eine vertretbare: "Im Profisport machst du manchmal Sachen, die nicht unbedingt das Beste für deine Gesundheit sind. Das rechne ich Martin sehr, sehr hoch an, dass er sich hier in den Dienst der Mannschaft stellt." Dass der Innenverteidiger die Einheit am Donnerstag verpasst hat, kann das Trainerteam auch verkraften. "Natürlich müssen wir den Spagat ein wenig gehen. Es ist nicht das Idealste, wenn wir einen Spieler rausnehmen müssen. Aber er ist – das muss ich sagen – nicht der allergrößte Trainingsweltmeister. Da kann man verschmerzen, wenn er mal ein Training aussetzt", sagte Frankfurts Trainer mit einem Grinsen. Die Frage nach der Schmerzgrenze für Profifußballer allerdings bleibt. 

In diesem Artikel erwähnt
Impressum des Publishers ansehen