Fokus auf Aue statt "Super League": Klauß kritisiert "total beknackte Idee"

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Die "Super League" war zu Beginn dieser Woche das übergreifende Thema im Fußball-Geschäft, doch als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg interessiert sich Robert Klauß derzeit nicht für den angedachten Wettbewerb der Super-Mannschaften. Für den Club steht das Spiel in Aue an – doch als Fan des Fußballs hatte der 36-Jährige eine klare Meinung zur "Vollkatastrophe", die sich anbahnt.

"Das ist ja Wahnsinn"

Die Gedankenspiele um eine internationale Super-Liga werden konkreter, woraufhin am Montag bereits zahlreiche Statements, Kritiken oder Karikaturen von Klubs folgten, die lange Zeit nichts mit diesem Wettbewerb zu tun haben werden. Auch FCN-Cheftrainer Robert Klauß räumte ein, dass der Club derzeit natürlich nicht von den Plänen der Super-Mannschaften tangiert wird und sich nur auf das Zweitliga-Geschehen in Aue konzentrieren wird, das vor dem FCN liegt. Als Fan des Fußballs kann der 36-Jährige jedoch nur mit dem Kopf schütteln – und teilte seine ganz persönliche Meinung emotional mit.

"Es ist eine total beknackte Idee", verurteilte Klauß die Idee einer "Super League" als "Vollkatastrophe". Der Fußballlehrer verwies darauf, dass der Großteil der Befürworter einer Super-Liga ohnehin in der Champions League ständig gegeneinander spielen würden, spätestens ab den Achtel- oder Viertelfinals wären Außenseiter nur noch selten dabei. Dementsprechend zweifelte Klauß am sportlichen Sinn eines zusätzlichen Wettbewerbs und wurde deutlich: "Gerade jetzt in der aktuellen Phase, wo die kleinen Vereine Probleme haben, schauen die großen Vereine, dass sie noch mehr Geld generieren. Das ist ja Wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass es wirklich dazu kommt."

FCN muss auf Schäffler verzichten

Denn gerade die kleinen Vereine, die auf Zuschauereinnahmen angewiesen wären, würden unter einem Austritt der Top-Klubs aus den nationalen Wettbewerben leiden – weil deren Attraktivität automatisch sinkt. "Das hat mir Solidarität, worüber immer gesprochen wird, gar nichts mehr tun. Das ist genau das Gegenteil. Für mich ist das eine Vollkatastrophe", positionierte sich Klauß als Fan. Und ob er selbst "zum 900. Mal das 'El Clasico'" sehen müsste, stellte der 36-Jährige ebenfalls in Frage.

Lieber konzentrierte sich Klauß auf das bevorstehende Duell seiner Nürnberger in Aue, das von Personalentscheidungen geprägt wird. Während Lukas Mühl und Robin Hack wieder im Mannschaftstraining waren, wird Torjäger Manuel Schäffler wegen eines Innenbandrisses fehlen. Ein Ausfall, den Klauß in der Englischen Woche durch das Kollektiv kompensieren will. "Wir werden nicht komplett rotieren, aber Einsatzzeiten verteilen", versicherte der Coach, der Rückkehrer Hack nach dessen sechswöchiger Pause noch nicht in der Startelf sieht. Gegen heimstarke Auer hat der 36-Jährige einen genauen Plan: "Wir wollen schnellen, dynamischen, aggressiven Fußball spielen, um die ein oder andere Schwäche des Gegners aufzudecken."