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Fenerbahçe: Rotieren oder einspielen?

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Nach dem 3:0 aus dem Hinspiel kann der Einzug in die Playoff-Runde der Europa League eigentlich beinahe schon als Selbstverständlichkeit gesehen werden. Um allerdings eine Blamage zu vermeiden, muss Jorge Jesus genau überlegen, wie er seine Startelf aufstellt.

Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, die entscheidende Frage wird aber sein, ob der Trainer einigen Spielern die Chance zur Regeneration geben möchte oder das Spiel nutzt, um seine durchgewürfelte Startelf besser einzuspielen. Beide Modelle haben etwas für sich, schließen sich aber eben auch aus.

Für die Regeneration spricht ganz klar der eng getaktete Spielplan der "Kanarienvögel". Am Montag holte man sich mit viel Glück noch einen Punkt gegen Ümraniyespor, kommenden Montag wartet bereits Kasımpaşa. Einige Spieler waren bei ihrer Verpflichtung relativ offensichtlich nicht austrainiert, anderen ist die Belastung der letzten Wochen deutlich anzumerken. Auf beinahe allen Positionen stünden Ersatzkräfte bereit, die auf eine Chance brennen. Diese Variante wäre dementsprechend sicherlich auch in Hinblick auf die Stimmung im Kader förderlich und würde vielleicht auch die Fans ein wenig besänftigen. Gerade Arda Güler wird lautstark gefordert. Wie klug es war, dem Youngster öffentlichkeitswirksam die "10" zu überreichen, sei gerade hinsichtlich des sowieso bereits großen Drucks dahingestellt. Lässt man den Publikumsliebling aber nun sogar in dieser vergleichsweise einfachen Partie außen vor, dürfte die Stimmung endgültig kippen.

Mannschaft fehlen Automatismen und potentielle Stammkräfte

Potentielle Startelfkandidaten wie Aziz, Kahveci, Yandaş, Pedro und Alioski müssen allerdings verletzungsbedingt sowieso weiterhin zusehen. Auch wenn man diese Ausfälle im Hinterkopf behält, spricht dennoch einiges für Option zwei. Die Partie gegen den Aufsteiger zeigte große Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den unterschiedlichen Mannschaftsteilen und auch den Spielern untereinander. Hinzu kam der taktische Kniff, die Achter-Position zugunsten eines weiteren Offensiven nicht zu besetzen. Dieser ging im wahrsten Sinne völlig nach hinten los und sorgte dafür, dass Arão heillos überfordert die gegnerischen Konter ziehen lassen musste. Neben der Rückbesinnung auf eine deutlich bessere Balance zwischen Defensive und Offensive, die sicherlich durch eine echte Doppelsechs erreicht werden könnte, wäre hier die Installation einer festen Achse förderlich. Welche Spieler der neue Trainer fest einplant, lässt sich aktuell nur erahnen. Die dadurch fehlenden Automatismen führten am Montag bereits beinahe zu einer Niederlage und werden bis zum nächsten Ligaspiel auch weiterhin ein Problem sein.

Jesus wird wahrscheinlich einen Mittelweg wählen. Spieler wie Kadıoğlu und Rossi könnten sicherlich eine Pause gebrauchen, insbesondere bei den (früheren) Leistungsträgern Zajc, Crespo und Dursun muss man nun Spielzeit bieten oder verkaufen. In der Abwehr ist ohne Alioski sowieso nur eine Notlösung möglich und gibt man Güler wieder keine Minuten, wird sich diese Baustelle vorerst gar nicht mehr schließen lassen. Viele harte Nüsse also für Jesus, wenn man bedenkt, dass mit dem 3:0 im Hinspiel eigentlich bereits alles für einen entspannten Abend vorbereitet wurde.

Foto: Burak Kara/Getty Images

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