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Fenerbahçe: Eine Niederlage, die Hoffnung macht

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Wenn man drei Punkte, einen Abwehrspieler und letztendlich die Tabellenführung verliert, ist die Stimmung erfahrungsgemäß eher schlecht. Nach der Niederlage in Trabzon tut Fenerbahçe trotzdem gut daran, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren.

Bereits während des Spiels und spätestens danach ging es kaum noch um sportliche Themen. Im Fokus stand stattdessen mal wieder der Schiedsrichter. Sowohl der Platzverweis für Min-jae Kim, als auch der Elfmeter kurz vor dem Ende waren ebenso umstritten wie spielentscheidend. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Während man im gelb-marineblauen Lager naturgemäß nicht mit den Entscheidungen einverstanden war und gar von einem Skandal spricht, gibt es andere Stimmen, die die Pfiffe entweder genau so unterstützen oder gar der Meinung sind, statt der zweiten Gelben Karte hätte es sogar glatt Rot für eine Notbremse geben müssen. Klar ist, dass beide Entscheidungen nicht glasklar waren und auch ein ausbleibender Pfiff oder eine Ermahnung keine klaren Fehler gewesen wären. Dass der VAR Schiedsrichter Ali Şansalan aufforderte, den Zweikampf zwischen Szalai und Cornelius am Monitor zu betrachten, setzt außerdem voraus, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelte. Diese war der ausbleibende Pfiff allerdings eher nicht.

Fenerbahçe überzeugt sportlich

Somit schlagen jetzt die Wellen wieder hoch und das ist schade, denn aus Sicht Fenerbahçes gibt es eigentlich sportliche Aspekte, die man betrachten könnte und sollte. Die Gäste waren nämlich richtig gut. Das gilt natürlich vor allem für die ersten 23 Minuten, bis dann der Platzverweis den Matchplan zunichte machte. Trotz Personalnot in der Abwehr stand die Dreierkette sicher und das Trio Szalai, Kim und Novák zeigte sich einmal mehr sattelfest. Ähnlich sah es im Mittelfeld aus, wo sich Miguel Crespo mehr und mehr als optimaler Nebenmann für Luiz Gustavo entpuppt. Der Portugiese agiert defensiv robust und offensiv als hervorragender und umsichtiger Techniker. Und auch die Offensive gefiel. Der oft gescholtene Özil zog die Fäden, der eigentlich immer emsige Valencia war sich für keinen Weg zu schade und auch Diego Rossi kommt immer besser in Fahrt. Mit seinen Dribblings zieht er oft mehrere Gegner auf sich und auch beim Tor agierte er reaktionsschnell und überlegt. Zu zehnt änderte sich natürlich die Statik, die Bereitschaft, mit der die verbliebenen Spieler zu Werke gingen, dürfte allerdings Vítor Pereira gefallen haben. Die Mannschaft zeigte Herz. Trotzdem schmerzt die Niederlage gegen den Erzrivalen natürlich und auch die Art und Weise war maximal unglücklich. Da man die drei Punkte allerdings nicht zurückbekommen wird, ist man in Kadıköy gut beraten, sich auf die sportlichen Aspekte zu konzentrieren. Die bieten nämlich für die kommenden Partien großen Anlass zur Hoffnung. Beim Spiel elf gegen elf müssen sich die "Kanarienvögel" in dieser Form vor keinem Gegner verstecken.

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