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Annika Becker·28. Juni 2022

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 Englands Lionesses: Das sind die Gastgeberinnen der EM

Artikelbild:🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 Englands Lionesses: Das sind die Gastgeberinnen der EM

Eine Nationaltrainerin, die weiß, wie man die EM gewinnt, eine Begeisterungswelle im eigenen Land, das außerdem Gastgeber ist: Beste Bedingungen für England, um den EM-Pokal nach Hause zu holen. Was macht die Lionesses unter Sarina Wiegman aus und welche Themen sind sonst rund um das Team wichtig?


Sarina Wiegman übernahm den Posten als Cheftrainerin im September 2021, nachdem sie mit den Niederlanden 2017 die Europameisterschaft gewonnen und bei der WM 2019 das Finale erreicht hatte. Ihre Nachfolge auf Phil Neville stand schon ein Jahr vor ihrem Antritt fest. Es ist ihr in dieser Zeit gelungen, ein Team aufzustellen, das bei dieser EM nicht nur das englische Publikum begeistern wird.

Schaut man auf die Ergebnisse seit Wiegmans Amtsantritt, waren die Engländerinnen geradezu unterfordert. Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Lettland im November 2021 zum Beispiel gewannen sie mit 20:0. In Worten: zwanzig zu null! Das war neuer Rekord für England und löste eine internationale Debatte darüber aus, ob diese Spiele zwischen sehr unterschiedlich starken Verbänden überhaupt sinnvoll und aussagekräftig sind. Eine Debatte, die auch der deutschen Nationalelf vertraut ist.

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Auch deswegen wurde im Februar der Arnold Clark Cup organisiert, zu dem nur große Fußballnationen eingeladen wurden – hier machte dann aber die Pandemie Vergleiche auf höchstem Level schwierig. Generell war die Rückkehr von erkrankten und verletzten Spielerinnen immer wieder Thema, wie zum Beispiel bei der offensiven Mittelfeldspielerin Fran Kirby, die laut ‚Telegraph‘ zwischen Februar und April mit einer Erschöpfungskrankheit ausfiel und in dieser Phase ein Sauerstoffzelt in der eigenen Wohnung brauchte.

Professionelle Präsentation

Ansonsten macht man sich beim englischen Verband offensichtlich sehr viele Gedanken zu Auftreten und Präsentation des eigenen Fußballs. Im März 2021 wurde der neue TV-Vertrag für die Women’s Super League bekannt gegeben: Bis zu 24 Millionen Pfund über drei Saisons investieren die BBC und Sky UK.

Mindestens genauso wichtig ist die im Vertrag festgelegte Anzahl von Spielen, die die beiden großen Sender an prominenter Stelle pro Saison zeigen. Laut dem ‚Women’s Sports Trust‘ vervierfachten sich die geschauten Stunden und der Anteil von regelmäßigen Zuschauenden erhöhte sich von 31 auf 45 Prozent.

Die Lionesses werden zur EM betont cool präsentiert, sei es bei den Trikots mit glänzendem Wappen, die an Sticker-Sammelalben erinnern sollen oder dem Video zur Kader-Bekanntgabe, das daran anknüpft.

So wollen sie spielen

Seit Wiegman vor einem Dreivierteljahr als Trainerin übernommen hat, spielten die Engländerinnen meist im 4-3-3 oder 4-2-3-1, letzteres war bei den beiden Testspielsiegen gegen Belgien und die Niederlande zu sehen. Auch die Startelf steht größtenteils, wobei in der Sturmspitze sonst wohl Ellen White anstelle von Beth England spielen würde. White kuriert gerade eine Corona-Infektion aus.

Ein letzter Test gegen die Schweiz am Donnerstag (30.06.) steht noch aus, aber die Idee hinter Wiegmans Team ist schon jetzt sehr klar: Ihre Lionesses wollen den Ball haben und mit viel Bewegung ihr Kurzpassspiel aufziehen, das aber nie reiner Selbstzweck ist. Schnelle Dribblings von Lauren Hemp, Flanken und lange Bälle gehören ebenso zum Repertoire, je nachdem, was das Spiel hergibt. Denn Wiegman und ihr Team verstehen sich durchaus darauf, auf Spielsituationen zu reagieren.

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Beim Test gegen die Niederlande wurden trotz des hohen 5:1-Sieges aber auch einige Probleme deutlich, so tat sich die Abwehr um Millie Bright in der ersten Hälfte schwer, an den gegnerischen Angreiferinnen vorbeizuspielen. Die Niederländerinnen positionierten sich defensiv im 4-4-2 und konnten Keira Walsh in Englands defensivem Mittelfeld zeitweise aus dem Spiel nehmen.

Die dann nötigen langen Bälle waren zu ungenau. Das Positionsspiel in der Offensive kann zudem manchmal dazu führen, dass es die Lionesses zu kompliziert angehen – da fehlt noch die richtige Balance aus Zielstrebigkeit und Geduld. Trotzdem gelten die Engländerinnen verdient als engere Favoritinnen auf den Titel.

Wer wird wichtig?

Die Qualität des Kaders ist insgesamt sehr hoch, das herausragende Talent ist die 21-Jährige Lauren Hemp von Manchester City, sie wurde von den anderen Spielerinnen in der WSL in den letzten fünf Jahren vier Mal zur besten jungen Spielerin des Jahres gewählt. Mit ihrer Geschwindigkeit beim Dribbling sorgt sie beim Publikum regelmäßig für den berühmten „Roar“ und torgefährlich ist sie auch.

Im Mittelfeld sorgen Walsh und Williamson für die nötige Stabilität, während die drei offensiven Mittelfeldspielerinnen vor ihnen munter die Positionen tauschen. In der Defensive sind Millie Bright und Lucy Bronze gesetzt. Während Bright eine kopfballstarke Innenverteidigerin ist, schaltet Bronze sich als Außenverteidigerin immer wieder in die Offensive mit ein. Ihr kürzlich bekannt gewordener Wechsel zum FC Barcelona zur neuen Saison unterstreicht ihre herausragende Klasse.

Wer zeigt die Spiele?

England gegen Österreich (Eröffnungsspiel), 06.07., 21 Uhr, ARD, DAZN

England gegen Norwegen, 11.07., 21 Uhr, ZDF, DAZN

England gegen Nordirland, 15.07., 21 Uhr, DAZN, evtl. ARD