EM-Kompakt: Ex-Kapitäne kritisieren DFB-Elf, Corona-Alarm bei Italien

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Erik Schmidt

Das deutsche Aus im Achtelfinale sorgt immer noch für Diskussionen. Nun meldeten sich einmal mehr zwei Ex-Kapitäne des DFB-Teams zu Wort. In Italien gibt es derweil trotz des Finaleinzugs Unruhe. Wir klären über alles Wichtige zur EM auf.

Schweden-Star macht Schluss

Bei der Niederlage im Achtelfinale gegen die Ukraine lief Marcus Berg letztmals für Schweden auf. Der ehemalige Profi des Hamburger SV, der seit diesen Sommer beim IFK Göteborg unter Vertrag steht, bestätigte am Freitag seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

„Ich bin extrem glücklich und stolz auf das, was ich und das Team geleistet haben“, erklärte Berg gegenüber der ‚Göteborgs-Posten‘. Der 34-jährige Stürmer habe nach eigener Aussage bereits Nationaltrainer Janne Andersson über seinen Entschluss informiert. Künftig wolle sich Berg, der seit 2008 exakt 90 Länderspiele bestritten hat, voll auf seinen Klub konzentrieren.


EM-Konzept ohne Zukunft?

In diesem Jahr wurde die EM zum ersten Mal in mehr als zwei Gastgeberländern ausgetragen. Insgesamt verteilten sich die 51 Begegnungen auf elf Standorte in ebenso vielen unterschiedlichen Ländern. Dass dieses Konzept künftig erneut Anwendung findet, scheint laut Aleksander Ceferin jedoch unwahrscheinlich.

„Es ist eine interessante Idee, aber schwer umzusetzen. Ich denke nicht, dass wir es noch einmal machen“, sagte der UEFA-Präsident in einem ‚BBC‘-Podcast. Es sei „nicht richtig, dass einige Mannschaften über 10.000 Kilometer reisen mussten und andere nur 1000. Es war auch nicht fair gegenüber den Fans“, so Ceferin, dessen Vorgänger, Michel Platini, dieses Format einst abgesegnet hatte. Die nächste Endrunde im Jahr 2024 findet unterdessen, wie bereits seit längerem bekannt ist, ausschließlich in Deutschland statt.


Löw im Fokus von Ballack und Lahm

Spätestens beim Heimturnier in drei Jahren rechnet Philipp Lahm auch wieder mit Titelchancen für den DFB. Die Auftritte während der laufenden Endrunde kritisierte der einstige deutsche Kapitäne nun aber noch einmal deutlich. Dabei nahm der 37-Jährige vor allem auch Joachim Löw in den Fokus.

„Es hat der letzte Biss, der Mut gefehlt“, so Lahm im Interview mit dem ‚Spiegel‘. Dem Bundestrainer warf der Weltmeister von 2014 speziell die fehlende taktische Ausrichtung vor: „Es war kein klarer Plan erkennbar, wie die Mannschaft spielen will. Es fehlte die Balance zwischen Defensive und Offensive.“ Auch bei Michael Ballack kam Löw nicht gut weg.

„Deutschland hat enttäuscht. Trotz der Entwicklung, die seit 2018 erkennbar ist, hatten wir uns mehr vorgenommen. Wir haben viele gute Einzelspieler, aber es ist nicht gelungen, daraus eine funktionierende Mannschaft zu formen“, erklärte der frühere Capitano gegenüber dem ‚Sportbuzzer‘.


Squadra Azzurra schottet sich ab

Nur kurz vor dem Finale am Sonntag gegen England ist bei der italienischen Nationalmannschaft Corona-Alarm ausgebrochen. So wurden nach Informationen der ‚Gazzetta dello Sport‘ drei Journalisten, die zum Reisetross der Squadra Azzurra gehören, positiv auf das Virus getestet.

Daraufhin trafen die Italiener gleich mehrere Maßnahmen. Beispielsweise wurde eine eigentlich anders geplante Pressekonferenz nun nur virtuell abgehalten. Außerdem sollen bis zum Endspiel weder Trainer noch Akteure physisch auf Medienvertreter:innen treffen.


Das Video des Tages

Nach dem Halbfinale gegen Dänemark hatte Mason Mount einer englischen Anhängerin sein Trikot geschenkt. Nun bedankte sich der Profi vom FC Chelsea noch einmal bei der Zehnjährigen für ihre Unterstützung, deren anschließende Reaktion war einfach nur rührend.

Mit dieser Aktion konnte Mount den Three Lions immerhin ein paar Sympathiepunkte bescheren. Schließlich hatten die Engländer diesbezüglich zuletzt nicht gerade glänzen können.