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Annika Becker·9. Juli 2022

EM-Kompakt: DFB-Elf im Rausch, Schweden trifft auf Titelverteidigerinnen

Artikelbild:EM-Kompakt: DFB-Elf im Rausch, Schweden trifft auf Titelverteidigerinnen

Gestern startete Deutschland furios mit einem 4:0 gegen Dänemark ins Turnier und holte sich damit den ersten Platz in der Gruppe. Vorher hatte Spanien mit 4:1 gegen Finnland gewonnen. Heute geht es mit den Spielen in der Gruppe C weiter, darunter das Top-Spiel Schweden gegen die Niederlande.


Das schnellste EM-Tor

Linda Sällström schockte Spanien gleich in der ersten Spielminute. Nach einem langen Pass von Westerlund hinter Spanien hochstehende Abwehr lief sie allein auf Sandra Paños zu und erzielte das 1:0 für Finnland. Ihr Treffer nach 50 Sekunden war das schnellste Tor bei einer EM seit Einführung der Gruppenphase im Jahr 1997. Spanien musste das erstmal sacken lassen, war dann aber klar überlegen und besonders erfolgreich nach Standards.

Irene Guerrero und Lucía García waren die beiden Spielerinnen, die für die aus der EM ausgeschiedenen Alexia Putellas und Jennifer Hermoso neu in die Startelf kamen. Paredes (26.) und Bonmatí (41.) drehten das Spiel noch vor der Pause. García erzielte in der zweiten Hälfte das 3:1 (75.), Caldentey verwandelte in der Nachspielzeit einen Elfer zum 4:1 Endstand (90.+5).


Deutschland gewinnt euphorisch

„Wir haben uns in einen Rausch gespielt; was für ein erstes Spiel! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wir sind alle sehr glücklich. Unser Angriffspressing hat sehr gut funktioniert, das war einer der Hauptgründe, warum wir so gespielt haben, wie wir gespielt haben“, fasste Lea Schüller das Spiel gegen Dänemark nach Abpfiff zusammen und im Prinzip ist dem nicht mehr viel hinzuzufügen. Diejenige, die all das am meisten verkörperte, war Lina Magull.

Sie wurde als Spielerin des Spiels ausgezeichnet, ihr gelangen nicht nur viele Balleroberungen, sondern auch das erste Tor in der 21. Minute und die Vorlage auf Lea Schüller per Ecke zum 2:0 (57.).

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Dänemarks Trainer Lars Søndergaard fasste die Partie aus seiner Sicht so zusammen: „Wir hatten nicht den Mut, mitzuspielen. Wir haben immer wieder die gleichen Dinge gemacht, zum Beispiel lange Pässe gespielt, aber sie haben einfach alle Zweikämpfe gewonnen. Wir wollten höher stehen, aber wir waren nicht in der Lage, das zu tun.“


Was steht an?

Die Gruppe C startet ins Turnier, erst spielt die Schweiz gegen Portugal, danach gibt es dann das Top-Spiel der niederländischen Titelverteidigerinnen gegen Schweden.

Die Schweiz hat seit November kein Spiel mehr gewonnen, gegen die Portugiesinnen soll sich das endlich ändern, damit es wenigstens eine kleine Chance gibt, es aus der Gruppe zu schaffen. „Es ist wahrscheinlich das Spiel, in dem wir uns die größten Hoffnungen auf drei Punkte machen können. Aber vielleicht gibt es auch eine Chance, gegen die Niederlande und Schweden zu gewinnen, weil sie unter Druck stehen“, so Kapitänin Lia Wälti.

Portugal erfuhr erst spät von seiner Teilnahme bei dieser EM. EM-Playoff-Gegner Russland wurde aufgrund des Krieges in der Ukraine disqualifiziert, im Gegensatz zu anderen Wettbewerben gab es diesen offiziellen Schritt von Seite der UEFA aber erst im Mai. Portugals Trainer Francisco Neto war trotzdem der erste aller Coaches, der seine Spielerinnen für die EM benannte.

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Eine von ihnen kennt die Schweiz besonders gut: Torhüterin Inês Pereira spielt für Servette. Außenseiterinnenrolle? Egal: „Unsere größte Stärke ist, dass wir uns auch dann, wenn die Dinge nicht gut laufen, zusammenraufen und Hindernisse überwinden können.“ Und weiter: „Portugals Leistung sollte zeigen, dass wir in der Lage sind, mit allen anderen in Europa zu konkurrieren und sie zu schlagen.“ Das könnte also spannend werden.

Mehrere Schlüsselspielerinnen fraglich

Bei den Schwedinnen war Stina Blackstenius gestern zurück im Training, Linda Sembrant konnte nur die ersten 30 Minuten mitmachen, bei beiden ist ein Einsatz fraglich. Zu Blackstenius verriet Schwedens Trainer Gerhardsson immerhin, dass sie sie zwar einsatzbereit sei, aber nicht in der Startelf stehen werde.

Bei den Niederländerinnen gab es Fragezeichen hinter Dominique Janssen und Lineth Beerensteyn. Mark Parsons sagte, er schenke der Personalsituation bei den Gegnerinnen nicht zu viel Beachtung: „Schweden ist ein Team mit viel Energie, das immer mit Hochdruck spielt. Positionen und Namen können sich ändern, aber das Prinzip ist dasselbe.“ Klar ist, dass dies ein echtes Top-Spiel ist, Schweden gilt als einer der engen Favoriten auf den Titel.


Das Zitat des Tages: Alexandra Popp

Die Europameisterschaften der Jahre 2013 und 2017 verpasste Alexandra Popp verletzt und in diesem Jahr wurde es knapp, weil sie nach erneuter langer Verletzung spät in die Saison kam. Vor dem Turnier im Trainingslager infizierte die 31-jährige dann mit dem Corona-Virus, konnte aber letztlich mit nach England reisen. Allein ihre Einwechslung in der 61. Minute war daher schon emotional, aber dann machte Popp in der 86. Minute auch noch das schönste Tor des Tages. Jule Brand passte zu Sydney Lohman, die lief in den Strafraum und flankte perfekt auf Popp, die in den Ball reinsprang und danach einen Moment auf dem Rasen niederkniete.

„Ich habe den Ball jedenfalls nicht auf die Nase bekommen…“, sagte Popp nach dem Spiel beim ZDF, auf die Frage zu ihren Emotionen nach ihrem Tor.


Was läuft wo?

Portugal – Schweiz, 18 Uhr, ARD und sportschau.de, DAZN

Schweden – Niederlande, 21 Uhr, sportschau.de, DAZN