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Annika Becker·13. Juni 2022

Dominanter Rekordmann: Das ist Bayerns neuer Trainer Alexander Straus

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Die Suche hat nun auch offiziell ein Ende: Nach der Trennung von Jens Scheuer im Mai wird Alexander Straus der neue Cheftrainer des FC Bayern München. Der 46-jährige Norweger trainierte zuletzt den SK Brann. Der Verein wurde – noch als Sandviken TF – 2021 zum ersten Mal Meister der norwegischer Toppserien und stellte dabei einen Landesrekord auf. Am Mittwoch sitzt Alexander Straus bei seinem jetzigen Verein das letzte Mal auf der Bank, wir werfen einen kurzen Blick auf SK Branns Spielweise.

Erfolgreich in Norwegen

Von 18 Spielen gewann Sandviken unter Straus in der Saison 2021 ganze 17, es gab nur ein Unentschieden, das ist norwegischer Rekord. Auch aktuell steht der Sportklubben nach 14 Spieltagen mit 37 Punkten auf dem ersten Platz der nach Kalenderjahr gespielten Liga, der SK Brann übernahm vor der Saison das Spielrecht der amtierenden Meisterinnen von Sandviken TF.

Die Gespräche zwischen dem FC Bayern München und SK Brann über Straus‘ Wechsel waren schon seit Wochen bekannt und von Branns Geschäftsführer Christian Kalvenes Seite bestätigt worden. Gedauert hat es mit der offiziellen Bekanntgabe, weil beim Klub aus Bergen an diesem Mittwoch das letzte Spiel vor der Sommerpause ansteht: Mit Straus an der Seitenlinie geht es im Pokal-Achtelfinale gegen Arna-Bjørnar.

Vor seinem Engagement bei Sandviken TF bzw. dem SK Brann trainierte Alexander Straus sowohl im norwegischen Fußball der Männer wie der Frauen. Straus war unter anderem Cheftrainer der norwegischen U23- und U19-Frauen-Nationalmannschaft. Er arbeitete auch schon als Co-Trainer bei Strømsgodset TF, als der Männerverein Vizemeister wurde und an der Europa League teilnahm.

Wie Alexander Straus spielen lässt

„Meine bevorzugte Spielidee ist, dass meine Mannschaften immer dominant auftreten. Wir müssen bei Ballbesitz das Spieltempo kontrollieren und dabei immer mutig und offensiv nach vorne spielen,“ so Straus im Interview mit den Vereinsmedien des FC Bayern München. Schaut man via ‚Wyscout‘ auf einige Statistiken des SK Brann in der Toppserien, lässt sich das so bestätigen.

In der Saison 2021 war Sandviken das Team mit dem höchsten durchschnittlichen Ballbesitz der Liga (rund 60%), was auch für Brann im Jahr 2022 gilt. Das allein sagt noch nicht viel aus, aber zusammen mit einigen anderen Werten ergibt sich ein Bild. So setzten Sandviken bzw. Brann vor allem auf kurze Pässe und ein insgesamt hohes Spieltempo mit durchschnittlich 14,5 Pässen pro Minute mit eigenem Ballbesitz. In der Toppserien kommt nur Rosenborg in beiden Saisons auf einen ähnlichen Wert, in diesem Jahr liegt außerdem Vålerenga näher dran (und spielt bisher insgesamt auch eine bessere Saison).

Zielgerichteter Ballbesitz

Dass der Ballbesitz vor allem nach vorne gerichtet und möglichst temporeich sein soll, zeigt sich auch daran, dass Brann auch bei „progressive passes“ und „progressive runs“ pro 90 Minuten unter den Top 2 in der norwegischen Liga ist. Mit diesen beiden Werten sind Läufe bzw. Pässe gemeint, die das eigene Spiel weiter nach vorn in Richtung des gegnerischen Tores treiben (im Gegensatz zu Quer- oder Rückpässen). Bei beiden Metriken hat sich Brann in diesem Jahr im Vergleich zur Vorsaison noch einmal gesteigert. Bayern München lag in der vergangenen Saison mit vorwärts gerichteten Pässen in der Bundesliga ebenfalls auf dem zweiten Platz, bei den Läufen aber nur auf dem fünften Platz.

Nach diesem Aufbau folgten dann bei Brann weniger Schnittstellenpässe durch die Mitte in den Sechzehner, sondern vor allem Flanken von außen, auch hier führt Brann die Statistik an. Straus‘ bevorzugtes System in diesem Jahr war ein 3-4-3, je nach Gegnerinnen und Situation zeigte der Sportklubben aber auch Variationen davon. Im letzten Spiel gegen Rosenborg – übrigens der ersten Pflichtspielniederlage des Vereins seit 2020 – wurde aus der Formation zum Beispiel eher ein 5-4-1.

In der Frauenbundesliga und mit anderen Spielerinnen beim FC Bayern München wird es natürlich Anpassungen geben. Es wird aber schon jetzt deutlich, dass mit der Verpflichtung von Alexander Straus vor allem das Ballbesitzspiel der Münchenerinnen beschleunigt werden soll, vor allem über das Bewegen und Anbieten.