DFB-Team | Überzeugende Teamleistung zum Auftakt ins WM-Jahr – Deutschlands Sieg gegen Israel in der Einzelkritik | OneFootball

DFB-Team | Überzeugende Teamleistung zum Auftakt ins WM-Jahr – Deutschlands Sieg gegen Israel in der Einzelkritik

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Spotlight | Deutschland feierte am Sonntagabend einen erfolgreichen Auftakt ins WM-Jahr 2022 mit einem 2:0 über Israel. Die Akteure in der Einzelkritik.

Werner und Havertz besiegeln erfolgreichen Auftakt ins WM-Jahr

Von Beginn an zeigte sich Deutschland dominant und druckvoll in der Offensive. Den Durchbruch gab es allerdings erst zehn Minuten vor der Pause durch Kai Havertz. In der ersten Minute der Nachspielzeit flankte Ilkay Gündoğan einen Freistoß vom linken Strafraumeck an den ersten Pfosten, Timo Werner verlängerte in der Mitte zum 2:0. Aufgrund einer Vielzahl an Wechseln wurde es erst kurz vor Schluss wieder interessant, als zuerst Thomas Müller und auf der Gegenseite Yonatan Cohen vom Punkt vergaben. Die Akteure in der Einzelkritik.

Matchwinner Havertz, Musiala und Debütanten überzeugen

Marc-André ter Stegen (bis 46′): Eigentlich ausschließlich als Groundhopper mitgereist. Gerade einmal elf Ballkontakte in 45 Minuten. Paraden musste Barcelonas Torhüter keine zeigen. Note: 3,0.

Thilo Kehrer: Unter Hansi Flick nach wie vor gesetzt. Gegen Israel durfte Kehrer als Rechtsverteidiger ran, verrichtete seine Arbeit defensiv gewohnt sicher, wenngleich es ihm nicht allzu schwer gemacht wurde. Offensiv immer wieder mit ordentlichen Vorstößen. Ofir Marciano verwehrte ihm nach der Pause seinen ersten Länderspieltreffer. Note: 2,0.

Jonathan Tah: Bildete zusammen mit Nico Schlotterbeck die Innenverteidigung. Aus der Viererkette der Unauffälligste, was in diesem Fall nichts Schlechtes sein muss. Note: 2,5.

Nico Schlotterbeck: Grundsolides Nationalmannschaftsdebüt des Freiburgers. Defensiv kompromisslos, immer wieder mit guten Diagonalbällen im Spielaufbau. Verursachte mit einer Unkonzentriertheit ganz am Schluss allerdings einen Elfmeter. Trotzdem und vor allem als Linksfuß in der Innenverteidigung mit guten Chancen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Note: 2,0.

David Raum (bis 63′): Im eigenen Stadion auf der linken Seite äußerst engagiert, machte immer wieder die Läufe nach vorne und wurde von seinen Teamkollegen auch gesucht. Holte sich mit einer Eckballflanke sogar einen Assist ab. Dass Raum auch in einer Viererkette als Linksverteidiger spielen kann, könnte ihm im Duell mit dem wingback Robin Gosens einen Vorteil verschaffen. Note: 2,0.

Ilkay Gündoğan (bis 46′): Führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld und ging gleich von Beginn an mit vielen guten Pässen vorneweg. Hätte nach 29 Minuten bereits den Führungstreffer erzielen können, sein Abschluss geriet aber zu unplatziert. Gab die Kapitänsbinde zur Pause an Thomas Müller weiter. Note: 2,5.

Julian Weigl (bis 63′): Anfang 2020 wurde sein Wechsel zu Benfica noch mit vielen Fragezeichen begleitet. Doch dem Ex-Dortmunder gelang es, sich festzuspielen, egal ob unter Bruno Lage, Nélson Veríssimo oder Jorge Jesus. Nach fast sechsjähriger Abstinenz nun auch wieder in der Nationalmannschaft ein Thema überzeugte Weigl vor allem durch seine Passquote, 95 Prozent Passgenauigkeit sind Topwert für Spieler, die 45 Minuten oder länger auf dem Platz standen, 53 seiner 56 Pässe kamen an. Könnte mit der Ruhe auf der Sechs im weiteren Verlauf des Jahres als Kontrast zu den bisweilen ultra-offensiven Joshua Kimmich und Leon Goretzka noch wichtig werden. Note: 2,5.

Julian Draxler: Eine weitere Personalie, mit der Hansi Flick überraschte. Doch auch der PSG-Akteur wusste rechts offensiv zu überzeugen. Versuchte vermehrt, die israelische Defensive mit One-Touch-Football auseinanderzunehmen und hatte in der 68. Minute seine beste Torgelegenheit, die ihm Marciano verwehrte. Note: 2,5.

Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

Jamal Musiala: Bayerns Youngster durfte gegen Israel über 90 Minuten ran. Zuerst auf seiner Lieblingsposition, der Zehn. Mit der Einwechslung von Thomas Müller rückte Musiala auf die Sechs. Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte Musiala durch viel Kreativität, Ballsicherheit und Übersicht, streute aber auch noch zu viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten ein. Immerhin: Neben den meisten Dribblings (5) gewann er auch die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (7). Note: 2,5.

Kai Havertz (bis 80′): Begann offensiv auf der linken Seite und transportierte seine starke Form von Chelsea auch in die Nationalmannschaft. Brauchte zwar einige Anläufe, bis er Marciano bezwingen konnte, in Minute 36 schlug er jedoch zu. Auch im Kombinationsspiel extrem kreativ und unberechenbar. In dieser Verfassung wird es für Flick schwer, ihn nicht für den WM-Kader zu nominieren. Note: 2,0.

Timo Werner (bis 71′): Bei Thomas Tuchel nur Reservist – wofür nicht zuletzt auch der in der Sturmspitze gesetzte Kai Havertz zuständig ist. Trotzdem gibt ihm Hansi Flick das Vertrauen und Werner weiß dieses zurückzuzahlen. Zwar gönnte auch er sich einige Chancen. Mit der letzten Aktion vor der Pause stellte er seinen Stürmerinstinkt unter Beweis und damit auf 2:0. Machte 20 Minuten vor Schluss für Leroy Sané Platz. Note: 2,5.

Einwechslungen:

Kevin Trapp (ab 46′): In seinem Kernelement wesentlich mehr gefordert, als Marc-André ter Stegen. Den Elfmeter von Yonatan Cohen parierte er gekonnt. Ansonsten hatte auch Trapp ein Erste-Reihe-Ticket und konnte seinen Mitspielern beim Kombinieren zusehen.Note: 2,0.

Thomas Müller (ab 46′): Kam zur zweiten Hälfte und war gleich ein belebendes Element im Offensivspiel, nicht zuletzt durch seine Kommunikationsstärke. Ein Treffer wollte dem Münchener allerdings nicht gelingen, auch nicht vom Punkt. Note: 3,0.

Anton Stach (ab 63′): Nach Florian Wirtz, Karim Adeyemi, David Raum, Lukas Nmecha und Nico Schlotterbeck der sechste Debütant der Ära Flick. Damit ist er nur noch 107 von seinem Vorgänger entfernt. Auf dem Platz lieferte Stach ein solides Debüt ab, unspektakulär, ließ sich dafür auch nichts zu Schulden kommen. Note: 3,0.

Christian Günter (ab 63′): Kam für David Raum in die Partie und zeigte den gewohnten Offensivdruck über die linke Seite, stand beim Elfmeter allerdings etwas zu weit vom Tatort entfernt und ließ Teamkollege Schlotterbeck damit allein. Note: 3,0.

Leroy Sané (ab 71′): Kam zu dem Zeitpunkt, an dem er für den FC Bayern immer wieder mal enge Spiele entscheidet. Dieses hier war schon entschieden. Sein Einfluss in den letzten 20 Minuten hielt sich daher in Grenzen. Note: 3,0.

Lukas Nmecha (ab 80′): Viel Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen hatte auch Lukas Nmecha nicht, als er zehn Minuten vor Schluss Kai Havertz ersetzte. Da er aber in der 90. Minute clever den Laufweg von Sun Menahem kreuzte, gab es noch einen Elfmeter, den Thomas Müller allerdings nicht zu nutzen vermochte. Note: 2,5.

Hansi Flick: Schonte am Samstagabend etliche Starter – und lag damit genau richtig. Denn auch die zusammengewürfelte Mannschaft wusste zu überzeugen. Im In-Game-Coaching und mit taktischen Umstellungen kaum gefordert. Dafür war sein Team viel zu überlegen. Das dürfte am Dienstag gegen Louis van Gaal anders aussehen. Note: 2,5.

Maurizio Mariani: Die Partie verlangte dem Italiener nicht besonders viel ab. Sein Team und er lagen bei den Abseitsentscheidungen korrekt, auch ohne Videobeweis. Beide Elfmeter waren unstrittig. Gutes Maß in der Zweikampfbewertung. Hatte das Spiel zu jedem Zeitpunkt im Griff.  Note: 1,5.

Spielnote: Deutschland erledigte im Duell gegen den 77. der Weltrangliste seine Hausaufgaben souverän und feierte den achten Sieg im achten Spiel unter Hansi Flick. Vor der Pause zeigte das DFB-Team noch viele gute Kombinationen. In der zweiten Hälfte nahmen die Wechsel sichtlich Fahrt aus der Partie. Gegen Ende aufgrund der beiden Elfmeter noch mit kuriosem Spannungsbogen. Note: 3,5.

Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

Victor Catalina

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