Der WM-Held mit dem Elfmeter für die Ewigkeit: Zum Tod von Andreas Brehme | OneFootball

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·20. Februar 2024

Der WM-Held mit dem Elfmeter für die Ewigkeit: Zum Tod von Andreas Brehme

Artikelbild:Der WM-Held mit dem Elfmeter für die Ewigkeit: Zum Tod von Andreas Brehme

Fußball-Weltmeister Andreas Brehme ist im Alter von 63 Jahren unerwartet verstorben. Er war einer der besten Linksverteidiger, die dieses Land je gesehen hat und prägte unseren Sport auch über seine aktive Karriere hinaus.

Andreas Brehme: Der WM-Held von 1990

„Jaaaaa! Tor für Deutschland! 1:0 durch Andreas Brehme. Alles wie gehabt! Mit rechts flach ins linke Eck. Goycochea wusste alles – nur halten konnte er ihn nicht.“ Diese Worte von Kommentator Gerd Rubenbauer werden auch Fußball-Fans, die nach 1990 geboren wurden, mehr als bekannt vorkommen. Mit einem verwandelten Elfmeter gegen Argentinien hatte Andreas Brehme Deutschland soeben zum WM-Titel 1990 in Italien geschossen. In einer Karriere voller großer Momente sticht dieser nochmal entscheidend heraus.


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Vom Hamburger Jung zur Pfälzer Legende

Im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek fing am 9. November 1960 alles an. Zwischen Nachkriegsbauten und Fabrikgeländen erlernte der junge Andreas Brehme das Fußballspielen und trat mir nur fünf Jahren in den örtlichen Verein HSV Barmbek-Uhlenhorst ein. Beim „Kultverein mitten inne Stadt – mitten in Barmbek“, wie es auf der Homepage des Klubs heißt, kickte Brehme insgesamt fünfzehn Jahre lang. Dabei wurde er auch von seinem Vater Bernd Brehme trainiert, der ihn zumeist als Libero einsetzte.

1980 wechselte der 19-jährige Linksverteidiger, der übrigens gelernter Maschinenschlosser war, auf Vermittlung von Felix Magath zum 1. FC Saarbrücken. Ein Engagement beim HSV sollte trotz Probetraining und anschließenden Gesprächen nie zustande kommen. In der saarländischen Landeshauptstadt verweilte Brehme allerdings nur ein Jahr, ehe es 1981 zum 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga ging.

Beim pfälzischen Traditionsverein entwickelte sich Brehme zu einem der besten Außenverteidiger der Bundesrepublik und wurde 1984 Nationalspieler. Mangelndes Tempo konnte er stets durch seine Vielseitigkeit und seine hervorragende Technik kaschieren. Nach fünf Jahren beim FCK schloss sich der Rechtsfuß im Sommer 1986 dem FC Bayern München an. Zwei Jahre später und um eine deutsche Meisterschaft reicher, zog Brehme dann in Richtung Inter Mailand weiter.

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(Photo by Oliver Hurst-Pool/Getty Images)

In der italienischen Metropole erlebte er die Blütezeit seiner Karriere und prägte gemeinsam mit Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann eine „deutsche Ära“. Mit Inter wurde er 1989 italienischer Meister und 1991 UEFA-Pokal-Sieger. 1989 wurde er außerdem als „Italiens Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet, auch der Gewinn des WM-Titels 1990 fiel in seine Zeit als Italien-Legionär.

Die letzte Station in der Karriere von Andreas Brehme sollte der FC Kaiserslautern sein, zu dem er 1993 zurückkehrte. Und diese Zeit hatte es nochmal so richtig in sich. DFB-Pokalsieger 1996, Abstieg im selben Jahr, direkter Wiederaufstieg als Kapitän und dann die legendäre Aufstiegs-Meisterschaft in der Saison 1997/1998. Infolgedessen beendete der mittlerweile 37-Jährige seine außergewöhnliche Karriere und wurde noch im selben Jahr mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Im Anschluss an seine aktive Laufbahn prägte Brehme den Fußball als DFB-Botschafter, TV-Experte und Klub-Berater weiter. Nun ist der vielleicht beste deutsche Linksverteidiger aller Zeiten im Alter von 63 Jahren in München verstorben. Ruhe in Frieden, Andreas Brehme!

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

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