BVB-Talent Raschl im Interview: "Wollen die Liga bereichern"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Tobias Raschl über das gelungene Drittliga-Comeback der U23 von Borussia Dortmund gegen den FSV Zwickau, bei dem er den Siegtreffer markierte, die Erinnerungen an sein Bundesliga-Debüt und den Wunsch, vor 80.000 BVB-Fans zu spielen.

"Können eine gute Rolle spielen"

liga3-online.de: Den Auftakt in die 3. Liga haben Sie mit der U23 des BVB gemeistert. Beim FSV Zwickau gab es trotz frühen Rückstands und 15-minütiger Unterzahl einen 2:1-Auswärtssieg. Sie haben den Siegtreffer beigesteuert. Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Tobias Raschl: Die Partie in Zwickau hatte alles drin, was man sich als Zuschauer wünschen kann. Besonders für unsere Fans hat es sich dann am Ende auch gelohnt. Insgesamt war die Partie recht ausgeglichen. In der Schlussphase hat der FSV in Überzahl seine Räume genutzt und uns hinten reingedrängt. Wir haben aber mit einer kämpferischen Leistung gut dagegengehalten.

Jetzt steht vor heimischer Kulisse vor knapp über 1.200 Zuschauern die Begegnung gegen den SV Waldhof Mannheim auf dem Programm. Was für eine Partie erwarten Sie?

Wir freuen uns alle auf die Begegnung vor unseren Fans. Auch wenn im Stadion Rote Erde nur etwas mehr als 1.200 Zuschauer dabei sein können. Ich erwarte aber auch gegen Mannheim eine ähnlich schwierige Aufgabe wie gegen Zwickau. Der SV Waldhof will nach der Niederlage zum Saisonstart sicherlich die ersten Punkte einfahren und wird uns das Leben schwer machen. Wir treffen auf eine erfahrene Drittliga-Mannschaft, die eine gewisse Spielstärke mitbringt.

In der vergangenen Saison ist der BVB regelrecht durch die Regionalliga West marschiert, wurde mit 93 Punkten und nur einer Niederlage Meister. Trauen Sie sich so einen Durchmarsch auch in dieser Saison zu?

Darüber sprechen wir nicht. Wir wollen uns mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, etablieren und die Liga bereichern.  So versuchen wir, vieles von hinten heraus fußballerisch zu lösen, statt lange Bälle nach vorne zu schlagen. Wir mussten schon in Zwickau einige Stammspieler ersetzen und haben das gut gelöst. Dabei konnten wir noch immer eine hohe Qualität auf den Platz bringen. Wir können auch in der 3. Liga eine gute Rolle spielen.

Mit jeweils neun Toren und Vorlagen hatten Sie als Mittelfeldspieler einen erheblichen Anteil am Aufstieg in die 3. Liga. Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Am Ende der Saison hat mich der Trainer etwas höher auf der Zehner-Position aufgestellt. Das hat dann auch dazu geführt, dass ich mehr Tore erzielt habe. Ich sehe mich aber in der Zwischenposition zwischen dem Sechser und dem Zehner. Meine Stärken liegen darin, dass ich Ruhe in ein Spiel bringen kann, wenn es darauf ankommt. Obwohl ich noch recht jung bin, gelte ich beim BVB aber schon als erfahrener Spieler. Dadurch, dass ich schon seit 2015 im Verein bin, versuche ich auch die Neuen bestmöglich in die Mannschaft zu integrieren.

"Mein Ziel ist nach wie vor, Bundesliga-Profi zu werden"

Welche Rolle spielt Trainer Enrico Maaßen bei dieser Erfolgsgeschichte?

Er lebt uns jeden Tag aufs Neue seine Art und Weise des Fußballs vor, weiß, was er tut und offensichtlich macht er seine Arbeit gut. Enrico Maaßen schaut sich sehr vieles an, bildet daraus seine eigenen Pläne und setzt sie mit uns in die Tat um. Er ist ein richtig guter Trainer.

Sie durften in Ihrer Karriere bereits Bundesliga-Luft bei den Profis schnuppern. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihrem bislang einzigen Auftritt im Oberhaus?

Sein erstes Spiel in der Bundesliga vergisst man nicht so schnell. Leider waren die damaligen Umstände nicht die besten. Mein Bundesliga-Debüt fand zu Beginn der Corona-Pandemie im leeren Dortmunder Stadion statt und wir haben gegen Hoffenheim 0:4 verloren. Dennoch ist das eine Erfahrung, auf die ich stolz bin. Auch die Spiele in der Youth League und der Champions League in den verschiedenen Großstädten Europas haben mich in meiner Entwicklung weitergebracht.

Treibt Sie diese Erinnerung zu Bestleistungen an, um Bundesligaprofi zu werden?

Natürlich! Wenn man solche Spiele mal miterlebt hat, dann will man das gerne auch wieder erreichen. Ich bin noch jung und mein Ziel ist es nach wie vor, Bundesliga-Profi zu werden. Wenn man im Dortmunder Stadion auf dem Platz gestanden hat, dann wünscht man sich auch, dass 80.000 Zuschauer dabei sind und dich anfeuern.

Sie sind mit einem Profivertrag ausgestattet. Außerdem fällt Ihr Name immer wieder, wenn es darum geht, wer von der U23 in den Profikader rutschen könnte. Was fehlt jetzt noch für den ganz großen Sprung?

In der vergangenen Saison bin ich wegen einer Fußverletzung erst im Laufe der Spielzeit ins Mannschaftstraining der U23 gestartet. Jetzt geht es in erster Linie darum, verletzungsfrei zu bleiben. Mit guten Leistungen will ich mich dann auf dem Platz beweisen. Besonders in der Zweikampfstärke sehe ich dabei noch Luft nach oben.

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