Boldt zu Leistner-Entgleisung : "Stellen Toni nicht an den Pranger"

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Trotz des überraschenden Ausscheidens bei Drittligist Dynamo Dresden, redete nach Spielende kaum jemand über den DFB-Pokal-Auftritt des HSV. Grund dafür: Hamburgs Toni Leistner forcierte nach Abpfiff ein Handgemenge mit einem Dresden-Anhänger. HSV-Sportdirektor Jonas Boldt verurteilte das Verhalten des Spielers nun, nahm ihn gleichzeitig jedoch auch in Schutz.

Schlichtungsgespräch zwischen Profi und Fan?

Als wäre das 1:4-Pokalaus bei Drittligist Dynamo Dresden nicht schon schlimm genug gewesen, kam es nach Abpfiff auch noch zu einem handfesten Eklat. HSV-Abwehrspieler Toni Leistner sah sich während eines Interviews offenbar heftigen Beleidigungen einiger Dynamo-Anhänger auf den Tribünen ausgesetzt und verlor die Nerven. Der gebürtige Dresdner kletterte auf die Ränge, dort kam es zu Handgreiflichkeiten.

Leistner, der seine Profi-Laufbahn einst bei Dynamo einleitete, entschuldigte sich anschließend auf der Plattform "Instagram" für sein Verhalten, machte im gleichen Zuge allerdings klar, dass die Beleidigungen eine persönliche Grenze weit überschritten hätten. Während der Dynamo-Anhänger Beleidigungen in Richtung von Leistners Familie gegenüber "Tag 24" vehement bestritt, meldete sich die SGD unmittelbar nach dem Vorfall auf "Twitter" zu Wort und verurteilte die verbalen Attacken. Die Sachsen versuchen mittlerweile offenbar einen Dialog zwischen Fan und Spieler in die Wege zu leiten.

"Er wird jetzt nicht fallengelassen"

Am Dienstagnachmittag äußerte sich auch Jonas Boldt. Hamburgs Sportvorstand beurteilte die Geschehnisse auf der Klub-Website differenziert: "Toni selbst ist nach seinem Social-Media-Post auf uns und auf das Team zugekommen und hat sich in aller Form für sein Verhalten entschuldigt. Wir haben ihm sehr deutlich mitgeteilt, dass wir den Vorfall nicht tolerieren, gutheißen, dass wir einen internen Umgang damit finden müssen und werden. Wir haben ihm aber auch versichert, dass er aufgrund seiner Handlung jetzt nicht von uns fallengelassen oder an den Pranger gestellt wird."

Boldt ordnete die Szenen sogleich in einen größeren Zusammenhang ein: Es sei wichtig, "dass solche Vorfälle vermieden werden. Das Niveau der Kommentare, die sich Toni aus dem Block anhören musste, ist unsäglich und leider keine Ausnahme mehr. Gegen solch drastische Beschimpfungen, ob beleidigend, homophob oder rassistisch, müssen wir im Fußball und auch in der Gesellschaft vorgehen." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat derweil ein Ermittlungsverfahren gegen Leistner eingeleitet.