Alonso vercoacht sich in Bielefeld: Warum Double-Bayer jetzt auseinander brechen könnte | OneFootball

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·2 aprile 2025

Alonso vercoacht sich in Bielefeld: Warum Double-Bayer jetzt auseinander brechen könnte

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Doublesieger Bayer Leverkusen ist gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld aus dem DFB-Pokal geflogen. Und das verdient. Meister-Coach Xabi Alonso hatte daran einen gewichtigen Anteil.

Direkt vorweg: Ein guter Trainer darf und muss sogar anpassungsfähig sein. Er darf ein System auf seinen Gegner ausrichten und er darf seine spielerische Linie auch mal über den Haufen werfen, um im Zweifel gnadenlos ergebnisorientiert zu agieren. Niemand erwartet von der künftigen Generation an Weltklasse-Übungsleitern, versessene Idealisten a la Pep Guardiola zu werden.


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Als Trainer, der sein Team mit einer progressiven Spielidee und Ballbesitzfußball zum Erfolg führte, ist es jedoch wichtig, sich nicht allzu sehr in den Fesseln des Pragmatismus zu verfangen. Dem Team nicht zu viele seiner Stärken zu berauben. Doch genau das ist Xabi Alonso in den letzten Wochen und Monaten passiert.

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Alonso gesteht ein: „Plan war nicht gut“

Im DFB-Pokalachtelfinale gegen den FC Bayern hatten Leverkusen und der Spanier mit dieser Herangehensweise noch Erfolg. Begünstigt allerdings auch damals schon durch eine frühe Rote Karte gegen Manuel Neuer.

Nur wenige Monate später zeigte der Rekordmeister dem amtierenden Doublesieger in der Champions League jedoch zweimal die Grenzen auf und gewann über zwei Spiele hinweg hochverdient mit 5:0. Alonso geriet in die Kritik, da er das Hinspiel mit nur zweieinhalb Offensivspielern begann und im Rückspiel nicht selbstbewusst genug für eine Aufholjagd aufstellte.

Das gestrige Halbfinale gegen Arminia Bielefeld – wohlgemerkt ein Drittligist – stellte dann aber den Höhepunkt des jüngsten Alonso’schen Angsthasenfußballs dar. Mit Patrik Schick und Amine Adli beorderte der 43-Jährige nur zwei nominelle Offensivleute in die Startelf und wählte darüber hinaus ein gewagtes taktisches Mittel:

Angesichts des maroden Bielefelder Rasens wollte Alonso die Arminia mit langen Bällen schlagen. Mit langen Bällen! Der Double-Coach wählte das vermutlich einzige Terrain, auf dem die Ostwestfalen seiner Mannschaft ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen sind. Was nach einem schlechten Aprilscherz klingen mag, war ernstgemeint und ging völlig in die Hose.

Die Werkself hatte aus dem Spiel heraus nur eine einzige Torchance, für das frühe 1:0 durch Jonathan Tah brauchte es eine Standardsituation. Der Ballbesitzanteil war nahezu ausgeglichen und insbesondere in der zweiten Halbzeit drückte der aufmüpfige Drittligist das hochdekorierte „Bayer Neverloosen“ mehrmals minutenlang in die eigene Hälfte.

„Vielleicht war der Plan nicht gut“, erklärte ein sichtlich ernüchterter Alonso nach Abpfiff am Sky-Mikrofon und lag damit genauso goldrichtig wie mit folgender Aussage: „Wir waren nicht gut genug, haben es nicht verdient, im Pokalfinale zu stehen.“

Bayer droht der Ausverkauf!

An die Tragweite dieser verpassten Chance wird der Baske gestern Abend vermutlich noch nicht gedacht haben. Doch mit dem Ausscheiden auf der Alm vergab Bayer seine letzte Titelchance in dieser Spielzeit. Denn machen wir uns nichts vor: Dieses Leverkusen holt in der Bundesliga keinen Sechs-Punkte-Rückstand auf den FC Bayern auf.

Das ist isoliert betrachtet auch nicht schlimm. Die Werkself spielt nach Punkten die zweitbeste Saison ihrer Vereinsgeschichte und wird am Ende als souveräner und absolut verdienter Vizemeister einlaufen. Soweit, so ordentlich. Aber mit gestiegenen Erfolgen gehen nun mal auch gestiegene Erwartungshaltung einher.

Und das gilt sowohl für die Fans als auch für die eigenen Spieler. So mancher Akteur, der schon jetzt mit einem Abgang liebäugelt, hätte bei einem möglichen Titelgewinn sicherlich noch einmal gut über dieses Vorhaben nachgedacht. Auf dieses Faustpfand aber können die Klub-Bosse jetzt nicht mehr hoffen.

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(Foto: Getty Images)

Jeremie Frimpong betonte bereits mehrmals, im Sommer den nächsten Schritt machen zu wollen und darf den Verein für eine festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro verlassen. Jonathan Tah besitzt einen auslaufenden Vertrag und wollte schon letztes Jahr gehen. Beide werden für Bayer kaum zu halten sein.

Das gilt vermutlich auch für Victor Boniface, der sich anstelle eines hochbezahlten Aufenthaltes in der saudischen Wüste nun zumeist auf der Leverkusener Ersatzbank wiederfindet.

Aber die wohl wichtigste Frage lautet: Was passiert mit Florian Wirtz? Bleibt das Mega-Talent ein weiteres und ziemlich sicher letztes Jahr am Rhein? Oder guckt sich der Edeltechniker nicht länger mit an, wie uninspiriert und hilflos die Mannschaft in seiner Abwesenheit über den Platz stolpert?

Das Ende einer Ära?

Fragen über Fragen, auf die es vermutlich erst nach Saisonende Antworten geben wird. Fest steht jedoch: Bayer Leverkusen hat am Dienstagabend nicht nur ein Fußballspiel verloren. Bayer Leverkusen hat sich von einem Drittligisten vorführen lassen und die Chance auf einen Pokalsieg kurzerhand weggeworfen.

Wenn in vielen Jahren untersucht werden wird, wann diese großartige Invincible-Mannschaft nach all ihren Erfolgen auseinander gebrochen ist, könnte es darauf eine verhältnismäßig simple Replik geben: Am 1. April 2025 auf der Bielefelder Alm.

(Foto: Getty Images)

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