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·30 Agustus 2025
"Wirklich Wahnsinn": MSV Duisburg schreibt Drittliga-Geschichte

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·30 Agustus 2025
Er geht weiter, der Wahnsinn von der Wedau – und wie! Beim 3:2 in Verl drehten die Zebras ein 0:2 binnen sieben Minuten, feierten damit den vierten Sieg in Folge und schrieben nebenbei auch noch Drittliga-Geschichte.
Als der SC Verl in der 77. Minute das 2:0 erzielte hatte, schien die Partie eigentlich gelaufen. Doch erst traf Symalla zum Anschluss (81.), ehe Töpken nur drei Zeigerumdrehungen später den Ausgleich erzielte (84.) und Noß in der zweiten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch den Siegtreffer markierte. Die Jubelschreie der 2.000 mitgereisten Fans dürften auch in Duisburg noch zu hören gewesen sein, nicht weniger laut wurde es mit dem Schlusspfiff. Der vierte Sieg im vierten Spiel war amtlich – und damit auch ein Eintrag in die Geschichtsbücher der 3. Liga.
Denn nie zuvor in der Historie konnte ein Aufsteiger die ersten vier Spiele einer Saison allesamt gewinnen. Insgesamt war es bisher erst vier Teams gelungen, die volle Punktzahl aus den Spieltagen 1 bis 4 mitzunehmen. Beim MSV kommt zudem noch hinzu, dass sieben der elf Saisontore durch Joker zustande kamen. In Verl waren nun gar alle Torschützen zuvor eingewechselt worden. "Das kannst du nicht jede Woche machen, aber das steckt in der Truppe", sagte Trainer Dietmar Hirsch bei "MagentaSport" über sein goldenes Händchen. Wie die Joker anschließend gezündet hätten, sei "unfassbar" gewesen und zeige den Charakter der Mannschaft.
Denn mit dem Auftritt im ersten Durchgang war Hirsch alles andere als einverstanden: "Wir waren scheiße, wir waren richtig scheiße", nahm er kein Blatt vor den Mund. "Das war nicht der MSV Duisburg, das haben die Fans nicht verdient." Aber auch die Spieler hätten es nicht verdient gehabt, "weil wir hart gearbeitet und drei Siege geholt haben". Daher hatte der 53-Jährige zur Pause das Ziel ausgerufen: "Egal, wie das Spiel hier ausgeht, wir wollen ein anderes Gesicht zeigen. Das ist dann natürlich extrem gelaufen."
Bei Siegtorschütze Noß habe er sich anschließend bedankt, "weil er keine einfache Phase hatte. Wir waren immer erfolgreich, und alle wollen spielen. Aber wenn man dann reinkommt, so eine Leistung bringt und das entscheidende Tor macht, da kann man einfach nur Danke sagen, dass man sein eigenes Ego hinten anstellt und für die Truppe da ist". Genau das zeichne den MSV aus. "Und deswegen funktionieren die Einwechslungen auch, weil jeder für den anderen da ist, egal wie lange er spielt. Das macht mich extrem stolz."
Noß selbst konnte direkt nach Spielende noch gar nicht begreifen, was nur wenige Augenblicke zuvor passiert war: "Wirklich Wahnsinn. Mir fehlen die Worte. ganz ehrlich." Die Mannschaft habe nie aufgegeben, sei auch mit dem 2:2 nicht zufrieden gewesen und habe einfach gefightet. Sinnbildlich dafür stand das 3:2, als Töpken einen Ball per Grätsche im Spiel behielt und diesen zu Noß beförderte, der aus dem Rückraum dann draufhielt und traf. "Emotionen pur", sagte der Matchwinner zu seinem Treffer und dem anschließenden Jubel. "Die ganze Bank steht auf, alle rennen zu den Fans."
Und wie wird der Last-Minute-Sieg jetzt gefeiert? Eine Kiste Bier soll in jedem Fall geleert werden. Und wenn die Mannschaft das nicht schafft, "dann machen wir das im Trainerteam", grinste Hirsch. "Was überbleibt, hauen wir weg. Das gehört dazu, das ist Fußball. Wenn wir was zu feiern haben, dann feiern wir auch. Das haben sich die Jungs verdient." Auch Noß sagte: "Ja klar, werden wir feiern, aber morgen ist Spielersatztraining." In der Länderspielpause geht es für die Zebras zum Landespokalspiel nach Nettetal, ehe in zwei Wochen der SV Wehen Wiesbaden in der Wedau gastiert. Dann soll der fünfte Sieg im fünften Spiel her, was in der Drittliga-Historie übrigens erst zwei Teams gelungen ist.
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