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·29 Agustus 2025
Drama, Asamoah und ein Eigentor: Denkwürdige Hamburger Derbys

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·29 Agustus 2025
Mehr als 14 Jahre mussten die Fans auf ein Bundesliga-Duell warten, am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) ist es endlich so weit: Der Hamburger SV und der FC St. Pauli spielen zum insgesamt 112. Mal die inoffizielle Stadtmeisterschaft aus. Der SID blickt auf einige denkwürdige Derbys der Vergangenheit.
Die Geschichte der Hamburger Bundesliga-Derbys beginnt mit einer dicken Überraschung. St. Pauli, damals eindeutig der kleine Nachbar, der Aufsteiger und der absolute Underdog im Duell mit dem in den 70ern großen HSV, schafft die Sensation. Der 2:0-Erfolg des späteren Absteigers im Volkspark kann selbst von großen Namen wie Felix Magath oder Kevin Keegan auf Seiten der Rothosen nicht verhindert werden. In den Folgejahren mutiert St. Pauli zur Fahrstuhlmannschaft. Die vereinzelten Bundesliga-Duelle mit dem HSV verlaufen recht erfolglos, der Favorit lässt in diesen Jahren – abgesehen von ein paar Unentschieden – nichts anbrennen.
Es sollte nach dem Überraschungscoup von 1977 mehr als drei Jahrzehnte dauern, ehe den Mannen aus St. Pauli mal wieder ein Sieg gelingt. Ein gewisser Gerald Asamoah ist der Held des Tages, mit seinem Kopfballtreffer zum 1:0-Endergebnis schockt er den Volkspark und beendet die lange Durststrecke. Es ist zugleich das bislang letzte Hamburger Derby in der 1. Bundesliga, St. Pauli bekommt nach dem Prestigesieg fast nichts mehr zustande und steigt ab. Für den langjährigen HSV-Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes ist das Derby im Dezember 2023 mit Abstand das schlimmste. Nachdem St. Pauli in den Vorjahren in der 2. Bundesliga regelmäßig die Nase vorne gehabt hat, geht es am Millerntor für den HSV erneut ganz schlecht los. Heuer Fernandes bekommt einen äußerst ungünstigen Rückpass von Guilherme Ramos zugespielt, der Ball titscht noch einmal auf – und der Keeper drischt ihn ins eigene Netz.
Es ist alles angerichtet aus Sicht des FC St. Pauli. Einen Sieg benötigt der Klub am 32. Spieltag – für den Aufstieg und für die absolute Demütigung des großen Rivalen im eigenen Wohnzimmer. Doch die Festung Volkspark hält dem Druck stand. Der HSV gewinnt verdient mit 1:0, den Aufstieg des Kiezklubs aber kann er nur aufschieben. Eine Woche später steigt St. Pauli auf und lässt den HSV für ein weiteres Jahr im Unterhaus zurück.
Foto © IMAGO/MIS/SID/imago sportfotodienst