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·30 août 2025

Hoher sechsstelliger Schaden: Stadion des TSV Havelse verwüstet

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Schock für den TSV Havelse: In der Nacht vor dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück sind Unbekannte in das Wilhelm-Langrehr-Stadion des Klubs in Garbsen eingebrochen und haben dort nach Angaben des Aufsteigers einen Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro verursacht. Der VfL verurteilt den Vorfall "auf das Schärfste".

Diskussion um Ticketpreise

Beschädigte Fahrzeuge, zugeklebte Schlösser und ein großflächig mit lila Farbe beschmiertes Stadion mit Parolen wie "20 Euro für einen Stehplatz? Fussball muss bezahlbar bleiben": Es war ein Bild der Verwüstung, das sich dem TSV Havelse am Samstagmorgen im Wilhelm-Langrehr-Stadion bot, nachdem dort in der Nacht von Freitag auf Samstag eingebrochen worden war. Bilder davon postete der Klub unter anderem bei instagram. "Schade, dass wir uns heute nicht einfach auf ein spannendes Niedersachsen-Duell freuen können, sondern unser Tag für uns mit einem großen Schock startete", schreibt der Klub.


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Hinter den Tätern vermutet der TSV vermeintliche Fans des VfL Osnabrück. Diese drückten mit den Sachbeschädigungen und dem Vandalismus offenbar ihre Unzufriedenheit über die hohen Eintrittspreise für die Partie im Eilenriedestadion aus. 19 Euro hatte der Aufsteiger für ein Stehplatz-Ticket verlangt. Dabei sei den Lila-Weißen nach Angaben des TSV zunächst ein Kontingent von 1.000 Plätzen für 17 Euro angeboten worden, ehe für ein "angefordertes deutlich größeres Ticketkontigent" von weiteren 1.000 Karten 19 Euro pro Ticket vereinbart worden seien, "um die Mehrkosten abzudecken und dem VfL Osnabrück entgegenzukommen".

"Flo, hier ist Krieg'"

Die Lila-Weißen hätten dem zugestimmt, eine Systemgebühr von zwei Euro auf den Ticketpreis aufgeschlagen und diese einbehalten. Entsprechend kosteten die Tickets 19 und 21 Euro. Die nachfolgende Kommunikation der Verantwortlichen beim VfL Osnabrück habe im Nachgang eine "hohe Emotionalität in die Diskussion" gebracht und am Ende zu einer "blinden Wut und Zerstörung" geführt, unterstellt Havelse dem VfL, die Diskussion befeuert zu haben. "Für andere Meinungen und Diskussionen sind wir offen, Zerstörungswut auf Kosten des Nachwuchsfußballs und der ehrenamtlichen Helfer und Gefährdung der Sicherheit von Vereinsmitgliedern und ein Sachschaden, der sich auf mehrere Hunderttausend Euro beläuft, ist für uns aber ein anderes Level. Die TSV-Familie ist fassungslos."

Sportdirektor Florian Riedel sprach bei "MagentaSport" von einem "riesigen Schock für uns alle". Am frühen Morgen habe ihn der Zeugwart angerufen. "Er hat geweint. Das hat mir das Herz gebrochen. Er hat zu mir gesagt: 'Flo, hier ist Krieg'. Ich glaube, das sagt eigentlich alles. Es ist einfach ein wahnsinnig trauriger Moment für uns, weil wir uns auf die 3. Liga gefreut haben und jetzt mit solchen Themen konfrontiert sind."

VfL verurteilt Vorkommnisse "auf das Schärfste"

Auch der VfL verurteilt den Vandalismus und die Sachbeschädigungen "auf das Schärfste. Ein solches Verhalten entspricht nicht den Werten des VfL Osnabrück", heißt es in einem ersten Statement. Unzufriedenheit mit Eintrittspreisen oder anderweitige Beweggründe seien keine Rechtfertigung. Die Verantwortlichen müssten auch mit Blick auf den entstandenen Schaden zur Rechenschaft gezogen werden und die Verantwortung für ihr Fehlverhalten tragen, teilte der Klub mit und kündigte an: "Der VfL wird die bestehenden Dialogstrukturen mit verschiedenen Fanvertretern für die Aufarbeitung des Sachverhaltes nutzen."

Der Darstellung des TSV, wonach günstigere Tickets angeboten worden seien, widerspricht der VfL allerdings "eindeutig". Im Vorfeld der Partie hatte der VfL die Preispolitik des TSV Havelse als "fanunfreundlich" kritisiert und gemeinsam mit der Mannschaft eine Subventionierung um 2 Euro pro Ticket für alle mitreisenden Osnabrücker Fans organisiert. "Auch, um die entstandenen negativen Emotionen in breiten Teilen der Anhängerschaft abzumildern", wie es heißt. "Auch deshalb teilt der VfL Osnabrück die Enttäuschung und Wut mit dem TSV Havelse über das nicht zu tolerierende Verhalten in der vergangenen Nacht."

Spiel konnte stattfinden

Wer für die Schäden aufkommen wird, ist noch offen. Für Samstag geplante Spiele der Jugendteams auf dem Vereinsgelände des TSV mussten indes abgesagt werden. Auch die Tennisaktion des Klubs ist betroffen. Das Spiel zwischen dem TSV Havelse und dem VfL im Eilenriedestadion konnte indes wie geplant stattfinden. 2.000 Fans aus Osnabrück waren dabei.

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