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Moritz Oppermann·30 août 2025
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Moritz Oppermann·30 août 2025
Von 42 auf sieben Millionen Euro Marktwert sinken – das kann doch eigentlich nur die Dortmunder Aktie nach der verpassten Meisterschaft im Jahr 2023 sein, oder? Fast richtig. Die Rede ist von Gio Reyna, der lange als ein Top-Talent Europas galt und unter der Woche für schlappe drei Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach wechselte.
Die Zeilen lassen schon erahnen: In den vergangenen Jahren ging es für den 22-Jährigen steil bergab. Nach etlichen Verletzungen und einer gefloppten Leihe zu Nottingham Forest gab es für Reyna einfach keine Zukunft mehr beim BVB. Im Fohlen-Trikot soll nun alles besser werden. Aber ist das wirklich realistisch?
Schwer zu sagen. Dass er Fußball spielen kann, steht außer Frage. Nicht ohne Grund hat Borussia Dortmund den US-Amerikaner bereits mit 16 Jahren für die U19 verpflichtet. Reyna ist der klassische Kreativspieler – mit Stärken im Eins-gegen-Eins, einem präzisen Passspiel und vor allem enormer Flexibilität. Egal, ob auf den beiden Flügeln oder in der Zentrale – Reyna kann in der Offensive gleich mehrere Positionen bekleiden. In Dortmund bekam er dazu allerdings nur bedingt die Möglichkeiten.
Allein in der vergangenen Saison machte der 22-Jährige gerade mal 16 Bundesligaspiele für die Schwarz-Gelben. Es kommt noch schlimmer. Nur drei Partien spielte er von Beginn. Von der Bank kommend tat sich Reyna oft schwer. Vielleicht auch von dem Gefühl verunsichert, bei einem großen Verein immer abliefern zu müssen, um nicht sofort wieder aufs Abstellgleis zu geraten.
In Gladbach sieht das immerhin schon etwas anders aus. „Glaubt mir, das ist wirklich ein Transfer, bei dem wir sagen: Gladbach hat in der Situation normalerweise keine Chance", erklärt BMG-Boss Roland Virkus kurz nach dem Reyna-Deal. Was er damit meint: Für die Fohlen ist Reyna der absolute Königstransfer, der das Mittelfeld anführen soll und sich für den Moment viel Spielzeit von Beginn an versprechen darf.
Hmm, das klingt jetzt aber irgendwie auch schon wieder nach Druck und einer hohen Erwartungshaltung. Vielleicht hätte Reyna da doch lieber den Mario-Götze-Move machen sollen.
📸 Martin Rose - 2022 Getty Images
Der ebenfalls ehemalige Dortmunder entschied sich 2020 für den Gang in die Eredivisie. Fernab von Deutschland und der medialen Aufmerksamkeit fand Götze bei Eindhoven zurück zu alter Stärke. Im Sommer 2022 folgte dann die Bundesliga-Rückkehr zu Eintracht Frankfurt. Bei den Hessen nahm der 33-Jährige vor allem in seinen ersten beiden Saisons eine tragende Rolle ein und unterstrich, dass ein Rückschritt manchmal auch ein Fortschritt sein kann.
Angebote aus dem Ausland lagen für Reyna durchaus vor. Neben Serie-A-Kellerkind Parma Calcio wurde er laut dem 'kicker' lange mit MLS-Klub Los Angeles FC in Verbindung gebracht. Reyna entschied sich dennoch dafür, es erneut in der Bundesliga zu probieren. Im Gegensatz zu Götze hat der Offensivstar dabei zum Glück einen entscheidenden Vorteil: das Alter.
Auch wenn du Reyna wahrscheinlich gefühlt schon seit zehn Jahren im Bundesliga-Kontext wahrnimmst – der Junge ist erst 22. Sollte es bei Gladbach also nicht funktionieren, hat er in der Theorie womöglich immer noch genügend Zeit, um außerhalb der Top-5-Ligen einen Neuanfang zu wagen. Doch in der Bundesliga scheint es für den Moment trotzdem so etwas wie seine letzte Chance zu sein.
📸 Stuart Franklin - 2025 Getty Images
Sollte es bei den Fohlen nicht klappen, wird ihn wohl selbst der beste Berater der Welt kaum noch bei einem weiteren Bundesliga-Klub unterbringen können.
An alle Gladbach-Fans: Sorry für die Schwarzmalerei. Vielleicht geht Reyna in Gladbach auch ab wie ein Zäpfchen. Oft brauchen begnadete Kreativspieler ja nur eine ordentliche Portion Vertrauen, um ihre beste Leistung abzurufen. Anders als beim BVB könnte er das bei der Borussia aus Mönchengladbach im Überfluss bekommen.
Als verkappte Spitze bildet er dann mit dem hoffentlich bald wieder fitten Tim Kleindienst DAS neue Bundesliga-Traumduo. So malt sich wohl Gerardo Seoane gerade die Zukunft aus. Vielleicht denkt der Gladbach-Coach aber auch an ein neues Traumtrio. Reyna könnte zum Beispiel neben Shūto Machino, der zu Beginn des Sommertransfenstes aus Kiel kam, auf der zehn agieren, oder Zweifel sogar eine Flügelposition bekleiden.
Um unsere Ursprungsfrage zu beantworten: Zwischen Reyna und Gladbach könnte aus einer Sommerromanze schon bald eine echte Lovestory werden – vielleicht ja schon heute in Stuttgart. Dann trifft Gladbach nämlich ab 15.30 Uhr auf den VfB.
📸 Pool - 2021 Getty Images
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