Brückenschlag 119: Sechs Tore und ein Abschied für 25 Jahre | OneFootball

Brückenschlag 119: Sechs Tore und ein Abschied für 25 Jahre | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: VfL Osnabrück

VfL Osnabrück

·26 de marzo de 2025

Brückenschlag 119: Sechs Tore und ein Abschied für 25 Jahre

Imagen del artículo:Brückenschlag 119: Sechs Tore und ein Abschied für 25 Jahre

Für die 10.500 Zuschauer, die am 23. Januar 1982 zur Bremer Brücke gepilgert waren, hatte sich der Weg wieder einmal gelohnt. Beim 3:3 gegen den Aufstiegsaspiranten 1860 München bewies das Team von Carl-Heinz Rühl Treffsicherheit und Nervenstärke und zeigte eine seiner besten Saisonleistungen. Niemand ahnte, dass sich beide Vereine erst ein Vierteljahrhundert später wiedersehen würden.

Vor der Partie ruhten viele Osnabrücker Hoffnungen auf dem erfahrenen Übungsleiter, denn Carl-Heinz Rühl hatte vor seinem Engagement an der Bremer Brücke neben Karlsruhe, Duisburg oder Dortmund auch die Münchner Löwen trainiert. Außerdem sprach die Tabellensituation durchaus für ein Duell auf Augenhöhe. Den VfL trennten gerade einmal fünf Punkte von den leicht favorisierten Gästen, die nach dem 20. Spieltag auf Relegationsplatz 3 rangierten. Eine weitere Gemeinsamkeit war für Bayern und Niedersachsen gleich unerfreulich: Beide Teams hatten ihr jüngstes Auswärtsspiel in Offenbach mit 0:2 verloren.


OneFootball Videos


Die Lila-Weißen schienen die Rückfahrt vom Biberer Berg besser genutzt zu haben, denn in der heimischen Arena erwischten Rühls Schützlinge einen sensationellen Start. Schon in der 6. Minute köpfte Antoine Fagott eine Flanke von Vitomir Rogoznica in die Maschen des Löwen-Tores, ehe Michael Lorenz nach Doppelpass mit Niels Tune-Hansen nur zwei Minuten später den nächsten Treffer folgen ließ.

Die Freude der Lila-Weißen währte allerdings keine zehn Minuten, denn auch die Münchner warteten nach dem Anschlusstreffer durch den späteren VfL-Trainer Wolfgang Sidka (17.) nur zwei Minuten mit Tor Nr.2. Rolf Meyer erwischte einen augenscheinlich als Flanke geplanten Ball von Leo Bunk erst hinter der Torlinie – bis zur Pause blieb es in einem tempo- und chancenreichen Spiel beim 2:2-Unentschieden.

Nach der Pause hatte dann Erich „Ete“ Beer seinen großen Auftritt. Der 24-fache Nationalspieler war ein Saudi-Arabien-Pionier der 70er Jahre und nach einem Jahrzehnt in Diensten von Nürnberg, Rot-Weiss Essen und Hertha BSC zu Ittahad Dschidda gewechselt. 1981 kehrte er nach Deutschland zurück und erzielte an der Bremer Brücke eines seiner 26 Tore für die Münchner Löwen. Aus zehn Metern ließ er Meyer keine Abwehrchance (73.) und schien das Spiel damit endgültig gedreht zu haben.

Doch nur eine Minute später gelang dem VfL der Ausgleich. Thune-Hansen schaltete nach einem Freistoß von Ralf Lehmann am schnellsten und schob das Leder zum leistungsgerechten 3:3 über die Linie. „Dies war sicherlich ein interessantes Spiel für die Zuschauer“, lautete die eher nüchterne Bilanz von Gästetrainer Wenzel Halama, der allerdings gut daran tat, nach dieser nervenaufreibenden Partie nicht in Euphorie zu verfallen. 18 Spieltage später stand 1860 München mit leeren Händen da – ein einziger Punkt fehlte auf den Relegationsplatz, den sich am Ende Kickers Offenbach sicherte. Doch für die Löwen kam es noch viel schlimmer. Wegen der katastrophalen wirtschaftlichen Situation verlor der Traditionsverein die Zweitliga-Lizenz und verschwand für fast ein Jahrzehnt in der Bayernliga.

Zwischen 1994 und 2004 gehörten die Bayern dann allerdings wieder zur Beletage des deutschen Fußballs. Ein Wiedersehen mit dem VfL gab es auch deshalb erst am 9. Dezember 2007.


Text: Thorsten Stegemann

Bild: VfL-Trainer Carl Heinz Rühl (li.) und Lothar Gans im Januar 1982 © IMAGO / Rust

Ver detalles de la publicación