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·26 de febrero de 2025
125. Geburtstag! Was ich mir von den Bayern wünsche
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·26 de febrero de 2025
Über Geburtstagskinder nur Gutes, ist klar. Die Bayern werden am Donnerstag 125 Jahre alt und haben in dieser Zeit alles erreicht; im Grunde sogar so viel, dass man ihnen nichts mehr schenken braucht. Sie haben ja alles, Festgeldkonto und so.
Deshalb wünsche ich mir heute einfach was von den Bayern.
Aber vorher etwas Geschichtsunterricht. Am 27. Februar 1900 wurde der „F.C. Bayern“ gegründet. Vor 125 Jahren also, das ist eine Menge Holz. Selbst Thomas Müller lebte bei der Gründung noch nicht; heißt es zumindest. Die Münchner haben seither jeden Pokal und jede Schale einkassiert, die es gab und gibt, sogar den eumeligen Europapokal der Pokalsieger.
Außer, sorry: die siebenstrahlige Zweiligaschale.
Beckenbauer, Effe, Lahm, Neuer & Co. gewannen die Champions League so oft, dass man beim Zusammenzählen leicht durcheinanderkommt. Mathematiker haben es aber genau ausgerechnet: fünfmal öfter als der HSV.
Trotzdem herrscht zum Geburtstag eine gewisse Grundkonsterniertheit. Denn der FC Bayern dominiert die Liga bei größtmöglichem Geht-so in der Champions League. Ich wünsche mir deshalb einen spielerischen Durchbruch auf internationalem Niveau. Die Fans warten seit Jahren drauf.
Ich weiß, dass das aus deutscher Sicht ein etwas zweischneidiger Wunsch ist, denn im Achtelfinale heißt der Gegner: Leverkusen, Bayerns neue Nemesis.
Mein zweiter Wunsch betrifft den Trainer: Vincent Kompany, ein vollsympathischer Typ, könnte mal langsam ein bisschen zaubern. Also in großen Spielen Gegner an die Wand coachen. Bisher sah es auf diesem Gebiet eher nach Zauberkasten von Amazon, für Einsteiger ab 6 Jahren, aus, was fast das Weiterkommen in der Königsklasse gekostet hätte.
Wunsch drei: Holt doch bitte mal altes, frisches Bayernblut an die Säbener Straße! Die große Stärke der Bayern war immer, dass erfolgreiche Spieler nach dem Karriereende ihr Wissen in die zweite Etage der Geschäftsstelle hochbrachten.
Das Manko des Rekordmeisters 2025: zu wenig Glamour an der Spitze. Im Vorstand sitzen ein Banker und noch ein Banker und ein Ex-Bundesligaspieler, der seine beste Zeit in der falschen Zeit von Borussia Mönchengladbach hatte.
Also los, holt große Namen! Es muss ja nicht gerade ein Torwart sein.
Ganz ehrlich: Hat sich nicht jeder von uns schon mal gefragt, wie der FC Bayern mit Lothar Matthäus und Didi Hamann an den Schalthebeln funktionieren würde? Wir kennen es längst aus dem Fernsehen: Der eine sieht alles, der andere weiß alles.
Noch ein Wunsch: Mehr Hollywood bitte! Denn leider haben sich die Bayern im Laufe der Jahre ein bisschen abgekapselt. Als ich kürzlich die super ZDF-Doku „FC Hollywood“ sah, blutete dem früheren Bayernreporter in mir das Herz. Vor 25, 30 Jahren gab’s die Münchner nämlich noch zum Anfassen. Das galt für Fans und für Journalisten.
Wir Reporter konnten die Spieler anrufen, wann wir wollten, weil vor dem Saisonstart eine Liste mit ihren Handynummern (inkl. Festnetz sowie Lothars Autotelefon) verteilt worden war.
Und wir hoben nach späten Auswärtsspielen, zum Beispiel in Rostock, einen an der Hotelbar mit den Bayern-Profis, weil sie nicht in Privatjets, sondern nach dem fünften Pils brav in Einmeter-Hartholzbetten verschwanden.
Was fanden wir damals alles raus, weil wir miteinander redeten! Die Berichterstattung war entsprechend gut und nie verschwommen, das mediale Echo klang entsprechend: Als würde eine Boeing 747 ständig von links nach rechts und wieder zurück durch den Strafraum der Bayern fliegen.
War das nicht toll?
Liebe Bayern, ich sag‘ schon mal: Herzlichen Glückwunsch zum 125sten!
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