Wolfsburg vs. Leipzig: Wer macht auch sportlich den nächsten Schritt?

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Vorschau | Am Samstagnachmittag stehen sich der VfL Wolfsburg und RB Leipzig gegenüber. Beide haben in den vergangenen Monaten und Jahren sportlich eine sehr gute Entwicklung hingelegt. Trotzdem zeigten ihre letzten Spiele, dass noch Verbesserungspotential besteht. 

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 15:30 Uhr, Live bei Sky.

  • VfL Wolfsburg: Entwicklung ist da, Ergebnisse noch nicht
  • RB Leipzig: Nagelsmann will nach Heimniederlage gegen den BVB „den sehr guten Tabellenplatz“ halten
  • Kein Spektakel in den vergangenen Begegnungen dieser beiden

VfL Wolfsburg: Sportlich näher gekommen – aber noch fehlen die Ergebnisse

Eigentlich hatte sich der VfL Wolfsburg eine ideale Ausgangsposition für das Jahr 2021 erarbeitet. Eine Saisonniederlage in der Bundesliga, Platz vier und zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Gegner nach der Winterpause, den BVB. Doch seit dem Jahreswechsel scheinen die Niedersachsen mit Reifenpanne unterwegs zu sein. Das Spiel in Dortmund verlor man – trotz guter Anfangsphase – 0:2. Eine Woche später erzielte man an der alten Försterei zwar selbst zwei Tore, die jedoch nur zu einem Punkt reichten. So heißt die Realität vor dem nächsten Topspiel gegen RB Leipzig 25 Punkte und Platz sechs. Idealerweise sollte man dieses gewinnen. Denn von hinten machen Borussia Mönchengladbach (24 Punkte), der formstarke SC Freiburg (23), der zuletzt erstmals in der Vereinsgeschichte fünf Bundesligaspiele am Stück gewinnen konnte, sowie Eintracht Frankfurt (23) Druck. Sollte es ganz schlecht laufen, stünde der VfL nach diesem Wochenende nur noch auf Platz neun.

Oliver Glasner (46) betonte auf der Pressekonferenz zwar, dass man den Mannschaften, die in der Tabelle vor den Wolfsburgern stehen, sportlich näher gekommen sei. Aber: „Das eine ist, sportlich näher zu kommen, das andere aber, das Ganze auch in Ergebnisse umzumünzen. Das ist alles nicht so einfach. Denn hier in Deutschland haben wir den amtierenden Champions-League-Sieger, Leipzig ist Halbfinalist in der Königsklasse gewesen. In der diesjährigen Saison stehen vier deutsche Klubs im Achtelfinale der Champions League. Das sind tolle Mannschaften, die dem europäischen Fußball aktuell und in der letzten Spielzeit ihren Stempel aufgedrückt haben“, so der Österreicher. Gerade an der Effektivität vor dem gegnerischen Tor mangele es den Wolfsburgern im Moment.

Trotz alledem geht Glasner die Aufgabe RB Leipzig mutig an: „RB ist ein schwieriger Gegner, trotzdem denken wir, dass wir den einen oder anderen Ansatzpunkt gefunden haben, wo er uns Räume geben wird.“ Schon in der vergangenen Spielzeit (1:1, 0:0) haben sie gezeigt, dass sie es Leipzig „sehr schwer machen können“. Um dauerhaft oben mitzuspielen, wird das allerdings nicht reichen. Sie müssen zeigen, dass sie nicht nur sportlich näher kommen, sondern auch den nächsten Schritt machen können.

Erschwert wird dieses Unterfangen durch die Ausfälle von Maximilian Arnold (26/Rotsperre), Jeffrey Bruma (29/Quarantäne) und Jérôme Rousillon (28/COVID-19). Maxence Lacroix (20) hat laut Glasner „die ganze Woche ohne irgendeine Reaktion trainiert“ und auch Marin Pongracic (23) hat von der medizinischen Abteilung grünes Licht bekommen.

RB Leipzig: Zu wenige Siege gegen Spitzenteams – Nagelsmann will „sehr guten Tabellenplatz“ halten

Was auf den VfL Wolfsburg zutrifft, kann man auch von RB Leipzig behaupten. Zwar hat sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann (33) inzwischen in der Spitzengruppe der Bundesliga festgesetzt. Doch mit den Ausrufezeichen gegen das Establishment aus München und Dortmund tut man sich bislang noch schwer. Seit dem Aufstieg 2016 konnte man wettbewerbsübergreifend in diesen Duellen nur drei von 20 Spielen gewinnen. In München holte man trotz zweimaliger Führung „nur“ ein 3:3. Auch am vergangenen Wochenende setzte es trotz taktisch hochanständiger erster Hälfte am Ende eine 1:3-Heimniederlage gegen den BVB. „Wir wissen, dass wir gegen Spitzenteams zu selten gewinnen“, gab Nagelsmann in der Pressekonferenz daher unverblümt zu. „Das war anschließend wohl die härteste Besprechung in den vergangenen sechs Monaten“. 

Dem kommenden Gegner attestiert Nagelsmann „eine tolle Geschlossenheit“. Trotzdem ist sein Ziel für Samstagnachmittag klar: „Gerade nach der Niederlage gegen den BVB wollen wir die Distanz auf die anderen Teams weiter halten und unseren aktuell sehr guten Tabellenplatz halten – das geht nur mit einem Sieg!“

Wieder mithelfen können dabei Christopher Nkunku (23) und Justin Kluivert (21), die nach Verletzung wieder im Teamtraining sind. „Für einen Startelf-Einsatz gegen Wolfsburg wird es wohl noch nicht reichen“, so Julian Nagelsmann. Ibrahima Konaté (21) sowie Neuzugang Dominik Szoboszlai (20) fallen hingegen noch aus.

Prognose

Nur 0,6 Treffer erzielte der VfL im Schnitt gegen RB Leipzig. Andererseits traf RB selbst bisher in vier Gastspielen in Wolfsburg auch nur zweimal. Auch diesmal darf man kein Spektakel erwarten. Beide Mannschaften sind taktisch sehr gut eingestellt. Gut möglich, dass es nach zwei Unentschieden in der letzten Saison diesmal das dritte in Folge gibt.

Mögliche Aufstellungen:

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Guilavogui, Brooks, Paulo Otavio – X. Schlager, Gerhardt – R. Baku, Philipp, R. Steffen – Weghorst

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann – Upamecano – Orban – Mukiele, Sabitzer, T. Adams, Angelino – A. Haidara, Dani Olmo – Forsberg

(Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)

Victor Catalina