Wo landet Werner? Tops und Flops bei Rückholaktionen | OneFootball

Wo landet Werner? Tops und Flops bei Rückholaktionen

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Timo Werner ist nach zwei persönlich allenfalls durchwachsenen Jahren beim FC Chelsea zurück in der Bundesliga. Der Stürmer hat einen Vertrag beim neuen, alten Arbeitgeber RB Leipzig unterschrieben. Die Sachsen betätigen sich damit an einem scheinbar immer beliebteren Transfermodell: Die Rückholaktion scheint in den vergangenen Jahren in Mode zu kommen.

Neben Werner gibt es mit Matthias Ginter ein weiteres aktuelles Beispiel eines gestandenen Nationalspielers, der zu einem Ex-Verein zurückgekehrt ist. Der Abwehrmann steht wieder beim SC Freiburg unter Vertrag, wo seine Karriere einst begonnen hatte. Der Eindruck, es handele sich alleine um ein modernes Phänomen, täuscht dabei allerdings. Denn auch in der Vergangenheit gab es immer wieder prominente Profis, die sich beim Vereinswechsel an ihre alte Liebe erinnert haben. Paul Breitner zum Beispiel kehrte 1978 nach Stationen bei Real Madrid und Eintracht Braunschweig für ein zweites Stelldichein beim FC Bayern zurück.

Weltmeister mit Heimweh?

Unter deutschen Weltmeistern scheint der Schritt zurück ohnehin besonders beliebt. Neben Breitner und auch Ginter gab es die 'Heimkehr' zum Beispiel auch bei den 1990er-Weltmeistern Lothar Matthäus (zum FC Bayern) und Andreas Möller (zu Borussia Dortmund). Auch Mario Götze und Mats Hummels sind zu ihren Ex-Vereinen zurückgekehrt. Im Falle des Abwehrmanns lässt sich das sogar doppelt sagen, denn er ist erst zum FC Bayern, dann zum BVB zurückgekehrt. Ohnehin sind die Schwarzgelben besonders aktiv, wenn es um Rückholaktionen geht.

BVB holt Spieler besonders gern zurück

Neben Möller, Götze und Hummels sind zum Beispiel Shinji Kagawa und Nuri Sahin ins Ruhrgebiet zurückgekehrt. Zur ganzen Wahrheit gehört aber: Der Japaner, der Türke und auch Götze haben beim zweiten Mal nicht an die herausragenden Leistungen anknüpfen können, durch die sie erst für einen Abgang aus Dortmund interessant wurden. Auch bei Hummels ließe sich in diese Richtung argumentieren. Bei Möller hingegen würde niemand beim BVB davon sprechen, die Rückholaktion sei ein Fehler gewesen. So streitbar der Spielmacher gewesen sein mag und so heiß sein Abschied ausgerechnet zum FC Schalke 04 diskutiert wurde: Der Welt- und Europameister war in den erfolgreichen 1990er-Jahren eine ganz entscheidend prägende Figur bei den Schwarzgelben.

Effenberg führte Gladbach und Bayern zu Titeln

Ob Dortmund ohne Möller zum Beispiel 1997 die Champions League gewonnen hätte, sei dahingestellt. Die gleiche Frage ließe sich bezüglich des FC Bayern bei Stefan Effenberg stellen. Immerhin durfte der 'Tiger' 2001 als Kapitän als erstes den Henkelpott in die Lüfte stemmen. Wie Hummels ist auch der heutige TV-Experte sogar ein doppelter Rückkehrer, weil er vor dem zweiten Anlauf in München auch bei Borussia Mönchengladbach zum 'Wiederholungstäter' wurde. Die Fohlen führte er 1995 zum DFB-Pokal, bis heute ist es der letzte große Titel der Elf vom Niederrhein.

Werder lag wiederholt richtig

Mehrere Rückholaktionen hat auch Claudio Pizarro mitgemacht, der dank seiner sympathischen Art und vielen Tore zur Klublegende von Werder Bremen und beim FC Bayern geworden ist. Die Hanseaten haben darüber hinaus zum Beispiel mit Andreas Herzog oder Torsten Frings gute Erfahrungen gemacht. Den Nordrivalen Hamburger SV dürfte hingegen zumindest etwas Überwindung gekostet haben, Rafael van der Vaart zurückgeholt zu haben. Immerhin war der Abschied des Niederländers zu Real Madrid keineswegs geräuschlos. Nach der Rückkehr im Jahr 2012 konnte der Spielmacher den schleichenden Niedergang der Rothosen bestenfalls verlangsamen, aber nicht aufhalten.

Podolski ging als Absteiger zum zweiten Mal

Dass selbst die mit dem größten öffentlichem Brimborium begleiteten Rückholaktionen nicht zwingend von dauerhaftem Erfolg gekrönt sind, zeigt vielleicht das Beispiel von Lukas Podolski. Der 'verlorene Sohn' kehrte 2009 vom FC Bayern zurück zum 1.FC Köln, spielte drei Jahre für seinen Herzensklub. Und verabschiedete sich nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga in Richtung des FC Arsenal nach England. Insgesamt halten sich bei den Rückholaktionen der Bundesliga Tops und Flops wohl in etwa die Waage. Oft bleiben die Extremfälle im Gedächtnis, weswegen der Eindruck je nach Klub in die eine oder andere Richtung verfälscht sein mag. Wo sich Timo Werner bei RB Leipzig einsortieren wird, muss ohnehin die Zeit zeigen.

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