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·2. Oktober 2022

»Wir waren in den ersten 15 Minuten nicht wir selbst«

Artikelbild:»Wir waren in den ersten 15 Minuten nicht wir selbst«

Borussia Mönchengladbach ließ sich im Bremer Weserstadion überrumpeln und bereits nach einer Viertelstunde war die Partie praktisch entschieden. Dieser kollektive Fehlstart kam überraschend – auch für Trainer Daniel Farke, der im Anschluss nach Erklärungen suchte.

Dass das Spiel im stimmungsvollen Weserstadion einen solchen Verlauf nehmen würde, dürfte im Vorfeld niemand erwartet haben. Von Anpfiff weg waren die Gladbacher Borussen neben der Spur. »In den ersten zwanzig Minuten haben wir alles vermissen lassen, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat«, sagte Daniel Farke. »Wir haben unfassbare Fehler im Passspiel gemacht und hatten viele Ballverluste. Zuletzt waren wir sehr stabil in den Zweikämpfen, heute haben wir gerade im zentralen Bereich fast jeden Zweikampf verloren«.

Die Folge war der frühe Doppelschlag durch Füllkrug (5.) und Duksch (8.). »Wir wussten, wie Werder auftritt und wie sie ihre Prozesse spielen«, so Farke. »Wir wollten die Achter-Läufe aus dem Mittelfeld und die beiden Stürmer kontrollieren und theoretisch waren wir vorbereitet. Aber wir haben diesen Plan in den ersten 15 Minuten überhaupt nicht auf den Platz gebracht.« Das dritte Bremer Tor nach 13 Minuten bereitete Bensebaini mit einer missglückten Kopfballrückgabe vor, das vorentscheidende 4:0 steuerte Bensebaini mit einem kuriosen Eigentor bei.

»Ich bin weit davon entfernt, jetzt extrem drauf zu hauen«

»Ramy weiß selbst, dass er beim Stand von 0:3 nicht versuchen sollte, eine Flanke mit der Hacke zu klären«, sagte Farke. Der Trainer trug die erste Klatsche in seiner Zeit in Gladbach mit Fassung und blieb besonnen. »Ich bin weit davon entfernt, jetzt extrem drauf zu hauen. Ramy war bisher vielleicht der formstärkste Defensivspieler der Bundesliga und hat überragende Tore erzielt. Er war zwei Wochen unterwegs, kam mit einer Kapselzerrung im Sprunggelenk zurück und hat vor dem Spiel nur regenerativ trainiert. Er hat heute einen total gebrauchten Tag gehabt.«

Das traf auch auf Manu Koné zu. »Er hat es in seinem jungen Alter bisher wirklich toll gemacht, obwohl er keine richtige Vorbereitung hatte«, so Farke. »Heute hat er taktisch in der Arbeit gegen den Ball nicht das erfüllt was wir wollten und hat diese Achterläufe nicht kontrolliert.« Zudem gab es »noch ein paar Geschichten«, welche die Borussen mit nach Bremen genommen hatten. »Nico Elvedi hat mit angebrochener Nase gespielt und Yann Sommer hat sich in der Nacht mehrfach übergeben und es war lange unklar, ob er spielen kann«, erläuterte Farke. »Aber wenn ich das anführe, hört sich das nach Entschuldigung und Selbstmitleid an. Wenn die Jungs auf dem Platz sind, dann müssen wir abliefern. Ansonsten darf ich sie nicht aufstellen. Wir suchen keine Ausflüchte und wissen, dass wir nicht bei uns waren in den ersten 15 Minuten.«

»Wir werden darüber sprechen, es analysieren und dann auch einen Strich drunter machen«

Danach stabilisierten sich die Borussen, wobei das Spiel faktisch durch war. »Es war klar, dass du bei einem 0:4-Halbzeitstand das Spiel auf Bundesliganiveau nicht mehr gewinnen wirst«, so Farke. »Aber bei aller Selbstkritik kann man auch sagen, dass wir dann eine ordentliche Reaktion gezeigt und uns für ein Auswärtsspiel viele Chancen erspielt haben«. Farke wechselte zur Pause nicht und sah sich anschließend bestätigt. »Gemessen an den Rahmenbedingungen haben wir eine ordentliche zweite Halbzeit gespielt. Wir waren kurz davor, nochmal den Fuß in die Tür zu bekommen, aber der fünfte Treffer hat uns den Stecker gezogen.«

Anlass für Grundsatzdiskussionen ergibt sich aus der Pleite im Weserstadion für Farke nicht. »Wir sind selbstkritisch und natürlich mit einem 1:5 und besonders mit dieser Anfangsphase alles andere als zufrieden. Aber wir werden daraus lernen und müssen es auch nicht überinterpretieren. Wir werden darüber sprechen, es analysieren und dann auch einen Strich drunter machen. Diese Niederlage müssen wir als verdient abhaken, weil wir in den ersten 15 Minuten nicht wir selbst waren.«

von Redaktion TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto

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