Was macht der denn? Werder-Liebling vor Karrierekrönung und ein Skorpion | OneFootball

Was macht der denn? Werder-Liebling vor Karrierekrönung und ein Skorpion

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Erik Schmidt

Aus den Augen, aus dem Sinn? Genau diesem Phänomen wollen wir mit unserem neuen Format „Was macht der denn?“ entgegenwirken und dir einmal pro Woche zeigen, was der eine oder andere alte Bekannte aus der Bundesliga so treibt.

Joselu (Deportivo Alavés)

Der Angreifer, der in Stuttgart geboren wurde, wechselte 2012 von Real Madrid Castilla in die Bundesliga und spielte dort bis 2015 gleich für drei verschiedene Klubs: TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und Hannover 96. Dass der Spanier jeweils nach nur einer Spielzeit weiterzog, spricht eher für als gegen seine sportlichen Qualitäten.

Schließlich kann sich Joselus Torquote im deutschen Oberhaus sehen lassen, ihm gelangen in 79 Einsätzen ordentliche 22 Treffer. So spektakulär wie momentan trumpfte der inzwischen 31-Jährige allerdings noch nie auf. Denn für Deportivo Alavés war der Rechtsfuß in 13 Spielen schon sechs Mal erfolgreich, allein in den letzten fünf Partien gelangen ihm ebenso viele Treffer.

Damit befindet sich Joselu auf Rekordkurs. Jeweils elf Saisontore in den letzten beiden Spielzeiten für die Basken sind nämlich Bestwert in seiner bisherigen Karriere. Ob es in dieser Form auch noch für einen Einsatz in der spanischen A-Nationalmannschaft reicht?

Lediglich für die U21 durfte Joselu, der zudem auch schon in England für Stoke City und Newcastle United stürmte, vier Mal auflaufen. Das war in der Saison 2009/10 an der Seite von Javi Martínez und César Azpilicueta. Zumindest letzteren könnte der Ex-Bundesligaprofi bei La Selección noch einmal wiedersehen.


Valentino Lazaro (Benfica Lissabon)

Im letzten Jahr stach der Österreicher sogar Robert Lewandowski aus. Zwar schoss der Pole unzählige Tore, davon war aber keines so schön wie Lazaros Volltreffer am 8. November. Im Rheinderby zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach war der 25-Jährige, der da noch das Trikot der Fohlen trug, mit einem sensationellen Skorpion-Kick erfolgreich. Momentan hat der Allrounder seinen Stachel aber eingefahren.

Denn bei Benfica Lissabon, wo Lazaro mittlerweile spielt, läuft es noch nicht rund. Auch von einer Muskelverletzung gehandicapt, wegen der er beide Duelle in der Champions League mit dem FC Bayern verpasste, kam der 32-fache Nationalspieler in der laufenden Saison bislang erst auf acht Einsätze. Dabei durfte Lazaro zwei Mal beginnen und nur einmal die vollen 90 Minuten bestreiten. Natürlich auf unterschiedlichen Postionen – rechts hinten, links hinten, rechts vorne.

Schon seit Jahren wird Lazaro von seinen Trainern hin und her geschoben. Seine Vielseitigkeit ist Fluch und Segen zugleich. Seit der gebürtige Grazer jedoch Hertha BSC im Sommer 2019 verließ, sucht er nicht nur nach einer festen Rolle, sondern auch nach seinem Glück.

Obwohl Inter Mailand rund 22 Millionen Euro an die Alte Dame für den in Salzburg ausgebildeten Akteur überwies, hatte es keine Verwendung für ihn. Nur elf Mal kam Lazaro für den amtierenden italienischen Meister zum Zuge, wurde dafür neben Gladbach und Benfica auch schon an Newcastle United verliehen. Uns bleibt nur zu hoffen, dass der Skorpion a.D. trotz allem schon bald einmal wieder zusticht.


Diego (Flamengo Rio de Janeiro)

Gemessen an seinem Talent müsste der Brasilianer mit seinen 36 Jahren vielleicht nicht auf der gleichen Stufe, aber immerhin nur ein bis zwei unter dem gleichaltrigen Cristiano Ronaldo stehen. Denn Diego vereint bis heute alles, was ein Unterschiedsspieler benötigt: Überragende Technik, Kreativität und Torgefahr.

Der ganz große Durchbruch blieb dem offensiven Mittelfeldspieler in Europa, wo er sich zunächst dem FC Porto anschloss, jedoch verwehrt. In der Bundesliga performte Diego zwar vor allem für Werder Bremen zwischen 2006 und 2009 auf hohem Niveau, bei Juventus Turin und Atlético Madrid gelang ihm das jedoch nicht wirklich – obwohl der 34-fache Nationalspieler mit den Colchoneros die Europa League gewann und spanischer Meister wurde.

Außerdem trug Diego auch das Trikot des VfL Wolfsburg und von Fenerbahçe Istanbul. Seit 2016 ist der einst beim FC Santos groß gewordene Ballvirtuose inzwischen jedoch zurück in seiner Heimat, dort läuft er nun für Flamengo auf.

An seiner Klasse hat Diego, obwohl mittlerweile mit grauem Haupthaar gesegnet, längst nichts eingebüßt. An diesem Wochenende nun kann er seine trotz allem erfolgreiche Karriere endgültig krönen.

Schließlich steht das Team aus Rio de Janeiro mit Diego als Kapitän im Finale der Copa Libertadores – dem südamerikanischen Pendant zur Champions League. Dort könnte der Routinier diesen Titel mit einem Sieg gegen Palmeiras São Paulo zum zweiten und vermutlich letzten Mal nach 2019 gewinnen. Schließlich scheint ein baldiges Karriereende nicht gerade ausgeschlossen.