Warum Eintracht-Boss Hellmann zu unrecht ins Kreuzfeuer geriet | OneFootball

Warum Eintracht-Boss Hellmann zu unrecht ins Kreuzfeuer geriet

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Zwei kurze Einspieler und ein anschließender Shitstorm im Sport1-Doppelpass: Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, geriet mächtig unter Beschuss und musste sich - ohne die Chance selbst Stellung zu beziehen - unseriöse Kritik gefallen lassen. Und das zu Unrecht.

Ein Kommentar von fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

"Dem seine Meinung kenne ich", "Der hat keine Ahnung vom Fußball", "Dieser Hellmann ist ganz weit weg vom Fußball": Aussagen von Fürths Sportdirektor Rachid Azzouzi und Ex-Profi Stefan Effenberg im Sport1-Doppelpass, die Eintracht-Vorstand Axel Hellmann einstecken musste. Der hatte nach dem Heimspiel der Hessen gegen Hertha BSC (1:2) auf detaillierte Nachfrage erklärt, welche Gefahren in der Zukunft in Sachen Vermarktung und Wirtschaftlichkeit auf die Bundesliga warten könnten. Dabei thematisierte er den wenig spannenden Meisterkampf der letzten Jahre, monierte aber auch die Verluste von Traditionsvereinen wie Werder Bremen, dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV. Seine Angst, dass möglicherweise auch die internationalen Topstars der Bundesliga fernbleiben könnten, betonte er ebenfalls.

Aussagen unfair - und haltlos

In zwei stark gekürzten Einspielern wurden die Aussagen den Gästen im Doppelpass präsentiert. Und diese stürzten sich regelrecht auf den 50-jährigen Juristen. Sachliche Kritik war dabei allerdings Fehlanzeige. Azzouzi, Ex-Profi und Sportdirektor von Greuther Fürth, der Hellmann von DFL-Sitzungen schon lange Zeit kennt, wusste nicht mal, dass dieser Volljurist und Rechtsanwalt ist, sagte vielmehr: "Der kommt aus dem kaufmännischen Bereich, ich weiß nicht, was er vorher gemacht hat. Der hat nur Zahlen im Kopf." Inhalt und Art und Weise der Kritik irritierten nicht nur die Eintracht-Bosse. Azzouzi fühlte sich durch die Aussagen Hellmanns offensichtlich persönlich angegriffen. Sein Problem: Dass Hellmann auch den sportlichen Wettkampf im Interview hervorhob und seinen Respekt vor Aufsteigern zum Ausdruck gebracht hat, wurde stark gekürzt. Hellmann war vielmehr bemüht, die Kluft zu schließen und keine künstlich hervorgerufene Diskussion entstehen zu lassen. Der Vorwurf beider Protagonisten, dass der Eintracht-Funktionär vom Fußball nichts verstehe, ist hingegen haltlos. Seit 20 Jahren arbeitet der Familienvater in verschiedenen Funktionen bei Eintracht Frankfurt, war zuvor bereits Anhänger des Klubs und hat ein enges Verhältnis zu den Fans. Einzig die Profikarriere, die Azzouzi und Effenberg eint, kann er nicht vorweisen. Für die große zweite Karriere im Fußball reicht die bekanntlich ohnehin nicht immer. Für den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der DFL, den Peter Peters im kommenden Sommer räumen wird, wird Hellmann dennoch gehandelt. Neben Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund.

Hellmann bleibt aktuell noch cool

Aus dem Kontext gerissene Aussagen ohne das Einspielen der eigentlichen Fragestellung oder eine Einordnung durch den Moderator als Diskussionsgrundlage zu verwenden, ist eine durchaus strittige Herangehenweise. Auch bei Eintracht Frankfurt ist man darüber nach fussball.news-Informationen irritiert. Ein öffentliches Statement ließ Hellmann bislang aus. Der 50-Jährige ist nicht für Aktionismus bekannt und doch wird ihn die Thematik ärgern. Gut möglich aber, dass Hellmann weiter über den Dingen steht und die teils unqualifizierten Aussagen umkommentiert lässt. Auch Azzouzi und Effenberg könnten ihre Aussagen durchaus bereuen, wenn sie das gesamte Interview zu Gesicht bekommen und nicht nur die aus dem Kontext gerissenen Statements. Eine insgesamt äußerst unglückliche Konstellation, die letztlich unnötig hervorgerufen wurde, bleibt es allemal.

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