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·2. Oktober 2022

Wahnsinn (Hölle Hölle Hölle)

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Irgendwie fängt irgendwann der VfB mit Siegen an, aber wir warten darauf schon viel zu lang. Auch nach acht Spieltagen fehlt dem VfB ein Dreier, gegen verunsicherte und oft konfuse Wolfsburger ist es selten so einfach gewesen zu gewinnen. So ein Wahnsinn, VfB, warum schickst du mich in die Hölle?

Natürlich ist der Treffer zum 2:1 maximal unglücklich und mit dem Lattentreffer von Silas kommt auch noch Pech hinzu, aber wie der VfB in Wolfsburg fast über das gesamte Spiel auftritt, ist Wahnsinn. Es ist die Hölle, wie wirr verteidigt wird und wie einfallslos angegriffen wird. Der VfB versammelt wieder alles Schlechte in einem Spiel, wie zum Beispiel seine mittlerweile zur Trademark gewordene Neigung, kurz nach dem eigenen Tor den Gegentreffer zu kassieren. Dieses Mal sind es 73 Sekunden. Lerneffekt? Null.

Es ist Wahnsinn, welche individuellen Fehler der VfB begeht (Florian Müller, Ata Karazor vor dem 1:1), es ist die Hölle wie gruppentaktisch versagt wird wie beim 1:1 und 3:2: Trotz vielfältiger Analysen, trotz „energetischem Auftreten“ in der Trainingswoche, trotz vieler Einzelgespräche schafft es der VfB nicht, eine bundesligareife Leistung auf den Platz zu bringen. Liegt es an der Qualität der Spieler beziehungsweise der Mannschaft oder an der Führung? Oder an beidem? Am Gegner Wolfsburg lag es ganz sicher nicht.

Es ist Wahnsinn wie schlecht die vielfach geforderte Viererkette im Raum steht, es ist die Hölle wie blank der VfB besonders auf den Außenpositionen ist. Nicht nur dass unbedrängt geflankt werden konnte, auch im Strafraum fehlt vielfach die Konsequenz in der Verteidigung. Zudem geht fast jeder zweite Ball an Wolfsburg, weil der Raum vor dem Sechzehner von keinem VfB-Spieler besetzt wird.

Die Zahlen sind schon seit längerem alarmierend, es wirkt wie die „konsequente“ Fortsetzung der letzten Saison. Hier begründeten die VfB-Verantwortlichen die schlechten Leistungen mit vielen Verletzten und setzen dem ganzen Hoffnung auf Besserung und die kommenden Spiele entgegen, in denen sich belohnt werden soll. Und dieses Mal? Die VfB-Antwort auf den negativen Lauf heisst erneut Zuversicht, denn zurück zu kommen „liegt in unserer DNA“, wie Pellegrino Matarazzo nach dem Spiel sagte. Allerdings muss ich als jahrzehntelanger Fan sagen, dass es nicht unbedingt zur DNA des VfB gehört, Comeback-Qualitäten zu zeigen. Und ich glaube auch nicht daran, dass der VfB besonders gut mit Rückschlägen umgeht. Das zeigen die Ergebnisse der letzten Saison und in dieser.

Niemand sollte sich von dem phänomenalen letzten Spiel der Saison 2021/2022 blenden lassen. Ein unvergessenes Erlebnis, aber es ist vorbei. Sven Mislintat spricht vom defensiv schwächsten Auftritt in dieser Saison, „wir sind, glaube ich, die zweitjüngste Mannschaft in Europa. Da wird es immer wieder solche Phasen geben.“ Aber es ist der Kader des Sport-Direktors, selbst Alexander Wehrle hat ihn nicht gezwungen, junge Spieler zu verpflichten und auch hier verweist er gerne auf die VfB-DNA „jung und wild“. Diese Art von Erklärungen bringen den VfB nicht weiter, es sind jetzt Lösungen gefragt. Denn auch in der nächsten Woche wird es gute Erklärungen geben, warum der VfB nicht dreifach punktet: „es ist immerhin der Tabellenführer“, „eine gewachsene Mannschaft“ und “ein abgezocktes Team“. Blablabla.

Ich kann es nicht mehr hören, denn wie lange werden uns diese gut klingenden Sätze schon vorgesetzt, ohne das sich wirklich etwas verändert? Seit anderhalb Jahren. Es ist Wahnsinn, wie wenig sich ändert. Es ist die Hölle, dass die immer gleichen Probleme (wie zum Beispiel postwendende Gegentore) nicht behoben werden. Die Zeit ist reif für ein wenig mehr Konsequenz – auf und neben dem Platz.

Foto: Stuart Franklin/Getty Images

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