Vorschau: Gladbach - droht erneut das Mittelmaß?

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Tiziana Höll

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Der neue Weg der Gladbacher soll offensiver, aber auch intelligenter in der Defensive sein – das bedeutet harte Arbeit. Dieter Hecking steht eine schwierige und unsichere Saison bevor, ohne Vertragsverlängerung sitzt der 53-Jährige bereits auf dem Schleudersitz.

So lief die Vorbereitung:

In der vergangenen Saison war mit einem 9.Platz für Gladbach alles irgendwie in Ordnung, aber es hätte eben auch besser laufen können. Schwierig daraus wirkliche Lehren zu ziehen.

Die Säulen bestehend aus Sommer, Hazard, Stindl, Raffael, Ginter und Kramer blieben erhalten. Doch unten rumort es, ein Florian Neuhaus oder Alassane Pléa sind heiß, werden die Etablierten ärgern. Konkurrenzkampf als Chance für Gladbach?

Eine Verlängerung mit Dieter Hecking ist in diesen Tagen kein Thema – beruhigend, wenn selbst der Sportdirektor nicht weiß, ob der Trainer der richtige Mann für die Zukunft ist.

Was ist neu:

Einen namenhaften Abgang gab es mit Yannik Vestergaard, der für 24,5 Millionen Euro zum englischen Erstligisten FC Southampton wechselte.

Doch die Fohlen sind so jung wie nie: alle ab Elvedi könnten noch für die U 21 ihres Landes auflaufen. Unter den sieben Neuzugängen finden sich auch alte Bekannte. Die Eigengewächse Jordan Beyer und Florian Mayer waren bereits im Trainingslager dabei, nun haben sie den Sprung zu den Profis geschafft.

Alassane Pléa ist da ein anderes Kaliber, mit 25 Jahren immer noch jung, aber mit einer Ablöse von 23 Millionen Euro der Rekord-Einkauf. Der Druck ist da.

Außerdem gab es für Gladbach einen Umbruch in der medizinischen Abteilung: Mannschaftsarzt Rolf Doyscher stößt zu den Fohlen. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz will man sich in Gladbach für die Zukunft besser aufstellen. Der Anfang ist gemacht.

Was fehlt noch:

Durch die Verletzungen von Lang und Elvedi drückt der Schuh in der Defensive. Gut möglich, dass noch ein Verteidiger geholt wird. In der Außenverteidigung müssen ein paar Schlaglöcher ausgebessert werden, mit Poulsen und Lang gibt es aber zwei, die für diese Position ausgebildet wurden. Mit Beyer steht allerdings ein heißes Eisen in den Startlöchern. Der 18-Jährige scharrt mit den Hufen und galoppierte schon während der Vorbereitung immer wieder auf der linken Seite.

 

Die Taktik soll sich grundlegend ändern, noch probiert man. Zum Beispiel eine Dreierkette, zusätzlich zum 4-4-2 soll das 4-3-3 als Option hinzukommen. Es fehle an Flexibilität: “Ich will, dass die Mannschaft sich in dem neuen System schnell wohlfühlt. Da lege ich meine ganze Kraft rein, um den Spielern ein gutes Gefühl zu geben”, so der Coach.

Wie wird die Saison laufen?

Dieter Hecking hat viel Potenzial in seiner Elf, junge aber auch erfahrene Spieler, sodass es darum gehen wird, wie er die beiden Hälften der Gladbacher Transfer-Strategie bestmöglich miteinander verschmelzen lässt.

Besonders in der Offensive ist die Borussia gut aufgestellt, Lang bringt Erfahrung aus über 300 Profispielen mit, Pléa wird mit Attacken und Toren für Aufregung sorgen. Beide auf ihren Positionen stehen für ein Gladbach, das offensiv denkt.

Am Ende wird Gladbach wie auch letztes Jahr im Mittelfeld landen, oder uns alle mit Heckings neuem, jugendlichen Stil vom Hocker reißen.

Die beste Gladbach Elf