Von Jantschke bis Kramer: Welche treuen Borussen werden für den Neuanfang 'geopfert'? | OneFootball

Von Jantschke bis Kramer: Welche treuen Borussen werden für den Neuanfang 'geopfert'?

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Tony Jantschke ist gemeinsam mit Thomas Müller der vereinstreuste Spieler der Bundesliga. Für die angestrebten Veränderungen innerhalb des Kaders von Borussia Mönchengladbach braucht es aber auch Reformen. Welche der dienstältesten Fohlen könnte dem Neustart unter Trainer Daniel Farke zum Opfer fallen?

Tony Jantschke

Seit 2009 hat Tony Jantschke insgesamt 288 Pflichtspiele für Borussia Mönchengladbach absolviert. Der heute 32-Jährige etablierte sich als Rechtsverteidiger und stellte seine Qualitäten anschließend auch in der Innenverteidigung unter Beweis. Gemessen an den Einsatzzeiten in der Bundesliga - in den beiden vergangenen Spielzeiten standen kumuliert 492 Pflichtspielminuten zu Buche - dürfte Jantschke auch unter Farke keine allzu große sportliche Rolle spielen, doch als Identifikationsfigur, der die Vereinswerte vorlebt und junge Spieler an die Hand nimmt, sollte er weiterhin einen Platz im Kader haben.

Patrick Herrmann

Auch Patrick Herrmann dürfte in Farkes Bestreben, die ursprünglichen Borussia-Werte neu aufleben zu lassen und eine feste Einheit zu bilden, eine wichtige Rolle spielen. Der Außenbahnspieler wurde wie Jantschke im hauseigenen Nachwuchs ausgebildet und ist seit 2010 ein fester Bestandteil des Profi-Kaders, der als Joker noch immer regelmäßig zum Einsatz kommt und direkte Torbeteiligungen sammelt (unter Adi Hütter lieferte Herrmann in 740 Einsatzminuten fünf Assists). Laut Sportdirektor Roland Virkus dient Herrmann als "Vorbild für alle unsere Nachwuchsspieler", der "seit 14 Jahren immer alles für die Mannschaft und seinen Verein gibt und der auch in dieser Saison gezeigt hat, dass er uns mit seinen Qualitäten helfen kann". Deshalb wurde der Vertrag bis 2024 verlängert.

Yann Sommer

Seit 2014 hütet Yann Sommer das Tor von Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer hat Marc-Andre ter Stegen nach seinem Wechsel zum FC Barcelona eindrucksvoll ersetzt, ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Gladbacher Achse und präsentierte sich über weite Strecken der abgelaufenen Saison in Bestform. Angesichts der Vertragslaufzeit bis 2023 ist die Zukunft ungewiss, ein Verbleib von Sommer wäre allerdings von großer Bedeutung.

Lars Stindl

Als Mannschaftskapitän genießt Lars Stindl in der Mannschaft von Borussia Mönchengladbach einen hohen Stellenwert, auch sportlich zählte der 33-Jährige über viele Jahre zu den wichtigsten Leistungsträgern. Das von Farke favorisierte Ballbesitzspiel dürfte Stindl zugutekommen, doch soll die Offensive wie gewünscht mehr Tempo erhalten, droht der 'Capitano' möglicherweise ins zweite Glied zu rücken. Insofern könnte Stindl seinen Stammplatz verlieren, aufgrund seiner technischen Fähigkeiten aber noch immer einen sehr zuverlässigen Joker darstellen.

Nico Elvedi

Auch Nico Elvedi zählt mittlerweile zu den dienstältesten Fohlen, seit 2015 steht der Schweizer unter Vertrag. Unabhängig davon, ob Borussia künftig weiterhin in einer Dreierkette agieren wird oder zur Viererkette zurückkehrt, ist zu erwarten, dass Elvedi einen festen Platz in der Defensivreihe hat. Fraglich wirkt hingegen, wer an seiner Seite spielen wird - abhängig ist diese Frage aber auch davon, wer als Nachfolger von Matthias Ginter verpflichtet wird.

Jonas Hofmann

Bei Jonas Hofmann befindet sich Borussia Mönchengladbach in einem Dilemma. Mit zwölf Treffern war der Außenbahnspieler der beste Torschütze der abgelaufenen Saison und mit fünf Assists der zweitbeste Vorlagengeber. Allerdings steht Hofmann nur noch bis 2023 unter Vertrag, lässt seine Zukunft weiterhin offen und hat in der Nations League mit zwei Treffern und einem Assist für die deutsche Nationalmannschaft noch einmal Eigenwerbung betrieben. Sollte sich eine zeitnahe Vertragsverlängerung nicht abzeichnen, wäre trotz des sportlichen Stellenwerts ein Verkauf von Hofmann empfehlenswert, um einen ablösefreien Verlust wie im Falle von Matthias Ginter zu verhindern.

Christoph Kramer

Mit mittlerweile 31 Jahren gehört auch Christoph Kramer zu den Routiniers am Niederrhein. Das für die Zukunft vorgesehene Ballbesitzspiel wirkt besser auf ihn zugeschnitten als das extreme Pressing von Ex-Coach Adi Hütter, weshalb Kramer ein höheres Leistungsniveau zuzutrauen ist. Als erfahrener und meinungsstarker Spieler besitzt er sowohl für Talente als auch für die gesamte Mannschaft einen hohen Stellenwert, doch er wird sich einen Stammplatz erarbeiten müssen. Bleibt eine Steigerung über den Sommer aus, böte sich etwa für Florian Neuhaus die Gelegenheit, sich einen Platz zu sichern - vermutlich neben Manu Kone, der nicht aus der Startelf wegzudenken ist.

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