„Von allen guten Geistern verlassen“ – Harald Stenger sieht Flick als Opfer von Salihamidzic

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Der ehemaligen Mediendirektor des DFB, Harald Stenger, hat die Außendarstellung des FC Bayern München um Sportvorstand Hasan Salihamidzic scharf kritisiert. Auslöser ist die Posse um den Wunsch nach Vertragsauflösung von Hansi Flick.

Stenger ist, laut eines tz-Berichts, nicht der einzige den die Uneinigkeit, die FC Bayern zuletzt in der Öffentlichkeit an den Tag legte, irritiert. Flicks eigenständige Abschiedserklärung und das stark verspätete Statement des Vereins sorgten zuletzt ligaweit für Verwunderung.

„Die Bayern haben immer für hochprofessionelles Denken und Arbeiten gestanden. Deshalb wurden sie zu Unrecht von der Konkurrenz und deren Fans angefeindet. Aber momentan sind sie bei der Beurteilung der Lage von allen guten Geistern verlassen“, urteilte Stenger gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Drei Jahrzehnte lang berichtete der 70-Jährige als Fußball-Experte für die „Frankfurter Rundschau“ und begleitete die deutsche Nationalmannschaft als Pressechef zu drei Weltmeisterschaften.

Stenger: Salihamidzic trat Provokationskette los

Der deutsche Rekordmeister könne „momentan von Glück reden, dass es nur Geisterspiele in der Bundesliga gibt. Denn sonst würde es am Dienstag beim Spiel gegen Leverkusen massive Demonstrationen der Fans Pro Hansi Flick und Contra Brazzo Salihamidzic geben.“

Stenger, der „Brazzo“ laut TZ zuletzt vorwarf Flick loswerden zu wollen, sprach im Interview mit BR24 über eine regelrechte Provokationskette.
„Wenn Brazzo, der mit ihm ja viele Konflikte hatte, sich lächelnd vor die Kameras stellt – eine halbe Stunde vor Anpfiff – und sagt, dass es ja bekannt ist, dass er sehr gut mit Hansi Flick zusammenarbeitet, dann ist das ja eine Provokation, die nicht zu überbieten ist.“

Salihamidzics offizielle Verkündigung, Jerome Boatengs Vertrag nicht verlängern zu wollen, nur wenige Stunden vor dem Champions-League-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain, sei dabei nur die Spitze des Eisbergs.
Wer „Hansi ein bisschen kennt (weiß), dass er dieses Theater nicht mitmacht und aus meiner Sicht zu Recht“, erklärte Stenger.

Zwar sei auch Flicks einseitige Erklärung strittig und „der Ärger der Bayern darüber verständlich“, doch der Cheftrainer wäre sich mit diesem Weg „absolut treu geblieben“.
„Wie haben sich die Bayern eigentlich in diesen Gesprächen verhalten?“, fragte Stenger beim BR rhetorisch. „Wie haben sie sich darauf vorbereitet, das Worst-Case-Szenario zu verkünden?“

Flick habe die Mannschaft informiert, bevor er sich an die Öffentlichkeit wandte. „Das ist typisch Hansi Flick und das Einzige, was man in dieser Sache machen kann, wenn man professionell arbeitet“, lobt Stenger das Verhalten des Erfolgstrainers.