USA nicht mehr Topfavorit: 5️⃣ Lehren aus der Olympia-Gruppenphase | OneFootball

USA nicht mehr Topfavorit: 5️⃣ Lehren aus der Olympia-Gruppenphase

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18 Spiele und insgesamt 75 Tore – über drei Spieltage zog sich die Gruppenphase des Olympischen Frauen-Fußballturniers. Doch welche Lehren können wir aus der Vorrunde ziehen? Das erfährst du hier.

Die USA haben an Glanz der vergangenen Jahre verloren

Noch vor zwei Jahren galten die USA als das Nonplusultra des Frauenfußballs, doch von diesem Heldinnen-Status ist nach der Vorrunde kaum etwas übrig geblieben. Gerade einmal ein einziger Sieg gelang den US-Frauen, und das lediglich gegen Außenseiter Neuseeland. Während Dauerrivale Schweden die USA direkt zu Beginn mit 3:0 düpierte, kam das Team um Megan Rapinoe gegen Australien nicht über ein torloses Remis hinaus.

Schon im Spiel gegen Schweden offenbarten sich Schwächen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff, die der neue Trainer Vlatko Andonovski im Laufe des Olympia-Turniers noch nicht abstellen konnte. Das Team wirkt in die Jahre gekommen, wenig dynamisch und strotzt nur so vor Passivität. Im Viertelfinale geht es nun gegen die Niederlande. Wenn sie dieses Spiel gewinnen wollen, müssen die US-Amerikanerinnen auf jeden Fall noch eine Schippe drauf legen.


Schweden und Niederlande katapultieren sich in die Favoritenrolle

Allein 21 von den 75 oben genannten Toren erzielten die Niederlande – zugegebenermaßen gegen Außenseiter wie Sambia oder China – dennoch katapultierten sich die Europameisterinnen von 2017 auf einmal in die Favoritenrolle. Und das zu Recht, denn die Oranje Leeuwinnen begeisterten mit starkem Angriffsfußball und einer guten Defensive. Eine ihrer nicht so geheimen Waffen: Arsenal-Stürmerin Vivianne Miedema, die bereits acht Tore schoss.

Und dann ist da noch Schweden. Das Team von Peter Gerhardsson erreichte als einzige das Viertelfinale, ohne eine einzige Niederlage einstecken zu müssen. Und das gegen Top-Teams wie die USA und Australien. Mit Japan wartet auf Schweden ein machbarer Gegner, die Niederlande müssen dagegen ihrer neuen Favoritenrolle gegen die USA gerecht werden.


Die Entdeckung des Turniers: Barbra Banda aus Sambia

Für die Olympia-Debütantinnen aus Sambia hat es leider nicht für das Viertelfinale gereicht, aber wenigstens konnte sich die Kapitänin der Copper Queens, Barbra Banda, der Welt präsentieren. Nicht nur erzielte sie gegen die Niederlande das erste Tor der Geschichte für Sambias Frauen bei Olympia, nein, es war auch noch ein Hattrick.

Im zweiten Gruppenspiel gegen China wiederholte Banda sogar diese unglaubliche Leistung und wurde so zur ersten Frau der Geschichte, der bei Olympia zwei Hattricks gelang. Aktuell spielt Banda bei Shanghai Shengli in China, doch wer weiß? Vielleicht sind ja ein paar europäische Klubs auf die Frau aus Sambia aufmerksam geworden.


Brasilien mit Marta und Formiga immer noch top

Die Spiele in Tokio sind die siebten für Formiga – sie nahm an allen (!) Olympischen Frauen-Fußballturnieren seit dessen Einführung 1996 in Atlanta teil – und die fünften für Brasiliens Fußball-Legende Marta. Müdigkeit lassen die beiden jedoch nicht erkennen, denn sie führten ihr Team, auch dank dreier Tore von Marta, ungefährdet ins Viertelfinale. Dort wartet nun mit Kanada eine machbare Aufgabe auf die Brasilianerinnen.


Was ist mit Gastgeber Japan los?

Die Gastgeberinnen schwächeln. Gerade so schaffte Japan als einer von zwei besten Gruppendritten den Einzug ins Viertelfinale. Dort warten jedoch die offensivstarken Schwedinnen auf die Weltmeisterinnen von 2011. Wenn sich das Team aus Japan nicht erheblich steigert, wird dies wohl das Ende aller Olympia-Träume bedeuten. Zwar ließen sie defensiv nicht viel zu, Tore waren in der Vorrunde auch eher Mangelware. Gerade mal ein Sieg gegen Olympia-Neuling Chile steht ihnen zu Buche.